Mysteriöse Flugstreichungen in Shanghai: Verhinderte China die Flucht eines Top-Verbrechers?

Von und 18. Mai 2015 Aktualisiert: 18. Mai 2015 16:30

Was war da los? Chinas Luftraum hat wieder eine merkwürdige Sperrung erlebt: Ähnlich wie schon im Sommer 2014 fielen Flüge von und nach Shanghai aus oder erlebten starke Verspätungen. Der Hongkonger Fernsehsender TV B berichtete am 16. Mai, dass vergangene Woche mehrere Tage lang der Luftraum über Shanghai Sperrungen unterlag. 14 Flüge zwischen Shanghai und Hongkong wurden gestrichen, 42 Flieger hatten Verspätungen. Betroffen war Pudong, Shanghais großer internationaler Airport. Die Chinesen vermuten, dass die Luftraumsperrung mit der „Jagd nach dem großen Tiger“ zu tun hatte – sprich, dass einem hochrangigen Funktionär der Fluchtweg ins Ausland abgeschnitten werden sollte.

Im vergangenen Sommer fielen am 14. Juli über 100 Flüge zwischen Shanghai und Peking aus oder erlebten Verspätungen. Laut Gerüchten versuchte damals der ehemaliger Vize-Militärchef Guo Boxiong, sich mit gefälschtem Pass per Luftweg aus dem Staub zu machen und wurde vom Zoll gestoppt. Er soll sogar als Frau verkleidet gewesen sein.

Nach dem eintägigen Vorfall waren vom 20. Juli bis 15. August 2014 plötzlich zwölf Flughäfen in China von massiven Verspätungen und Streichungen betroffen – hauptsächlich Airports an der ostchinesischen Küste, wie Shanghai, Nanjing, Hangzhou und Qingdao. Gleichzeitig fanden Marine-Manöver im ostchinesischen Meer statt.

Die Hongkonger Zeitung Ming Pao berichtete am 27. Januar 2015, dass die mehrtägige Sperrung „dem großen Tiger Zhou“ geschuldet war: Chinas seit Ende 2013 in Haft befindlicher Ex-Stasichef und Ölpate Zhou Yongkang soll damals, obwohl er schwer bewacht wird, einen Fluchtversuch unternommen haben. Weil Zhou durch seine langjährige Tätigkeit bei Polizei und Justiz noch vielerorts Getreue an Schaltstellen der Macht hat, musste man großflächig zuschlagen und zwölf Flughäfen lahmlegen, um ihn zu schnappen.

Wurde hier Jiang Zemins Flucht vereitelt?

Chinas Netzgemeinde ist sich einig: Auch die diesmalige Luftraumsperrung über Shanghai hat einen ähnlichen Hintergrund und dürfte mit dem Machtkampf zwischen Chinas 88-jährigem Ex-Diktator Jiang Zemin und dem amtierenden Staatschef Xi Jinping zu tun gehabt haben. Anders ist eine solche Spontan-Aktion nicht erklärbar. Die Vermutung lautet, dass Xi im Luftraum über Shanghai interveniert habe, um eine mögliche Flucht Jiang Zemins ins Ausland zu verhindern. Da Jiang innerhalb Chinas immer mehr unter Druck gerät, wäre ein Fluchtversuch seinerseits gut möglich. (Schon vor seiner Pensionierung im Jahr 2002 hatte Jiang Milliardenbeträge in die Schweiz geschafft, für den Fall, dass er irgendwann aus China flüchten muss).

Der 87-jährige Ex-Diktator ist Urheber mehrerer politischer Verbrechen, die sein Nachfolger Xi als drückende Altlast mit sich herumschleppt. Jiang spielte nicht nur eine unrühmliche Rolle nach der Niederschlagung der Studentenproteste von 1989 und in Tibet. Er hat auch die seit 1999 laufende Verfolgung der buddhistischen Meditation „Falun Gong“ zu verantworten. Diese Verfolgung betrifft über 100 Millionen Chinesen und forderte in Gefängnissen und Arbeitslagern über 60.000 Opfer durch Folter und Organraub. Die Dunkelziffer liegt um ein Vielfaches höher.

Das Thema Falun Gong ist Chinas politisches Tabu-Thema Nummer 1. Eine Beendigung der Verfolgung und eine Abrechnung mit den Verfolgern ist langfristig unausweichlich, auch wenn sie von Xi Jinpings Regierung derzeit immer noch hinausgeschoben wird. Jiang Zemin ist die Hauptperson dieser Abrechnung.

Vorsicht Gerüchteküche …

Über Jiang Zemin gab es schon die wildesten Gerüchte, einschließlich seines mehrfach falsch prognostizierten Todes. Eines ist jedoch sicher: Die Luftraumsperrung muss hochkarätige Leute betroffen haben.

Siehe auch: Warum Chinas Tabu-Thema "Falun-Gong" die Welt betrifft

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