ARCHIV_Gao Zhisheng in einem Teehaus in Peking am 7. April 2010. Gao betonte, er wolle nicht über sein Verschwinden diskutieren.Foto: AP Photo/Gemunu Amarasingh

Neue Zeugenaussage von Gao Zhisheng veröffentlicht

Von 12. Januar 2011 Aktualisiert: 12. Januar 2011 2:49

Die „Associated Press“ veröffentlichte am 10. Januar einen Artikel von 1.500 Wörtern über Gao Zhisheng. Sie berichtete über seine schlimme Notlage bis dato und gab einen Überblick über die neuesten Folterungen, denen er unterworfen wurde. Er gab nicht viele Details an, sagte aber, dass sie schlimmer waren als die, die er im Jahre 2007 erlitten und über die er in der Ich-Form geschrieben hatte – so kann man nur vermuten, was sie ihm dieses Mal angetan haben. Die fehlenden Erklärungen machen es für den Leser wahrscheinlich noch qualvoller. Es bricht einem das Herz. Da die AP die Fakten gut wiedergegeben hat, brauchen wir nicht zu paraphrasieren. Wir zitieren einige wichtige Auszüge. China-Agenten aufgepasst.

Die Polizei zog Gao nackt aus und sie schlugen mit ihren Handwaffen in der Pistolentasche auf ihn ein. Zwei Tage und Nächte lang wechselten sie sich dabei ab, ihn zu schlagen und Dinge anzutun, die zu beschreiben er sich weigerte. Als die drei Beamten erschöpft waren, fesselten sie seine Arme und Beine mit Plastiktüten und schmissen ihn zu Boden so lange, bis sie selbst sich genug erholt hatten, um ihn weiter zu misshandeln.

„Das Ausmaß an Grausamkeit ist nicht zu beschreiben, sagte der Rechtsanwalt für Bürgerrechte und seine Stimme, die normalerweise einen festen Ton hat, zitterte. „48 Stunden lang hing mein Leben an einem seidenen Faden.“

Er sagte, dass die Schläge die schlimmsten waren, die er jemals ertragen hatte und dass sie die schlimmste Zeit in den 14 Monaten waren. Sie endeten im vergangenen März. Während der Zeit wurde Gao von chinesischen Behörden an einem geheimen Ort festgehalten. Er beschrieb sein qualvolles Leiden der AP im April 2010, bat aber darum, seinen Bericht nicht zu veröffentlichten, es sei denn, er würde wieder vermisst oder es gelänge ihm, an einen „sicheren Ort“ wie die Vereinigten Staaten oder Europa zu gelangen.

„Warum steckt ihr mich nicht ins Gefängnis?“ hatte Gao einmal die Polizei in Peking gefragt. Sie sagten: „Du ins Gefängnis? Das ist ein Traum. Dafür bist du nicht gut genug. Wann immer wir wollen, dass du verschwindest, so wirst du verschwinden.“

Die schlimmste Zeit von Gaos Verschwinden von 2009 bis 2010 begann auf einem Spaziergang am 25. September. Eine Gruppe von Uiguren, eine zum größten Teil muslimische Minderheit, kam auf ihn zu und versetzte ihm einen Stoß in den Magen. Dann legten sie ihm Handschellen an, banden ihm den Mund und die Augen zu und brachten ihn in einen oberen Raum des Gebäudes. Dort begann dann eine Woche von Misshandlungen, die ihren Höhepunkt in der 48-stündigen Misshandlung mit Schlägen mit der Pistole und mit anderen Misshandlungen erreichten.

Im Frühsommer brach zwischen den Uiguren und der Mehrheit der Han-Chinesen Gewalt auf beiden Seiten aus und die Stimmung in der Stadt war angespannt. Aber Gao erklärte, er wisse, dass seine Angreifer Polizisten in Zivil waren. Er sagte: „Banditen würden nie Handschellen gebrauchen.“

Seine Kidnapper behaupteten ihm gegenüber, dass sie Mitglieder einer Anti-Terror Gruppe seien und brüsteten sich mit ihren brutalen Verhörmethoden.

Gao berichtete, dass die Folter schlimmer war als im Jahre 2007, als die Sicherheitskräfte seine Genitalien mit Elektroschockern malträtierten und brennende Zigaretten ganz nah an seine Augen hielten, so dass er zeitweilig blind wurde.

Beachten Sie den Zeitpunkt dieser Veröffentlichung! Sie kommt kurz nachdem das Geschrei wegen Liu Xiaobo und des Friedensnobelpreises sich gelegt hat und nur eine Woche bevor Hu Jintao die Vereinigten Staaten besucht. Wird Präsident Obama Gaos Fall ihm gegenüber öffentlich ansprechen?

Es gehörte immer schon zum Repertoire derjenigen, die die Gräueltaten der KPCh gegen Menschenrechte herunterspielen, damit zu argumentieren, – und manchmal sehr deutlich – dass kein Präsident der Vereinigten Staaten oder irgendeine Regierung sich für einen besonderen expliziten Fall einsetzen darf. Das heißt also, dass der Präsident sich allgemein zu der Verdammung von Menschenrechtsvergehen äußern kann, aber nicht auf der Seite eines besonderen Dissidenten stehen darf und dass er nicht als der Unterstützer eines besonderen Dissidentenfalles angesehen werden darf.

Diese öde Logik zeigt sich auch im vorliegenden Fall. Menschenrechte auf diesem Level sind keine abstrakte Idee, um ein gehorsames Lippenbekenntnis abzugeben. Wir sehen hier, dass das Nennen dieser Misshandlungen eine enorme Tragweite für bestimmte individuelle Personen hat. Denn dann würde der Fall des einzelnen Individuums nicht nur gelöst, sondern die Geste wäre von sehr großer symbolischer Macht. (Wenn der Fall gelöst würde, würden sie befreit und könnten China verlassen, es würden nicht länger Zigaretten direkt an ihre Augen gehalten oder ihre Genitalien mit Elektroschockern behandelt etc.) Was kann die KPCh denn sagen, wenn Obama die Folter Gaos direkt anspricht und die Freilassung des Mannes fordert? Propagandisten der KPCh sagen oft, dass sich die Vereinigten Staaten nicht wirklich um die Menschenrechte kümmern, sondern sie einfach benutzen, um sie als Keule gegen China einzusetzen. Ist das tatsächlich so? Aber wenn man einen spezifischen Fall vorbringt und erklärt, wie schrecklich und ungerecht er ist und warum dieser Mensch, um den es geht, entlassen werden sollte, was könnten die miesen Kerle dann erwidern?

Ein Buch von Gao Zhisheng, Chinas Hoffnung, Mein Leben und Kampf als Anwalt im größten kommunistischen Staat, erschien 2008 im Agenda Verlag ISBN 978-3-89688-355-1, 14,95 €

Originalartikel auf Englisch: Gao Zhisheng’s Tortures

 

 


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