Neue Zeugenaussagen zum Organraub

Im Frühjahr 2006 enthüllte die Epoch Times zum ersten Mal das Verbrechen des Organraubs unter dem Regime der Chinesischen Kommunistischen Partei an lebenden Falun Gong-Praktizierenden. Seitdem gibt es immer wieder neue Hinweise darauf.
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(Nicholas Roberts/AFP/Getty Images)
Von 28. Juni 2008

Vor Kurzem meldete sich ein Zeuge aus der Stadt Wuxi in der Provinz Jiangsu und berichtete, was er während seiner Untersuchungshaft im Untersuchungsgefängnis Nr. 2 in der Stadt Wuxi entdeckte. Nach seiner Aussage fanden viele Fälle von Organraub im Jahr 2002 statt.

Er wurde von 2005 – 2007 gefangen gehalten, weil er sich gegen Chinas verfassungswidrige Kontrolle von Redefreiheit und Medienfreiheit ausgesprochen hatte. In dieser Zeit erfuhr er, dass Organraub nicht nur an zum Tode verurteilten Gefangenen begangen wurde, sondern auch an Falun Gong-Praktizierenden. Um die Sicherheit seiner Familie in China nicht zu gefährden, werden wir seinen Namen nicht nennen.

ET: Unter welchen Umständen konnten Sie etwas über den Organraub an Falun Gong-Praktizierenden herausfinden?

Zeuge: Zwischen März 2005 und Frühjahr 2007 wurde ich illegal im Untersuchungsgefängnis Nr. 2 in der Stadt Wuxi gefangen gehalten. Mir wurde noch mehr Unrecht zuteil, als mich die boshaften Gefängniswächter immer wieder in eine andere Zelle verlegten und den dortigen Insassen sagten, ich wäre verrückt und sie sollten nicht mit mir reden, sondern mir meine Zeit schwer machen. Ich wurde in 17 verschiedenen Zellen eingesperrt. Langzeitgefangene erzählten mir, dass in jeder Zelle zwischen 2002 und 2003 Organraub an zwei oder drei Falun Gong-Praktizierenden begangen wurde.

ET: Wie kamen Sie auf dieses Thema?

Zeuge: Im Untersuchungsgefängnis muss jeder Insasse mindestens zweimal im Jahr körperlich untersucht werden. Während dieser Untersuchung erzählten mir ältere Insassen leise: „Es ist die Zeit für den Organraub an diesen Menschen. Schau dir diese starken jungen Männer an. Sie werden dem Organraub zum Opfer fallen.“

ET: Wer waren diese „starken jungen Männer“?

Zeuge: Zum Tode verurteilte Gefangene und Falun Gong-Praktizierende. Die Ärzte untersuchten diese Menschen sorgfältig, aber andere Insassen beachteten sie kaum. Es ist kein Geheimnis mehr, dass Organraub an zum Tode verurteilten Gefangenen begangen wurde. Die Hinrichtungen werden jedes Jahr vor dem chinesischen Neujahr und am 1. Oktober vollzogen, weshalb die körperlichen Untersuchungen immer im Januar und September durchgeführt werden. Dann überprüfen Ärzte die Gesundheit der Gefangenen um zu entscheiden, welche Körperteile für Organtransplantationen verwendet werden können. Diese älteren Insassen haben festgestellt, dass Falun Gong-Praktizierende ungewöhnlich sorgfältig untersucht werden. Das bedeutet, dass sie möglicherweise die Zielgruppe sein können.

ET: Woher wussten diese älteren Insassen, dass der Organraub an Falun Gong-Praktizierenden durchgeführt wurde?

Zeuge: Falun Gong-Praktizierende haben ihren eigenen spirituellen Glauben. Jene Insassen glauben jedoch, dass sie einfach stur sind. Für ihre Freilassung müssten Falun Gong-Praktizierende nur eine Garantieerklärung unterschreiben, dass sie nie mehr Falun Gong praktizieren, das tun sie aber nicht. Deshalb werden sie geschlagen und gefoltert. Manchmal bekommen sie von den Wächtern kein Essen oder nur Schweinefutter oder verschimmelte Nahrung. Ich weiß zum Beispiel, dass in jedem Untersuchungsgefängnis in Wuxi zwei Wächter die Aufgabe haben, Häftlinge zu schlagen. Sie schlagen und foltern Praktizierende bis sie fast tot sind. Manchmal erleiden die Gefangenen innere Verletzungen, aufgrund derer sie nicht mehr essen können. Manchmal wurden ihre Lippen und ihr Mund durch harte Tritte verletzt, sodass sie nicht essen können. Nach dem Verabreichen von Salzlösungen über einen Zeitraum von zwei Tagen hören die Wächter damit auf und ignorieren sie. Bis dahin sind diese Praktizierenden halbtot. Am nächsten Tag werden sie aus der Zelle geschleppt und ihrer Organe beraubt. Wir sehen sie nie wieder.

ET: Wie können diese Insassen sicher sein, dass diese Praktizierenden wegen ihrer Organe getötet wurden, anstatt entlassen worden zu sein?

Zeuge: Sie fragen mich, wie sich die langjährigen Insassen sicher sein können, dass diese Praktizierenden wegen ihrer Organe getötet wurden, anstatt entlassen worden zu sein? Erstens versprechen diese Menschen nicht, mit dem Praktizieren von Falun Gong aufzuhören, sodass es für sie keine Möglichkeit gibt, entlassen zu werden. Zweitens werden Praktizierende in ein isoliertes Zimmer gebracht. Viele Ärzte in weißer Kleidung versammeln sie in diesem Zimmer und man sieht sie nie wieder. Eines Tages wurde ein neuer Praktizierender in unsere Zelle gesperrt. Er erzählte uns, dass die Familie eines Praktizierenden draußen mit den Wächtern diskutierte. Sie fragten, warum ihr Verwandter so plötzlich gestorben sei und warum sein Körper verbrannt wurde, bevor ihn die Familie sehen durfte. Die Insassen waren verwirrt. Schließlich war dieser Praktizierende noch am Leben, als er vor zwei Tagen aus der Zelle gebracht wurde. Wie konnte er so plötzlich sterben? Er musste ermordet worden sein. Warum verweigerten sie seiner Familie das Recht, seinen Körper vor der Verbrennung zu sehen? Es ist deshalb, weil ihm die Organe entnommen wurden. Denken Sie einmal nach. Sie entnehmen hingerichteten Gefangenen die Organe, warum sollten sie nicht noch einen Schritt weiter gehen?

ET: Passierte das in jeder Zelle? Und wie oft?

Zeuge: Ich war zwei Jahre inhaftiert und saß in 17 verschiedenen Zellen. In jeder Zelle erzählte ein Insasse oft mehr als nur eine wahre Geschichte über Praktizierende, die wegen ihrer Organe getötet wurden. Obwohl ich die Verbrechen nicht selbst bezeugen kann, sah ich doch, wie schwer sie Falun Gong-Praktizierende schlugen. Die Wächter banden sie auf ein Brett, dehnten ihre Gliedmaßen und ließen sie stundenlang festgebunden liegen. Sie durften nicht auf die Toilette gehen. Ich habe auch Wächter beobachtet, die Falun Gong-Praktizierende zwangsernährten, indem sie ihnen mit scharfen Bambusspitzen den Mund aufsperrten oder ihnen den Mund mit Holzklötzen zustopften. Ich habe keine Ahnung, ob sie diese Methoden immer noch anwenden.

ET: Mit anderen Worten – die Insassen der Untersuchungsgefängnisse wussten vom Organraub an lebenden Falun Gong-Praktizierenden schon im Jahr 2002, bevor dieses Verbrechen in der Welt bekannt wurde?

Zeuge: Das stimmt. Die Insassen der Untersuchungsgefängnisse wussten schon im Jahr 2002 davon. Als ich die Berichte über den Organraub las, nachdem ich China verlassen hatte, war ich von diesen Berichten und auch von ihrer Genauigkeit vollständig überzeugt.

(Nicholas Roberts/AFP/Getty Images)
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