Bilder des Schauprozesses gegen Jang Song-thaek flimmerten am 12. Dezember über die Bildschirme in Südkorea.Foto: AFP / Getty Images

Nordkorea-Insider: „Hunde zerfleischten Onkel von Diktator Kim“

Von 13. Dezember 2013 Aktualisiert: 13. Dezember 2013 14:01

Der zweitmächtigste Mann Nordkoreas ist tot. Gestern bestätigte die staatliche Nachrichtenagentur Nordkoreas offiziell, dass Jang Song-thaek, der Onkel des Dikators Kim Jong Un, hingerichtet wurde. Der Spitzenfunktionär war am 8. Dezember all seiner Ämter enthoben worden. Zwei weitere hochrangige Regierungsmitglieder flohen daraufhin nach China. Dass Diktator Kim einen engen Angehörigen elimiert, schockiert vor allem im Nachbarstaat Südkorea.

Er starb in den vergangenen Tagen

Die Nachricht von Jangs Hinrichtung wurde gestern offiziell. Nordkoreas offizielle Staatszeitung „Labour News“ veröffentlichte am 13. Dezember ein Foto, das Jang Song-thaek in Handschellen im Klammergriff zweier Polizisten zeigte. Jang soll bei einem Schauprozess zum Tode verurteilt und sofort hingerichtet worden sein. Wann genau, ist jedoch unklar.

Die Hongkonger Tageszeitung Apple Daily berichtete grausige Details und berief sich dabei auf Insiderinformationen der chinesischen Regierung.: Jang sei von einem Geheimkommando unter der Führung von Kims Bruder verhaftet worden. Das Verfahren gegen ihn habe außerhalb des gesetzlichen Rahmens stattgefunden. Auch das Todesurteil wurde nicht öffentlich, sondern „regierungsintern“ vollstreckt.

Jang sei zusammen mit fünf Vertrauten nackt in einen Eisenkäfig gesperrt worden. Dann hätte man 120 Hunde, die seit drei Tagen nichts gefressen hatten, in den Käfig gelassen. Diese hätten die Todeskandidaten innerhalb einer Stunde restlos zerfleischt. Diktator Kim, seine Frau und über 300 Funktionäre hätten dem Horror-Szenario beigewohnt.

Zwei Minister nach China geflohen

Auch ein südkoreanischer Sender berief sich bei seinem Bericht vom 11. Dezember auf Insider-Information aus China: Nachdem Jang am 8. Dezember von allen Ämtern entfernt worden war, seien zwei nordkoreanische Minister nach China geflohen. Es handelte sich um den Leiter der Nationalen Planungkommission Lu und den Minister für Chemieindustrie Li. Beide hätten in China Asyl bekommen.

Entmachtung einer Autorität

Jang Song-thaek galt bisher als zweitmächtigster Mann Nordkoreas. Der 67-Jährige war lange Zeit der Mentor von Kim Jong Un und hatte den heute circa 30-jährigen, jüngsten Sohn von Kim Jong Il zu dessen Nachfolger aufgebaut. Jang war der Ehemann von Kims leiblicher Tante. Beobachter vermuteten, dass Kim zunächst unter Aufsicht des erfahrenen Jang regieren würde, denn der Onkel war seit über 40 Jahren politisch aktiv und besaß ein Netzwerk aus 10.000 Getreuen. Zuletzt stand er an der Verwaltungsspitze der kommunistischen „Arbeiter-Partei“ Nordkoreas und pflegte speziell die Beziehung zu China .

Um ihn zu beseitigen, wurde Jang nun eine ganze Liste von Vergehen zur Last gelegt: Sie reichte von Korruption und Umsturzabsichten bis zu Drogenabhängigkeit und sexuellen Ausschweifungen. „Er hat die Partei und die Revolution verraten“, hieß es in Nordkoreas Staatszeitung Labour News schon am 10. Dezember über ihn. Und obwohl China seinen zwei Ministern Asyl gewährte, wetterte auch die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua gegen Jang: „Das nordkoreanische Volk schimpft auf den Onkel und würde für Diktator Kim bereitwillig sein Leben opfern“, behauptete Xinhua-Net am 11. Dezember.

Südkorea unter Schock

Für Geschwisterstaat Südkorea ist die Hinrichtung von Jang ein Schock: "Die Regierung ist zutiefst besorgt angesichts der jüngsten Entwicklungen in Nordkorea und beobachtet die Lage genau", sagte das Vereinigungsministerium in Seoul am Freitag dazu. Man befürchtet, dass Jangs Hinrichtung die Spannungen in der Region verstärken könnte. Der Hinrichtung Jangs waren Todesurteile gegen zwei seiner Vizeminister vorangegangen.



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