Plant Chinas Militär auf dieser Karte den 3. Weltkrieg?

Von und 4. März 2014 Aktualisiert: 4. März 2014 15:39

Als unerwartet spannend entpuppte sich am 25. Februar eine Sendung des chinesischen Staatsfernsehens CCTV: Auf Kanal 7, dem Militär und Landwirtschaftsprogramm, lief im Magazin „Militär aktuell“ ein Bericht über eine Fortbildung für hochrangige Militärs. Die Sendung war in einem Büro von Armeemitgliedern gedreht worden und zeigte die üblichen verdächtigen Funktionäre in Uniform, vor ihnen am Tisch Papiere und Thermoskannen. 

Doch da war ein Detail, das die Zuschauer stutzig werden ließ:

Eine Weltkarte im Hintergrund warf mit ihren auffälligen Markierungen in Form von Pfeilen, Kreisen und Zonen die Frage beim Fernsehpublikum auf: Ist dies ein potentieller Kriegsplan Chinas ? Und wenn ja: Wie konnte er einfach so ins Fernsehen gelangen? Ein Sturm von Online-Diskussionen in der Socialmedia war die Folge.

Interpretationen im Internet

„Das ist aber ein großer Geheimnisverrat – das ist die Karte für den Weltkrieg zwischen China und den USA!“, schrieb ein User. „Das sieht sehr interessant aus“, meinte ein anderer und analysierte: „Im Zentrum befinden sich die Senkaku-Inseln. Von ihnen ausgehend gibt es insgesamt vier Bereiche für Luft- und Wasserkampf. Im zweiten Bereich befindet sich das japanische Meer, inklusiv einer Militärbasis in Japan. Der dritte Kreis umschließt einige japanische und US-amerikanische Militärbasen auf den Philippinen mit ein. Der vierte Kreis schließt das gesamte Land Japan mit ein.“

Sechs Zahlen, die man außerdem auf der Karte erkennen konnte, interpretierte er als die potentiellen Kriegsgebiete Ostchina, Südostchina, Südchinesisches Meer und die Straße von Malakka – eine Meerenge in Südostasien zwischen der Malaiischen Halbinsel und der Nordostküste von Sumatra. Außerdem gebe es Ziele in Mittelasien und Russland.

[–Kriegspläne sollen von interner Krise ablenken–]

Die Spekultionen um einen chinesischen Plan für den 3. Weltkrieg kommen nicht von ungefähr: In letzter Zeit häuften sich angesichts des Inselstreit mit Japans und der daraufhin ausgerufenen Luftüberwachungszone die Gerüchte, dass Peking mehr plant, als die Rückeroberung der fünf unbewohnten Felsbrocken im ostchinesischen Meer. Allerdings standen alle aufsehenerregenden Aktionen und Gerüchte der vergangenen Monate in einem zeitlichen Zusammenhang zu anderen innenpolitischen Ereignissen:

Die Luftüberwachungszone wurde zum Beispiel in einem Moment ausgerufen, als Präsident Xi Jinping nicht in Peking weilte. Widersprüchliche Statements aus Verteidigungs- und Außenministerium offenbarten später, dass der Präsident mit ihrer Einrichtung überrascht wurde. Beobachter sahen in der Luftüberwachungszone einen Akt der Jiang Zemin-Clique, die versucht, in China absichtlich politisches Chaos zu stiften, um den Ruf Xi Jinpings auf internationaler Ebene zu schädigen.

Erzfeinde Japan und USA

Japan und die USA sind die Lieblingsfeindbilder, die von der Kommunistischen Partei Chinas bemüht werden, um von internen Krisen abzulenken. Kriegsstimmung wurde im Oktober mit dem Film „Silent Battle“ geschürt, in dem das Bild vom „Erzfeind USA“ beschworen wurde. Im November tauchte während des „3. Plenums“ der KPCh ein internes Dokument auf, in dem es hieß, die USA würden „Chinas militärischen Sturz“ und eine Bombardierung Pekings planen.

[–Warum die USA zu viel wissen–]

Neues Futter bekam der Hass auf die Amerikaner im Februar 2012: Damals flüchtete der Polizeichef von Chongqing, Wang Lijun, ins US-Konsulat von Chengdu, weil er die Abrechnung seines Vorgesetzten Bo Xilai fürchtete.

Er übergab den Amerikanern zahlreiche Geheimakten über die Verbrechen des mittlerweile verurteilten Bo Xilai und des damaligen Stasi-Chefs Zhou Yongkang: Es waren Informationen zum Massen-Organraub an lebenden Falun Gong-Praktizierenden und zu den Putschplänen gegen Xi Jinping.

Die Befürchtung der in die Verbrechen involvierten Jiang Zemin-Clique ist seitdem, dass die Amerikaner das KPCh-Regime sofort stürzen könnten, wenn sie die Wahrheit über die Todeslager und die Machtkämpfe hinter den Kulissen der Partei veröffentlichen würden.

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