Pressekonferenz Petitionssuchender von der Polizei verhindert

Von und 8. März 2008
„Wir wollen das Recht zum Leben haben“

„Unrecht! Unrecht! Unrecht!
Wir wollen die Wahrheit haben!
Wir wollen die Freiheit haben!
Wir wollen das Recht zum Leben
haben!“

„Die Dorftyrannen skrupellos, enteignen meinen Boden, besetzen mein Haus.

Sie schlugen mich, aber klagten mich an. Die unschuldige verkaufte Tochter, unfreiwillig unterschrieb ich die Vereinbarung.
Das Gericht wie ein Tor der Hölle, Schwarz und Weiß umgedreht, keine menschliche Welt.

Ungerechtes Urteil, meiner Rechte beraubt, nur die illegale Vereinbarung bleibt übrig…“

So steht es auf dem Papier, das diese Menschen in der Hand halten. Sie werden in China als „Fang Min (Petitionsuchende)“ bezeichnet. Auf die primitivste Weise sprechen sie ihre Bitten und Forderungen aus. Sie sind aus ganz China nach Peking gekommen und wollten an einer geplanten Pressekonferenz, die am 28. Februar unter freiem Himmel in der Nähe der Ostbrücke von Gongyi am Stadtrand von Peking stattfinden sollte, teilnehmen. Die Menschenrechtssituation in China bekannt zu machen, sollte das Motto der Pressekonferenz sein. Diese scheiterte jedoch, da die Polizei vorher Wind davon bekommen hatte. Die Petitionsuchenden und die ausländischen Journalisten konnten sich dem Veranstaltungsort nicht mehr nähern.

„Heute ist viel Polizei hier. Sie umstellten die Gebiete in der Nähe des Treffpunkts,“ erzählte Cheng Yingcai. „Etwa sechs bis sieben Polizeifahrzeuge sind in der Nähe geparkt. Die Petitionsuchenden wagten nicht, sich dem Platz zu nähern. Die heutige Aktion wurde gewaltsam unterbunden.“ Cheng Yingcai ist ein Bittsteller aus der Provinz Hebei, zu der die Städte Peking und Tianjin gehören.

Ausländische Presse

„Heute kamen vier fünf Busse mit Bittstellern. Viele wurden gleich nach dem Verlassen der Busse von der Polizei verhaftet. In unserer Gruppe, die entkommen konnte, waren wir dreißig“, sagte Chen Lianqing, ein Bittsteller aus Hubei.

Trotz der strengen Kontrolle der Polizei hatten sich Hunderte von Bittstellern in den Wäldern und den Straßen um die Ostbrücke von Gongyi verstreut. Eine dieser Gruppen wurde von einem japanischen Journalisten interviewt.

Nach Angaben eines Menschenrechtsaktivisten, der am Ort des Geschehens war und nicht genannt werden will, bemerkten einige Bittsteller, die sich in den Wäldern versteckt hatten, einen Journalisten der Nachrichtenagentur Kyodo. Ihn hatte die Geheimpolizei in Zivil nicht entdeckt. Die Petitionierenden gingen auf ihn zu. Das Interview endete nach 20 Minuten, als jemand warnte: „Polizei kommt!“

„Der japanische Journalist versteckte seine Kamera unter seiner Achsel. Nachdem er die schriftlichen Petitionen der Bittsteller erhalten hatte, einige Fotos geschossen und er für eine kurze Weile mit ihnen geredet hatte, eilte er davon“, sagte der Menschenrechtsaktivist.

Ein Tag vor der Pressekonferenz wurde ein Petitionsbrief mit 12.709 Unterschriften an die Staatsführung geschickt. Anlaß sei die Zusammenkunft des Nationalen Volkskongresses und der Politischen Konsultativkonferenz am 3. März.

12.709 Petitionsuchende fordern Menschenwürde

Der Kongress wurde aufgefordert, dem chinesischen Volk die grundlegenden Menschenrechte wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit zu geben, das Arbeitslager-System abzuschaffen und die verfassungswidrigen Bestimmungen in der Petitionsverordnung zu ändern. Die Pressesprecherin der Petitionsaktion wurde frühmorgens am 28. Februar in ihrer Wohnung in Peking von der Polizei abgeführt und ihr Verbleib ist bis heute unbekannt.

Text erschienen in Epoch Times Deutschland Nr. 10 (5.-11.Mrz. 2008)




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