Heiraten im schönsten Hollywoodstil steht in China an erster Stelle.Foto: MARK RALSTON/AFP/Getty Images

„Rent a Friend“ für das Frühlingsfest in China

Von 28. Januar 2012 Aktualisiert: 28. Januar 2012 17:46

Das chinesische Neujahr, das Frühlingsfest am 23. Januar, ist der Grund für einen interessanten Boom in den Städten in China. „Rent a Friend“ für das Frühlingsfest heißt das neue Geschäftsmodell. Viele junge Menschen in China sehen darin eine gute Möglichkeit, um ihre besorgten Eltern zufriedenzustellen und sind bereit, eine Menge Geld dafür zu bezahlen.

Viele Eltern in China machen sich Sorgen um ihre erwachsenen Kinder, die wegen steigendem Erfolgsdruck auf dem Arbeitsmarkt keine Zeit mehr haben, einen Partner zu finden. Daher ziehen die chinesischen Eltern in öffentlichen Parks im Rahmen privater „Partnerbörsen“ einen schwunghaften Tauschhandel mit Fotos ihrer Sprösslinge auf und vereinbaren für die ahnungslosen Kinder Verabredungen mit ihrer Meinung nach geeigneten Kandidaten. Viele junge Menschen sind von dem missionarischen Eifer ihrer Eltern alles andere als begeistert und suchen daher einen Partner auf Zeit, den sie am Frühlingsfest mit nach Hause nehmen und den Eltern und Verwandten zeigen können, um endlich Ruhe zu haben.

Die Webseite Taobao, die in China inzwischen so populär ist, wie E-bay bei uns, springt in die Bresche und vermittelt Kontakte zwischen Suchenden und potentiellen „Friends to Rent“. „Greif schnell zu! Deine Eltern haben sich doch so lange um dich gekümmert. Das Beste, was du für sie tun kannst, ist, einen Freund mit nach Hause zu bringen … Registriere dich schnell bei Taobao und bestelle!“, so wirbt diese Webseite.

Ein Journalist der „Bandao-Morgenzeitung“ recherchierte über verschiedene Männer, die sich mieten lassen wollen. Ein Mann aus der Provinz Shandong meinte, sein Ziel sei eine kostenlose Reise und die Mieterin müsse nur die Fahrtkosten übernehmen. Ein Mann aus Peking stellt da schon höhere Ansprüche. Fahrtkosten, Essen und Übernachtung seien nur das Basisangebot. Andere stellen sogar eine detaillierte Preisliste online. Danach kostet beispielsweise einmal Händchenhalten drei Yuan, einmal Umarmen fünf Yuan, einmal Küssen zehn Yuan, Schlafen: in einem gemeinsamen Bett kostenlos, auf einem getrennten Bett 50 Yuan pro Nacht, auf einer Couch 80 Yuan pro Nacht …

Dieses Geschäft ist risikobehaftet, wie jedes andere Geschäft auch. Nach Berichten von Newssc.org mietete Frau Wang einen Freund für 10.000 Yuan (etwa 1000 Euro) für das Frühlingsfest im Jahr 2009 unter der Voraussetzung, dass ihre Familie nichts davon erfahren sollte. Er hatte nicht darauf geachtet und dadurch entdeckte ihre Familie, dass er kein richtiger Freund war. Der Mann klagte Frau Wang später vor Gericht an, weil sie ihn deswegen nicht bezahlt hatte …

 

 



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