Chen Guangbiao singt auf seiner New Yorker Pressekonferenz am 7. Januar Karaoke - eine parteitreue Eigenkomposition.Foto: Samira Bouaou / Epoch Times

Schräge Propaganda: Chinas „Menschenfreund Nr. 1“ in New York

Von und 8. Januar 2014 Aktualisiert: 8. Januar 2014 17:00

Chinas selbsternannter „Menschenfreund Nr. 1“, Chen Guangbiao, ist bekannt für seine schrillen Auftritte. Der Millionär ist Chef der Jiangsu Recycling Company und schreckt vor keinerlei Peinlichkeit zurück, wenn es darum geht, das Image seines Heimatlandes – beziehungsweise dessen regierenden Regimes – aufzubessern.

Nun ließ Chen, der vor wenigen Tagen noch angekündigt hatte, die New York Times kaufen zu wollen, bei einer Pressekonferenz am 7. Januar eine Propaganda-Lüge der chinesischen Machthaber wieder aufleben: Im Großen Ballsaal des JW Marriott Essex House Hotels in Manhattan ging es um die sogenannte „Selbstverbrennung auf dem Platz des Himmlischen Friedens“ in Peking vom Januar 2001. Chen kündigte bei der Konferenz an, Geld für Gesichts-OPs der Opfer der „Selbstverbrennung“ spenden zu wollen. Dies tat er, nachdem er im Karaoke-Stil ein selbst komponiertes Lied gesungen und auf Japan geschimpft hatte.

Revival der „Selbstverbrennungs“-Lüge

Das beim sogenannten „Selbstverbrennungs-Vorfall“ auf dem Platz des Himmlischen Friedens Menschen zu Schaden kamen, ist unbestritten, allerdings bezweifeln Analysten die Glaubwürdigkeit der gesamten Geschichte. Nachforschungen sowie Analysen des Videomaterials, das der chinesische Staatssender CCTV von dem Vorfall sendete, ergaben über 50 fragwürdige Punkte, die eine Propaganda-Inszenierung nahelegen.

Es wurde behauptet, dass die „Selbstverbrennungs-Opfer“ Falun Gong-Praktizierende gewesen seien, die geglaubt hätten, „auf direktem Weg in den Himmel zu kommen“, wenn sie sich selbst anzünden. Die Auswahl des Personals (mit Frauen und Kindern) war psychologisch geschickt, die Sendezeit verräterisch: Während der Feiertage zum chinesischen Neujahr 2001, in einem Moment als Chinas Familien viel Zeit hatten, gemeinsam fernzusehen.

Mit der „Selbstverbrennung“ rechtfertigte die Kommunistische Partei fortan ihre seit 1999 schleppend laufende Verfolgungskampagne gegen die Qigong-Methode, die mit 100 Millionen Anhängern höchste Popularität besaß. Durch die „Selbstverbrennung“ und die darauffolgende Berichterstattung gelang es dem Regime, Falun Gong als „üble Sekte“ zu diffamieren und die öffentliche Meinung zu manipulieren.

Zwei Chinesinnen mit entstellten Gesichtern

Chen brachte zu seiner New Yorker Pressekonferenz zwei durch Brandverletzungen entstellte Frauen mit, die angeblich Mutter und Tochter sein sollen. Sie wurden als Hao Huijun und Chen Guo vorgestellt und standen herum wie Schaufensterpuppen. Ob sie tatsächlich bei dem Vorfall vor 13 Jahren dabei waren, kann für Außenstehende nicht festgestellt werden, da das Regime alle Details der Geschichte strikt kontrolliert. Auch wurde schon damals die Anzahl der beteiligten Personen von erst offiziell fünf, auf später sieben nach oben korrigiert.

New York Times will nichts von Chen wissen

Die New York Times hielt sich derweil bedeckt, was Chens Kaufabsichten betraf: Dort bekam er nicht einmal einen Termin. "Wenn ich die Times übernehme, wird die Zeitung nur die Wahrheit berichten und alle Informationen verifizieren müssen", hatte Chen laut der Nachrichtenagentur Reuters im Vorfeld gesagt und angekündigt: "Wenn das Geschäft nicht zustande kommt, werde ich nach einem anderen glaubwürdigen und einflussreichen Medienunternehmen in den USA suchen."



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