Schwarze Liste verbotener Begriffe in Chinas größter Suchmaschine

Epoch Times15. May 2015 Aktualisiert: 31. März 2018 17:47
„Free Gate" heißt die Software, mit der Chinesen bislang die "Große Firewall" der staatlichen Stellen Chinas umgehen konnten. Aber danach googlen kann in China keiner, der Begriff steht auf einer Schwarzen Liste von Begriffen.

Der in New York ansässige unabhängige chinesischsprachige Fernsehsender New Tang Dynasty Television (NTDTV), erhielt bereits 2009 eine Liste politisch heikler Begriffe, die von Chinas größter Internet Suchmaschine, Baidu.com, überwacht und zensiert werden. Außerdem wurden auch interne Vorschriften, die Baidus Zensuroperationen ausführlich regeln, dem Sender zugespielt.

Ganz oben auf der schwarzen Liste steht „Chinesische Kommunistische Partei“. Begriffe wie „aus der Chinesischen Kommunistischen Partei austreten“ und „die Chinesische Kommunistische Partei auflösen“ stehen ebenfalls oben auf der Liste. Die „Neun Kommentare“, die „Epoch Times“ und „Gao Zhisheng“ sind ebenfalls in Spitzenpositionen.

Laut einem Bericht von NTDTV vom 4. Mai werden die gefilterten politisch heiklen Begriffe in 13 Kategorien aufgeteilt, einschließlich solcher, die zu folgenden Begriffen in Beziehung stehen: Konterrevolutionäre Aktivitäten, Menschenrechte und Petitionen, das Tiananmen-Massaker vom 4. Juni, Falun Gong, ethnische und auf Rassen bezogene Beziehungen, militärische Geheimnisse und Organhandel.

Unter die Kategorie konterrevolutionärer Aktivitäten, die zensiert werden, fallen „das Ende der Herrschaft der Kommunistischen Partei“, „Diktatur“, „Ein-Partei-System“, „die Partei nicht zu lieben“, „Menschenrechte in China“, „Tyrannei“, „Herrschaft der Regierung“, „Gehirnwäsche“ und weitere Begriffe.

In der Kategorie Falun Gong sind alle Begriffe auf der Liste, die sich auf das Praktizieren von Falun Gong beziehen. Begriffe, die sich auf die Verfolgung der Praktizierenden beziehen, wie „Entnahme von Nieren von lebenden Menschen“, „Gao Zhisheng“, „Neun Kommentare“ und „Free Gate“ gehören auch dazu.

Es gibt eine spezielle Kategorie für Begriffe, die mit dem Organhandel zu tun haben. Diese Kategorie verdeutlicht die Furcht der Kommunistischen Partei vor den Folgen des Organraubs bei lebenden Falun Gong Praktizierenden.

Wie funktioniert die Zensur bei Baidu?

„Zuerst muss man sich über das Hauptziel, das derzeit bekämpft werden soll, klar sein. Man sucht dann dazu zielgerichtet die Begriffe aus“. Diese Arbeitshinweise stehen in der bisher geheimen Vorschrift von Baidu, genannt „Die Methode und Technik zum Filtern der Begriffe“.

„Wenn man zum Beispiel nach dem Begriff ‚Kommunistische Partei‘ sucht, werden auch Artikel, die solche Begriffe wie ‚Kommunistische Partei stürzen‘ oder ‚Kommunistische Partei zerschlagen‘ beinhalten, herausgefunden. Obwohl die Suche auf diese Weise eine viel höhere Anzahl an Treffern hat, kann man dadurch vermeiden, dass viele Artikel nicht bemerkt werden. Die Köpfe der Internetbenutzer sollen vernünftig eingeschätzt werden“, lautet die weitere Vorschrift.

Nach einer weiteren Vorschrift von Baidu wird die Arbeit des Wachpersonals monatlich, beziehungsweise jedes Quartal, nach den „Maßstäben zur Prüfung der Leistungen des Wachpersonals der Internetblogs“ überprüft und mit Punkten benotet.

„Für jeden Kommentar, der zu spät gelöscht wird oder gar nicht gelöscht wird, welcher aber eigentlich gelöscht werden sollte, bekommt man einen Minuspunkt“, lautet das konkrete Punktsystem.

Die Angestellten, die innerhalb eines Monats drei grobe Fehler begangen haben, können von der Abteilung fristlos gekündigt werden. Darüber hinaus werden jedes Quartal der beste Mitarbeiter, zwei gute Mitarbeiter und der beste Anfänger gelobt und mit einer Prämie ausgezeichnet.

Zensur von Baidu an der Spitze

Das Citizen Lab der Universität Toronto veröffentlichte im vergangen Jahr das Untersuchungsergebnis über die Zensurmodelle einiger großer chinesischsprachiger Suchmaschinen wie Google, Microsoft, Yahoo und Baidu.

Das Citizen Lab ist ein interdisziplinäres Institut, angesiedelt im Munk Centre für Internationale Studien an der Universität von Toronto, Kanada.

Die Untersuchung zeigt, dass sich alle diese Suchmaschinen der Zensuranforderung der Kommunistischen Partei Chinas auf unterschiedliche Art und Weise anpassen und die von ihnen gefilterten Suchergebnisse sogar über die offiziellen Anforderungen hinausgehen.

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Dabei liegt Baidu an der Spitze und über 26 Prozent der überprüften Texte werden als Suchergebnisse herausgefiltert. Danach folgen Yahoo, Google und MSN.

Umgehen der Zensur

Bill Xia, ein Computerexperte aus den USA, der die Software Dynamic Web entwickelt hat, mit deren Hilfe man die Internetzensur des chinesischen Regimes überwinden kann, glaubt, dass das Regime trotz seiner Bemühungen sein Ziel nicht erreicht hat. Dank der großen Menge an Software wie Dynamic Web, ist es möglich, die Blockaden umzugehen.

Falun-Gong-Praktizierende, die außerhalb Chinas leben, haben ebenfalls verschiedene Software entwickelt, die in den „Goldenen Schild“, die berühmte Internet-Firewall des Regimes, die von über 40.000 Internetpolizisten überwacht wird, eindringen kann.

Das ermöglicht rund 200 Millionen Internetbenutzern auf dem Festland China, die Internetblockade der Kommunistischen Partei zu durchbrechen und eine Fülle von Informationen aus der restlichen Welt zu erhalten.

Originalartikel (englisch): http://www.theepochtimes.com/n2/content/view/16651/

Originalartikel (chinesisch): http://epochtimes.com/gb/9/5/5/n2516748.htm

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