Gemälde eines Künstlers von einer Falun Gong-Praktizierenden, die von der chinesischen Polizei gefoltert wird.Foto: Minghui.org

Sexueller Missbrauch an Frauen in Chinas Arbeitslagern

Von 28. Oktober 2013 Aktualisiert: 28. Oktober 2013 17:06

Eine Überlebende der Folter und des extremen sexuellen Missbrauchs ist von China nach Thailand geflohen. Sie möchte jetzt der Weltöffentlichkeit berichten, dass das chinesische Regime in einem Arbeitslager für Männer einen speziellen Zellenblock für weibliche Falun Gong-Praktizierende zum Zweck des sexuellen Missbrauchs eingerichtet hat. Sie veröffentlichte einen Bericht von ihrer Erfahrung auf der Falun-Gong-Website Minghui.org, dem der vorliegende Artikel entnommen wurde.

Am 7. Januar 2000 wurde Frau Yin Liping festgenommen. Sie war zu der Zeit 32 Jahre alt. Sie wurde zu einem Jahr und sechs Monaten Arbeitslager verurteilt und wurde in das Tieling Zwangsarbeitslager gebracht. In den folgenden neun Monaten wurde sie von Tieling zum Liaoning-Zwangsarbeitslager und dann zum Masanjia Arbeitslager verschoben.

Während dieser Zeit hatte sie verschiedene Folter, Schlafentzug und die Abarbeitung einer großen Last täglicher Arbeit auszuhalten. Sie nahm von 165 Pfund auf 135 Pfund ab und sie begann, regelmäßig Blut zu erbrechen. Man eröffnete Yin, dass sie eine bessere Behandlung erhalten könnte, wenn sie ihren Glauben an Falun Gong aufgeben würde und sich damit einverstanden erklären würde, das zu sein, was die Behörden mit „umerzogen“ bezeichnen. Sie lehnte ab.

Am 19. April 2001 wurden sie – an diesem Punkt hatte Yin Liping 15 Monate ihrer 18-monatigen Haft abgedient – und neun andere Insassen, die abgelehnt hatten umerzogen zu werden, zusammengerufen und ihnen wurde erklärt, dass sie verlegt würden.

Ein Mitarbeiter des Wachpersonals sagte mit einem schiefen Lächeln: „Wir bringen euch zu einem Ort, an dem ihr Falun Gong besser üben könnt.“

Yin ging zu einer Beamtin, die für ihre Gruppe zuständig war, und bat sie ruhig, die Falun Gong-Praktizierenden nicht mehr schlecht zu behandeln. Sie schaute zu einer anderen Beamtin in ihrem eigenen Alter, die für die Gefangenen zuständig gewesen war, und die Yin gepeinigt hatte und Yin verspürte Mitleid. Sie umarmte sie und flüsterte in ihr Ohr, dass sie für das Verletzen anderer schließlich würde zahlen müssen; sie sollte damit aufhören. Die Beamtin brach fast in Tränen aus und sagte zu ihr: „Sagen Sie ihnen, dass Sie krank sind. Sie sind krank.“ Yin stellte später fest, dass die Beamtin wusste, was auf sie wartete.

Das Männer-Arbeitslager    
   

Ein Bus brachte die Gruppe weiblicher Falun Gong-Praktizierender zum Männer-Arbeitslager Zhangshi.

„Wir mussten uns im Hof des Lagers in eine Reihe stellen“, sagt Yin Liping. „Zwei sehr kräftig aussehende Polizisten nahmen den Appell ab. Dann verlas einer von ihnen eine Liste mit Regeln. Er sagte: ‚Wenn Falun Gong-Praktizierende sterben, die es ablehnten, umerzogen zu werden, gilt ihr Todesfall als Selbstmord‘. „Es wurde uns gesagt, dass diese Anweisungen von [dem ehemaligen kommunistischen Parteichef] Jiang Zemin kämen. Der Polizist sagte das sehr grimmig. An die anderen Regeln, die vorgelesen wurden, erinnere ich mich nicht mehr.“

Die Gruppe wurde zu einem weißen Gebäude gebracht und ihr Blutdruck wurde gemessen. Eine von ihnen wurde weggebracht, und neun blieben zurück. Da war das Büro der Gefängniswärter  und daneben Metallgitter mit einer vergitterten Tür. Hinter dieser Tür war ein Gang mit Räumen, die von ihm wegführten. Die neun Frauen wurden eingelassen und jede wurde in einen anderen Raum gebracht.

In Yins Raum stand ein schmales Doppelbett und ein Kleiderschrank aus Holz. Vier Männer waren bereits in ihrem Raum. Als sie den Gang hinunter ins Badezimmer ging, sah sie einen großen Raum mit 30 Männern, die auf dem Boden schliefen. Yin hatte Angst und fragte sich, was sie an diesem Ort sollte.

Um 22:00 Uhr bat sie die Männer, die in ihrem Raum waren, diesen zu verlassen, sodass sie schlafen gehen könnte. „Schlafen?“, sagte ein Mann mittleren Alters und lachte. „Du gehst schlafen? Niemand wird schlafen gelassen, der nicht ‚umerzogen‘ ist. Eine Frau wurde hier 18 Tage lang ‚erzogen‘ und durfte nicht schlafen. Am Ende wurde sie verrückt.“

Schreckliche Schreie

Dann hörte Yin Liping Schreie der Praktizierenden Zhou Guirong aus dem Flur. Yin Liping sagte: „Sie rief immer wieder meinen Namen. Ich versuchte, so gut ich konnte aus dem Zimmer zu laufen und sah Zhou in den Flur entkommen. Ich hielt Zhou fest und ließ sie nicht los.“

„Die männlichen Gefangenen schlugen uns mehrfach. Mein rechtes Auge schwoll wegen der Schläge an und meine Kleider waren zerrissen und zerfetzt. Zhou und ich schleppten uns zurück in unsere Zellen. Ich wurde von vier oder fünf Männern geschlagen und verlor die Orientierung. Schließlich musste ich mich flach auf das Bett legen. Ein Mann setzte sich auf mich und schlug mich. Mir wurde schwindlig und ich fiel in Ohnmacht.“

 „Als ich wieder zu Bewusstsein kam, spürte ich, dass drei Männer auf mir lagen und mich überall anfassten.“

„Zwei standen zwischen meinen Beinen, einer drehte ein Video und der andere schaute es sich an. Sie redeten schmutzig. Ich wusste nicht, wie viele andere bei meinen Füßen lagen. Sie zerkratzten meine Fersen und lachten. Sie sagten schmutzige Worte und einer von ihnen meinte immer wieder: ‚Stell dich nicht tot. Du musst Falun Gong aufgeben, selbst wenn du tot bist!‘“

Yin sagte: „Ich konnte nicht glauben, was ich sah. Ich erbrach Blut und es war überall Blut.“

„Ich hörte Zhou Guirongs Angstschreie in den Zellen. Sie schrie ‚Liping‘. Das sollte mein Name sein. Ich fühlte mich wie in einem Traum. Aber nein, es war kein Traum. Ich war sicher, es war kein Traum. Die entsetzlichen Schreie versetzten mich zurück in diese schreckliche Hölle auf Erden.“

„Ich konnte plötzlich kein Geräusch mehr hören und nichts sehen. Ich kämpfte, bis ich aufstehen konnte und suchte nach dieser vertrauten Stimme. Mir wurde mit einem hölzernen Kleiderbügel auf den Kopf geschlagen und ich fühlte plötzlich eine warme Flüssigkeit über mein Gesicht laufen.“

Im Oktober 2000, sechs Monate vor den Ereignissen im Zhangshi-Männer-Arbeitslager, die von Yin Liping beschrieben wurden, waren 18 weibliche Falun Gong-Praktizierende nackt in die Zellen der Männer im Masanjia-Arbeitslager geworfen worden. Der Holzschnitt stellt diese Szene dar.Im Oktober 2000, sechs Monate vor den Ereignissen im Zhangshi-Männer-Arbeitslager, die von Yin Liping beschrieben wurden, waren 18 weibliche Falun Gong-Praktizierende nackt in die Zellen der Männer im Masanjia-Arbeitslager geworfen worden. Der Holzschnitt stellt diese Szene dar.Foto: Minghui.org

„Ich kämpfte bis zum äußersten. Ich wusste nicht, ob ich am Leben oder tot war. Nichts konnte mich aufhalten. Ich schlug so hart wie möglich gegen die Zimmertür, während mich die Gefangenen schlugen. Ich rief wieder ‚Zhou Guirong‘. Und dann stürzte sie in mein Zimmer. Sie hielt mich hoch. Und dann liefen wir zur Tür am Ende des Flurs.“

„Wir taten unser Bestes, um die Metalltür aufzustoßen. Schließlich schafften wir es. Wir waren beide schwer verletzt. Bei diesen Polizisten hatten wir keine Angst mehr vor dem Tod. Wir fragten sie: ‚Ist dies hier Chinas Arbeitslager? Warum behandelt uns China wie Verbrecher? Haben Sie eine Mutter, eine Schwester, eine Tochter oder Tanten? Steht unser Land für solche Aktionen?’ “

 „‘Wenn diese Männer unsere Zimmer nicht verlassen, behalte ich diesen Tag in Erinnerung. Es ist der 19. April 2001 und Sie hatten heute Abend Dienst. Wenn wir hier lebend herauskommen, werden wir Sie verklagen. Und wenn wir hier sterben, werden unsere Geister Sie nie in Frieden leben lassen. Unsere Toleranz ist nicht unbegrenzt‘. Die Polizei rief die männlichen Gefangenen herbei und sagte ihnen, sie sollten uns heute Nacht in Ruhe schlafen lassen.“

„Wir wurden in mein Zimmer gebracht und vier Insassen blieben, um uns beobachten. Wir blieben die ganze Nacht wach, sahen uns an und hatten dabei Tränen in den Augen. Wir konnten andere schreien und an die Türen klopfen hören.“

Lernen

„Am nächsten Tag kamen die Häftlinge, die mich in der Nacht zuvor gefoltert hatten, mit einer Videokamera wieder in den Raum. Dieses Mal war eine Frau dabei. Sie brachten eine Menge Falun Gong-Bücher. Sie lasen einen Absatz und erklärten ihn dann in einer Weise, die eine Beleidigung für Falun Gong war. Und dann lasen sie einen weiteren Absatz, den sie wieder erklärten.“

„Und dann fragte mich ein Mann, der mich in der Nacht zuvor missbraucht hatte, warum ich nicht mit ihnen lernte. Dann zog er mich auf das Bett, schlug mich und fragte wieder, warum ich nicht mit ihnen lernen wollte: ‚Willst du nicht eine Falun Gong-Praktizierende sein?‘ “

„Ich sagte, ich hätte kein Verbrechen begangen und dies sei kein Ort für mich, um zu lernen. Warum muss ich inhaftiert werden, um zu lernen?“

„Die Gefangenen schrieben alles nieder, was ich sagte, und fragten dann, ob das, was sie aufschrieben, richtig war. Und dann war es Zeit zu essen. Aber ich konnte keine Nahrung zu mir nehmen und mein Körper war sehr schwach.“

„Und dann wurde es Abend und es passierte das gleiche wie am Abend zuvor. Wie in der Nacht zuvor fingen sie an mich zu foltern – und sexuell zu missbrauchen. Die Polizeiwachen wurden ausgewechselt – sie waren nicht dieselben wie in der Nacht zuvor.“

„Zhou Guirong wurde geschlagen und rannte in mein Zimmer. Ich stand auf und spuckte Blut. In diesem Moment wurde es still. Und dann weinte Zhou Guirong und schrie meinen Namen. Dann fanden sich die Polizisten beim Teamleiter ein und erlaubten Zhou Guirong, sich um mich zu kümmern.“

„Aber sie vergaßen nicht Zhou zu verfolgen und lernten mit ihr die Lektionen von Falun Gong in einer üblen Weise. Zhou hatte schon lange kein Falun Gong-Buch mehr gesehen und wollte eins nehmen, aber ich sagte: ‚Wir können hier nicht lernen, es ist eine Demütigung‘. Sie legte das Buch zurück. ‚Wenn wir wieder nach Hause gehen, werden wir die Lehren von Falun Gong gut lernen‘, sagte ich.“

„Die Teufel ließen uns in dieser Nacht nicht in Frieden. Dann sagte ein Mann, mein Kopf und mein Körper seien wirklich heiß und man sollte mich nicht sterben lassen. Jeder dieser Männer kam, um meine Temperatur zu prüfen und alle wurden ruhig. Ich erinnere mich nicht, wie ich durch diese Nacht kam.“

„Am dritten Tag erinnerten Zhou und ich uns plötzlich an Ren Dongmei, die nie verheiratet gewesen war. Sie war in der innersten Zelle eingesperrt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten Zhou und ich keinen Gedanken an den Tod. Wir rannten auf den Flur und riefen Rens Namen. Ich fand die Wachen und sagte ihnen, dass Ren Jungfrau war. Ich bat sie sie zu schonen: ‚Sie haben doch auch Töchter, nicht wahr?‘ “

„Jahrelang schrieb ich nicht auf, was ich im Einzelnen durchgemacht hatte. Mein Verstand brach zusammen, wenn ich es versuchte. Ich wagte nicht daran zu denken und wollte es auch nicht. Jedes Mal, wenn ich daran dachte, war ich wie gebannt von den entsetzlichen Ereignissen und den Schmerzen.“

„Später erfuhr ich, dass wir zusammen 33 Praktizierende waren, die dorthin gebracht und auf diese Weise ‚transformiert‘ wurden. Einige hatten Nervenzusammenbrüche. Viele Jahre lang hörten sie niemals auf Falun Gong-Praktizierende brutal zu verfolgen.“

Yin Liping weiß, dass aus der Gruppe der neun Praktizierenden, die im Zhangshi-Männerarbeitslager sexuell missbraucht wurden, Zhou Guirong und Su Juzhen später aufgrund von Folter starben. Su hatte zuerst einen Nervenzusammenbruch.

Nachwort

Dr. Jingduan Yang ist Psychiater in Philadelphia, der Überlebende der Folter in Chinas Arbeitslagern behandelt und auch mehrere Überlebende des berüchtigten Masanjia-Arbeitslagers interviewt hat.

Yang sagt, es sei normal, dass es Yin Liping ebenso wie anderen Opfern von solch schwerem Missbrauch schwer gefallen sei, ihre Geschichte aufzuschreiben. Yang sagt: „So etwas nennt man posttraumatische Belastungsstörung; eines der Symptome besteht darin, dass sich das Opfer betäubt und verschließt, um nichts zu hören oder zu sehen, was es daran erinnert, was ihr angetan wurde. Sie lebt ständig in Terror und Ängsten. Dies sind häufige Symptome.“

Er fügte hinzu: „Die Auswirkungen dieser Art von Missbrauch auf einen Menschen sind entsetzlich. Man kann kaum ermessen, was ihnen angetan wurde. Es zerstört das Selbstwertgefühl eines Menschen. Es verwurzelt in dieser Person Angst und Schrecken körperlich, emotional und kognitiv.“

„Diese Angst sitzt für immer im Menschen fest und kann jederzeit wieder aktiviert werden, wenn er auch nur im Entferntesten an das Trauma erinnert wird. Dadurch reagieren sie auf Menschen ständig in anderer Weise. Obwohl sie vom Ort des Missbrauchs weggebracht wurden und an einem sicheren Ort leben, haben sie Alpträume, immer wiederkehrende Erinnerungen und Ängste.“

Text auf Englisch: Gangs of Male Prisoners Sexually Abuse Women in Chinese Labor Camp



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