So skurril ist Weihnachten in China

Von 16. Dezember 2013 Aktualisiert: 16. Dezember 2013 17:05

Auf seinem internationalen Siegeszug hat Weihnachten auch vor China nicht halt gemacht. Doch wie feiert man das Fest der Liebe im Reich der Mitte? Auch mit Tannenbaum? Unter anderem. – Ja.

Weihnachten in China ist vor allem bei der jüngeren Generation ein Hit. Auf Chinesisch heißt es „Sheng Dan Jie“, was übersetzt soviel wie „das Fest zur Geburt des Heiligen“ bedeutet. Chinesen „feiern“ jedoch nur am 24.12. Wie, das beschrieb die Washington Post am 24.12.2012 unter dem Titel „Sieben faszinierende Fakten über Weihnachten in China“. Es geht wie bei uns um Konsum und einen, wie der Autor Max Fisher fand, „faszinierenden Konflikt“ zwischen Weihnachten und dem modernen China. Hier ein inhaltlicher Auszug.

Shopping und Karaoke
  1. Weihnachten in China ist keinesfalls das beschauliche Familienfest, wie in unseren Breiten! Für die Chinesen ist es eine zusätzliche Gelegenheit, um Party zu machen und mit Freunden auszugehen. Weihnachten in China wird deshalb hauptsächlich in Kinos und Karaoke-Bars begangen. Auch Einkaufsbummel zählen dazu. Am 24.12. shoppen die Chinesen besonders ausgiebig. Für Liebespäärchen und Eheleute zählt Weihnachten sogar als romantischer Anlass á la Valentinstag.

    Politische Hindernisse

  2. Sollten chinesische Christen Weihnachten tatsächlich klassisch wie im Westen feiern, stoßen sie schnell an die politisch erlaubten Grenzen: Weihnachten ist zwar seit 90 Jahren offiziell in China erlaubt – dabei geht es aber eigentlich nur um die kommerzielle Seite. Die geistlichen Inhalte versucht man, absichtlich beiseite zu schieben. Weihnachten in China ist deshalb inhaltlich viel flacher als bei uns – und je populärer es wird, desto mehr verliert es an Bedeutung.

    Weihnachtskritik gehört dazu

  3. Natürlich gibt es in China auch Weihnachts-Kritiker! Nationalisten schimpfen, dass die westliche Länder „Weihnachten auf ihrem Vormarsch nach China als Werkzeug benutzen“ und warnen ihre Mitbüger vor der Verunreinigung der chinesischen Kultur durch die westliche Zivilisation.

    Das Lieblingsgeschenk

  4. Das populärste Weihnachtsgeschenk sind in China Äpfel, die in durchsichtige, bunte Plastikfolien gepackt sind. Weil der chinesische Ausdruck für „Apfel“ so ähnlich klingt wie das Wort für „Heiligen Abend“ … Solche Weihnachtsäpfel haben meist farbenfrohe Verpackungen, die mit Weihnachtmännern und Weihnachtswünschen verziert sind.

    Die Weihnachts-"Schwestern"

  5. Ein Nikolaus kommt selten allein: In chinesischen Einkaufszentren tauchen bei weihnachtlichen Promotions die Weihnachtsmänner gleich haufenweise auf. Und eine Gruppe „Weihnachts-Elfen“, nach amerikanischem Vorbild, hüsch, jung und weiblich, gehört standardmäßig dazu. In China heißen sie jedoch nicht „Elfen“ sondern „Partnerinnen“ oder „Schwestern“ des Weihnachtsmanns. Das muss an einem Übersetzungsfehler liegen …

    Nikolaus mit Saxophon?

  6. Wenn hierzulande Mütze und Rauschebart ausreichen, um als Weihnachtsmann durchzugehen, so braucht der chinesische Nikolaus noch etwas: Aus unerfindlichen Gründen hat er immer ein Saxophon dabei, in selteneren Fällen Trompete oder Horn. Deren Herkunft ist ähnlich nebulös, wie die der Weihnachts-Schwestern …

    Staatsmedien geben mit Weihnachten an

  7. In kommunistisch-selbstbewusster Manier prahlen Chinas Medien regelmäßig mit dem essentiellen Beitrag der chinesischen Nation zum gelungenen Fest der Amerikaner. “Hi, ihr Amis, Weihnachten ist da, (…) schaut euch mal an, was der Weihnachtsmann aus China gebracht hat!“, hieß es zum Beispiel im Kommentar eines chinesischen Staatsmediums. Und: „Ohne Produkte aus China könnten die westlichen Länder gar nicht mehr Weihnachten feiern! Also sollte man sich zum Fest bei der chinesischen Manufakturbranche bedanken.“

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