Sohn von Bo Xilai aus China studiert Jura an der NY Columbia Universität

Von 3. August 2013 Aktualisiert: 3. August 2013 12:54

 

NEW YORK – Nach Online-Berichten und der Bestätigung durch eine Reihe von Medien mit Quellen innerhalb und außerhalb von China hat sich der Sohn des in Ungnade gefallenen ehemaligen chinesischen Politbüro-Mitglieds Bo Xilai in der juristischen Fakultät der Columbia University eingeschrieben.

Es wurde festgestellt, dass sich am 29. Juli eine Person mit dem Namen Bo Guagua, ein in China ungewöhnlicher Name, in das Jura Programm der Universität in New York eingeschrieben hat. Der in Peking ansässige Journalist Vincent Ni postete ein Bild des öffentlichen Verzeichnisses der Universität auf Twitter.

Auf die Anfrage der Epoch Times reagierte das Sekretariat der Columbia University mit einer E-Mail: „Nach geltendem Recht und nach den Grundsätzen der Universität geben wir über unsere Bewerber und Studenten keine Stellungnahme ab.“ Am darauf folgenden Montag entfernte die Universität den Eintrag von Bo Guagua aus dem öffentlich zugänglichen Universitätsverzeichnis. Nach Angaben der New York Times und andere Agenturen war die Einschreibung tatsächlich vom Sohn von Bo Xilai.

Bo Xilai war Mitglied des Politbüros, dem Parteiorgan der Kommunistischen Partei Chinas auf höchster Ebene. Er wurde wegen Bestechung, Korruption und Machtmissbrauch angeklagt und wird voraussichtlich in den kommenden Wochen vor Gericht gestellt. In den letzten 18 Monaten befand er sich in Haft und wurde dem Verhör durch das Partei-Disziplinarverfahren unterzogen. Politische Analysten prognostizieren, dass Bo Xilai bei einer Verurteilung alles erhalten könnte zwischen einer 15-jährigen Haftstrafe und einem Todesurteil, das zur Bewährung ausgesetzt wird. Diese Prognose trifft im heutigen Rot-China mit großer Sicherheit zu, da die meisten Gerichtsentscheidungen, besonders bei Angeklagten mit hohem politischen Rang, vor der tatsächlich abgehaltenen Gerichtsverhandlung durch geheime Partei-Komitees beschlossen werden.

Bo Xilai (r.) und sein Sohn Bo Guagua im Jahr 2007.Bo Xilai (r.) und sein Sohn Bo Guagua im Jahr 2007.Foto: Getty Images

Bo Guaguas Mutter, Gu Kailai, die zweite Frau von Bo Xilai, verbüßt derzeit ein ausgesetztes Todesurteil [das nicht vollstreckt wird] für die Ermordung des britischen Geschäftsmannes Neil Heywood im November 2011. Es wird davon ausgegangen, dass Bo Guagua seit seinem Master-Abschluss in Public Policy in den Vereinigten Staaten lebt. Er machte den Master-Abschluss im Mai 2012 an der Kennedy School of Government an der Harvard University und hatte diesen Studiengang nach einem Bachelor-Abschluss in Oxford begonnen. In einer Antwort auf Kritiker, die ihm vorwarfen, dass er sich mit veruntreuten Geldern finanziere, behauptete er, dass seine Ausbildung durch Stipendien und das Einkommen seiner Mutter als Rechtsanwältin finanziert wurde.

Professor Joseph Cheng Yu-shek, Professor für Politikwissenschaft an der City University von Hongkong, sagte gegenüber der South China Morning Post, dass die Eintragung in Columbia „ … eine ziemlich logische Wahl ist angesichts der Tatsache, dass seine Mutter im Gefängnis ist und sein Vater wahrscheinlich eine Gefängnisstrafe absitzen muss. Außerhalb von China zu bleiben wird ihm für seine akademischen Studien wahrscheinlich ein besseres Umfeld bieten, und es kann auch gemutmaßt werden, dass mit beiden Eltern im Gefängnis die Familie jemanden brauchen wird, um die außerhalb des Landes befindlichen finanziellen Vermögenswerte der Familie zu verwalten.“

Die juristische Fakultät der Columbia University ist eine der teuersten Fakultäten in den USA, mit Gesamtkosten von schätzungsweise bis zu 83.000 Dollar pro Jahr. Viele Beobachter stellen die Frage, wie Bo Guagua die Mittel für die Studiengebühren aufbringen werde. Der Gedanke, dass er Zugang zu einigen Teilen des enormen Vermögens hat, das von seiner Familie angesammelt wurde und im Ausland angelegt ist, trifft im Allgemeinen auf Zustimmung.

Die Fortsetzung seiner Ausbildung in den USA wird ihn vor den chinesischen Behörden abschirmen und ihm ermöglichen, sein Studentenvisum zu verlängern. „Wenn der alte Herr seine Verbrechen nicht auf sich nimmt, werden sie an den Sohn gehen“, schrieb Hu Ping diesen Monat in der Zeitschrift Human Rights in China Biweekly. Hu Ping ist ein in New York ansässiger Exil-Chinese und politischer Kommentator.

„Bo Xilai sollte mit den Behörden zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass sein Sohn keinen Ärger kriegt.“

Original-Artikel auf Englisch: Son of Disgraced Chinese Official Now a Columbia Law Student

 

 

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