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20. November, 2001: Joel Chipkar (li. mit Rucksack) filmt die internationale Gruppe, die für ein Ende der Verfolgung von Falun Gong auf dem Tiananmen Platz in Peking protestiert.Foto: anonym/The Epoch Times

Vor 10 Jahren internationale Protest-Aktion für Falun Gong in Peking

Von 21. November 2011
Vor zehn Jahren flogen 30 westliche Falun Gong-Praktizierende nach China, um auf dem Tiananmen-Platz gegen die Verfolgung von Falun Gong zu protestieren. Ihre Aktion dauerte weniger als 30 Sekunden, bevor chinesische Sicherheitsbeamten die Gruppe auflöste. Trotzdem machte sie Schlagzeilen, die um die Welt gingen. Der in Toronto lebende Kanadier Joel Chipkar, Immobilien-Makler und Menschenrechtler, erinnert sich an diesen Moment zurück.

Auf der anderen Seite des Erdballs schaue ich Tausende von Kilometern von zu Hause entfernt in den Spiegel um zu prüfen, ob die Mini-Kamera sichtbar ist. Ich bin in Peking, und habe eine Schlüsselloch-Kamera in den Schulterriemen meines Rucksackes genäht. Als ich meine Augen im Spiegel entdecke, sticht plötzlich ein Pfeil von Angst in mein Herz. In China als Spion erwischt zu werden ist keine Kleinigkeit. Selbst für viel kleinere Verbrechen wird die Todesstrafe verhängt.

Nach einem flotten, aber zitternden Fünf-Meilen-Fußmarsch zum Tiananmen (Platz des Himmlischen Friedens), stehe ich davor, überwältigt von seiner Größe. Es fällt mir sehr schwer, den Platz gefüllt mit Panzern und Studenten vorzustellen. Der Tag ist klar und kalt. Der sanfte, kalte Nordwind trifft mein Gesicht, als ich die Haupt-Fahnenstange entdecke. Am Treffpunkt angekommen, frage ich mich, ob die anderen es schaffen werden.

Ehe ich mich umsehen kann, haben sich über 30 Menschen aus über zehn Ländern für ein Ende der Verfolgung von Falun Gong auf dem Tiananmen-Platz versammelt. Wie auf Kommando, setzen sich die meisten und meditieren, während andere ein vier Meter langes goldfarbenes Banner entfalten. Darauf sind drei riesengroße chinesische Schriftzeichen zu sehen: „Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit, Nachsicht“. Die Passanten sind schockiert. Ich stehe reglos da, und nehme alles mit meiner versteckten Videokamera auf. In weniger als 30 Sekunden treffen Polizeiwagen aus allen Richtungen ein.

Das war vor 10 Jahren, am 20. November 2001.

In den folgenden Monaten würden mehr Leute aus der ganzen Welt nach China reisen, alle mit den Wunsch, das chinesische Volk aufzuwecken bezüglich der ungerechten Verfolgung und Verleumdung von Falun Gong in ihrem Land.

Ein Appell an das Gewissen

Dieser Vorfall machte Schlagzeilen rund um die Welt, und somit erreichten wir einen Teil unseres Zieles. Menschen, die vorher nie über die Verfolgung von Falun Gong gehört hatten, wussten jetzt davon. Dieses Bewusstsein war der Anfang einer weltweiten Forderung an das chinesische Regime, die Verfolgung zu beenden.

Allerdings waren unsere Herzen darauf gerichtet, auch die Dinge in China zu verändern. Mit unserem Protest wollten wir den Menschen in China, die unter einer Medien-Blockade zugebettet sind, die Wahrheiten über Falun Gong erzählen, und sie davon abhalten, die KPCh in ihrer Verfolgung von Falun Gong Beihilfe zu leisten.

In den letzten zehn Jahren haben wir die Schwierigkeit dieses Vorhabens noch tiefer begriffen.

China hat eine alte, reiche Kultur, die eine tiefen und unerschütterlichen Stolz für die Chinesen darstellt. Es ist auf der Lehre von Ehre, Treue, Barmherzigkeit, Verantwortung und vor allem auf die Lehre vom Streben nach Wahrheit errichtet. Jede Dynastie verstand die Bedeutung der Spiritualität, und obwohl jeder Dynastie-Wechsel turbulent zuging, lebten die Chinesen nach jedem Wechsel Hunderte von Jahren in relativer Harmonie.

Die Ära der Herrschaft der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) ist jedoch anders als jeder andere Zeitpunkt in der Geschichte Chinas.

Seit die KPCh die Herrschaft über China im Jahr 1949 ergriff, hat sie aus ihren eigenen Bürgern Feinde gemacht. Die KPCh führte zahlreiche Kampagnen gegen ihre eigenen Bürger und hat die Chinesen gegen einander aufgehetzt, um sicherzustellen, dass die Macht der Partei unangefochten bleibt. Rund 80 Millionen Menschenleben haben durch diese Machenschaften ein unnatürliches Ende gefunden.

Die Partei hat eine Krise nach der anderen herbeigeführt: den „Großen Sprung nach Vorn“ und den darauffolgenden Massenhunger in den 1950er Jahren; die furchterregende, zehn Jahre andauernde Kulturrevolution, die mit ihrem Beginn Mitte der 60er Jahre die Religion und den Glauben zerstörte, und damit die Fähigkeit des chinesischen Volkes, geistige Unabhängigkeit zu schaffen; das Tiananmen-Massaker im Jahr 1989, die jegliche Hoffnungen auf demokratische Reformen auslöschte; die andauernde Verfolgung von Falun Gong und so weiter.

Demzufolge hat jede Familie in China mindestens einen Verwandten, die der Verfolgung der KPCh ausgesetzt war oder ist. Doch gerade wegen diesem unendlichen Terror folgen viele Chinesen blind der KPCh und ihrer Propaganda.

Chinas moralische Dilemma

Das China der KPCh ist zu einem Ort geworden, wo Menschen gezwungen sind, ohne Glaubensfreiheit zu leben; wo Menschen Angst davor haben, ein falsches Wort in der Öffentlichkeit zu sagen, aus Angst vor Verhaftung und Folter; und wo an den anderen zu denken, das Eintreten für Prinzipien und Handeln nach Integrität ersetzt wurden durch Angst, Eifersucht, Egoismus und Gleichgültigkeit.

Chinesen sind täglich Zeugen der ungerechten Verhaftung, Misshandlung, Diskriminierung und Entmenschlichung von Gruppen in ganz China: Angriffe auf Uiguren und Tibeter; Razzien gegen parteiunabhängigen Christen und Katholiken; die zum Schweigen gebrachten und inhaftierten Menschenrechtsanwälte; angefügtes Unrecht an diejenigen, deren Häuser abgerissen werden, um örtlichen Beamten zu bereichern; Drohungen an Eltern, die nach den Sichuan-Erdbeben über den Tod ihrer Kinder protestieren, die in eingestürzten Schulen ums Leben gekommen sind – die Liste ist endlos.

Seit zwölf Jahren ist die chinesische Gesellschaft auch Zeuge der Verhaftung, Folter und Mord an Falun Gong-Praktizierende. Zehntausende von inhaftierten Praktizierenden wurden von staatlichen Krankenhäusern ermordet, um den Organtransplantationstourismus des chinesischen Regimes mit mehreren Milliarden aufrecht zu erhalten.

Die Auswirkungen der Hiebe in das die moralische Schmiede der Gesellschaft werden im Alltag immer sichtbarer.

Vor kurzem sah ich ein YouTube-Video von einem zweijährigen Kind, das zweimal von Kleinbussen überfahren wurde und sterbend auf der Straße lag. 18 Personen gingen vorbei, ohne anzuhalten oder ihm zu helfen. Der Verkauf von vergifteter Milch, verdünnter oder mit Medikamenten kontaminierter Babynahrung oder verseuchtem Gipskarton an chinesische Verbraucher für reinen Profit ist in China zum Alltag geworden.

Von der Akzeptanz bis zur Verfolgung

Jeden Sonntagmorgen treffe ich meine Mutter, um die Falun Gong-Übungen in einem nahe gelegenen Park zu üben. Manchmal, während ich die Sitzmeditation-Übung mache, öffne ich meine Augen und sehe wie ihr schmaler, 70-jähriger Körper in einer perfekten Haltung da sitzt, ihre Augen sanft geschlossen und mit einem kleinen Lächeln auf ihrem Gesicht. Sie sieht so friedlich aus. Ich erinnere mich, wie früher Familienstreit und erhitzte Gemüter die Atmosphäre unseres Zuhause beherrschten. Es scheint mir ein Wunder zu sein, wie in weniger als einem Jahr diese scheinbar einfache spirituelle Disziplin Falun Gong Ruhe in das Leben meiner Familie hinein brachte.

Der friedliche Blick im Gesicht meiner Mutter steht in völligem Gegensatz zu den schockierten Gesichtern der Chinesen auf dem Tiananmen-Platz an jenem Tag.

Sie hatten vergessen, dass in den ersten Jahren Falun Gong ausgezeichnet und von der KPCh gelobt wurde, weil es gesundheitliche Vorteile für das chinesische Volk gebracht hat. Falun Gong wurde sogar von dem „Sicherheits-Büro“ gepriesen, die „Tugenden der Verbrechensbekämpfung in China“ wieder eingeführt zu haben.

Wenige Jahre nach dieser Auszeichnung fühlte sich die korrupte KPCh hingegen von der weiten Beliebtheit von Falun Gong bedroht, einer spirituellen Praxis, deren Anhänger Prinzipien unabhängig von der Partei-Ideologie folgten. Die Verfolgung begann im Jahr 1999.

Praktizierende in ganz China erwiderten seit Jahren die Gewaltaktionen der KPCh mit Appellen an die kommunistische Partei in der ruhigsten und nachsichtigsten Weise, die Verfolgung an Falun Gong zu beenden. Daraus hätte man hoffen können, dass die KPCh ihre Taktik ändern würde.

Im Jahr 2006 erfuhr die Welt, warum die KPCh ihre Kampagne gegen Falun Gong fortsetzt. Chen Yonglin, ein hochrangiger chinesischer Konsulatsbeamter in Australien, hatte seinen Posten verlassen und ist übergelaufen: „Die Kommunistische Partei Chinas hat sich immer auf Gewalt und Lügen gestützt und den Atheismus verfechtet, um ihre Macht zu erhalten. Sie konnte die friedlichen Bemühungen von Falun Gong-Praktizierenden, ihre Glaubensfreiheit zu beschützen, einfach nicht verstehen. Jetzt glauben sie, dass sie den Menschen nicht wissen lassen könnte, was sie Falun Gong in China angetan haben.“

Ein Blick in die Zukunft

Millionen von Menschen weltweit schätzen heute die Lehren von Falun Gong und die Rückkehr von der Moral in das tägliche Leben. Dieses ist etwas, was China dringend braucht.

In den letzten zehn Jahren haben sich unzählige Aktionen von Praktizierenden und Bürgern dem gemeinsamen Ziel unseres ersten Protests auf den Tiananmen-Platz angeschlossen.

Millionen von Praktizierenden in China betreiben weiterhin kleine Werkstätten von zu Hause aus, wo sie Flugblätter und Flyer zur Verteilung an ihre Mitbürger drucken, oft unter lebensgefährlichen Umständen. Außerhalb Chinas haben Falun Gong-Praktizierende hoch-innovative „Firewall“-Programme entwickelt, die die Internet-Blockade des chinesischen Regimes durchbrechen können. Mit diesem neuen Informationsfluss konnten über 105 Millionen Chinesen in und außerhalb Chinas ihre Mitgliedschaft in der KPCh und ihren angegliederten Organisationen abschwören.

Tausende von Regierungsvertretern weltweit haben ihre Solidarität mit Falun Gong bekannt gegeben. Millionen von Menschen weltweit haben Petitionen unterzeichnet und Briefe geschrieben, die ein Ende der illegalen Verfolgung von Falun Gong und das vor Gericht-Stellen der Verantwortlichen in China fordern.

Obwohl es schon zehn Jahre her ist, fühlt es sich für mich so an, als wäre es erst gestern gewesen. Mein Herz schlug mir bis zum Hals, als ich auf einer Rikscha durch Peking zu meinem Hotel raste und der Tiananmen-Platz hinter mir verschwindend. Meine einzige Frage: Waren wir erfolgreich oder hatten wir versagt?

Heute, zehn Jahre später, empfinde ich es als eine große Ehre, zusammen mit anderen Praktizierenden gegen die Tyrannei für das Wohl anderer eingestanden zu sein.

Dieser Kampf zwischen gutem und bösen hat sich im Laufe der Geschichte in erschreckenden, aber auch inspirierenden Geschichten abgespielt. Die Gelegenheit, sich zwischen gut und böse zu entscheiden, wurde unzählige Male gegeben. Heute tragen wir immer noch tief in unserem Herzen diesen Wunsch, dass mehr und mehr Menschen sich für die richtige Seite entscheiden werden.

Originalartikel auf Englisch: Foreigners‘ Appeal for Justice on Tiananmen Square: 10th Anniversary



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