Warum kümmert sich ein Anwalt aus Kanada um Transplantations-Verbrechen in China?

Von 18. Oktober 2015 Aktualisiert: 18. Oktober 2015 20:53
Der Menschrechtsanwalt David Matas aus Kanada wird prominenter Teilnehmer sein in Berlin. EPOCH TIMES präsentiert am 21.10. Vortrag und Diskussion über Missachtung der Menschenrechte bei „China ist überall“.

An einem gewissen Punkt in unserem Leben stehen wir alle vor schwierigen Situationen, die unsere Fähigkeit, richtig von falsch zu unterscheiden, auf den Prüfstand stellen. David Matas, Anwalt aus Winnipeg, Kanada, der sein Leben und seine Karriere auf die Bekämpfung von Menschenrechtsverletzungen konzentriert hat, hat sich dieser Qual der Wahl längst gestellt.

Ob er  einen Flüchtling vertritt oder im Auftrag der kanadischen Regierung die Untersuchung einer ausländischen Studie oder die Beobachtung einer Wahl vornimmt, Matas ist schon seit langem ein Verfechter der Menschenrechte. Am Mittwoch, dem 21. Oktober, können wir ihn in Berlin begrüßen bei „China ist überall“. 

„Warum hast du das gemacht?“

Am 16. Juni 2015 stellte Matas in Ottawa seine Autobiographie vor: „Warum hast du das gemacht?“ Das Buch erklärt seine Achtung vor den Menschenrechten und seine Beweggründe für die beharrliche 42 Jahre währende Arbeit als Flüchtlings- und Menschenrechtsanwalt. Mit 71 reist er weiterhin unermüdlich, um Ungerechtigkeiten in Kanada und im Ausland zu bekämpfen.

„Ich nähere mich damit mehr an die Notwendigkeit an, anderen zu helfen, aber nicht, mir zu helfen“, sagte er in einem Interview.

Matas war der erste Anwalt in Kanada, der mit der Anwendung eines Einwanderungsrechts zu tun bekam. Zu seiner Studienzeit wurde an der Universität noch kein Einwanderungs- oder Flüchtlingsrecht gelehrt.

Er versuchte sich auch in der Politik, indem drei Mal von 1973 bis 1984 für ein Mandat kandidierte. Er wählte schließlich eine Karriere in der Verteidigung der Menschenrechte anstelle der Politik, um ein Handeln zum Gemeinwohl zu ermöglichen, als er erkannte, dass die Politik immer parteilich ist, die Menschenrechte aber universell sind.

Holocaust und Menschenrechte

Zu Beginn des Buches konzentriert er sich auf den Holocaust als ein Beispiel der ungeheuerlichen Menschenrechtsverletzungen und erklärt, wie dadurch das Gesicht der Menschenrechte auf der ganzen Welt verändert wurde. „Ich konzentriere mich auf den Holocaust, damit die Menschen zu sehen bekommen, was das globale Bewusstsein der Menschenrechte ist und woher es kam“, sagte er.

Nach dem Holocaust, erklärt er, „entwickelte man eine ganze Folge von internationalen Menschenrechtsinstrumenten, die Personen Pflichten auferlegen – nicht nur den Staaten – und die den Bürgern Rechte erteilen – nicht  nur den Staaten.“
„Das bedeuten Menschenrechte – es ist die Solidarität mit der Menschheit als Ganzes.“ – David Matas

„Die Menschenrechts-Revolution ist dann ein Doppelrevolution: Eine Rechte- Revolution und eine Revolution der Menschheit“, schreibt er. „Der Holocaust, mehr als alles andere, erzeugte die Menschheits-Revolution.“

„Der Holocaust und später die Apartheid wurden eklatante Manifestationen von Unterdrückung durch Recht und Gesetz. Rechtsanwälte haben eine besondere Verantwortung, sich der Unterdrückung durch das Gesetz zu widersetzen.“

Die nachfolgenden Kapitel schildern ausführlich verschiedene Arten von rechtlichen und Anwaltstätigkeiten, an denen er teilgenommen hat. Auf den Holocaust wird immer wieder verwiesen, um komplexe Fragen zu erklären durch Vergleiche mit Ereignissen, die sich in ähnlicher Weise bei der Nazi-Vernichtung von Juden im Zweiten Weltkrieg abgespielt haben.

Schwierige Untersuchung

Plakat für "China ist überall" in Berlin
Plakat für "China ist überall" in Berlin

Ein Kapitel, „Die Tötung von Falun Gong wegen ihrer Organe“, erklärt die umfassende und schwierige Untersuchung, zu der er sich mit dem ehemaligen Parlamentsmitglied und Anwalt David Kilgour verpflichtet hatte. Er sollte die Gültigkeit von frühen Berichten über Falun Gong Gefangene aus Gewissensgründen feststellen, die vermutlich als lebende Organbank zur Versorgung von Chinas lukrativem Organtransplantations-Handel verwendet wurden und noch werden.

Die Schwierigkeiten bei der Informationsbeschaffung waren zahlreich, weil die Opfer bei dem Vorgang des Organraubs zu Tode kommen. Amtliche Aufzeichnungen von Transplantationen sind nicht öffentlich zugänglich, und das Krankenhauspersonal war kaum geeignet, um über die rechtswidrige Tätigkeit auszusagen. Matas schreibt, dass er und Kilgour durch den chinesischen Anwalt Gao Zhisheng Hilfe erhielten. Gao verlor später seine Lizenz für die Anwalts-Praxis, wurde verhaftet und für seine Bemühungen gefoltert.

Im Jahr 2006 erklärten sie die Anschuldigungen für wahr und veröffentlichten ihre Ergebnisse in einem Bericht, gefolgt von einem weiteren Bericht und dann, im Jahr 2009, folgte das Foto: Cover Ephraim Editions

Ein Ziel, dieses Buch zu schreiben, so erklärt er, war es, Menschen zu ermutigen, sich in Menschenrechtsfragen zu engagieren. „Ein Teil von dem, was ich durch dieses Buch zu tun versuche, ist, diese Art von Anstrengung zu mobilisieren, wo die Menschen nicht berührt oder persönlich betroffen sind und doch sollten sie immer noch beteiligt sein,“ sagte er.

„Das ist es, was Menschenrechte sind – es bedeutet die Solidarität mit der Menschheit als Ganzes zu erreichen, und ich denke, es ist wichtig, über Ihre persönliche Gemeinde, Ihre Kultur, auch Ihren Kontinent hinaus, Solidarität mit Opfern von denen zu zeigen, mit denen wir nichts gemein haben außer der Zugehörigkeit zur Menschheit.“

Sein Rechtsanwalts-Kollege David Kilgour war einer von vielen Juristen, die Matas am 16. Juni bei der Einführung des Buches feierten. „Ich kaufte mir dieses tatsächlich in Paris“, sagte er mit Blick auf das Buch. „Ich habe jedes Wort in dem Buch gelesen, es ist absolut fantastisch. Sie werden jede Seite, jeden Absatz genießen. Es gibt nicht ein Problem, das er hier nicht berührt.“

Matas wurde im Jahr 2009 zum Mitglied des „Ordens von Kanada“ ernannt und wurde im Jahr 2010 mit Kilgour zusammen für den Friedensnobelpreis nominiert. Die Autobiographie ist sein 11. Buch und steht derzeit ganz oben auf der Paperback-Sachbuch-Bestsellerliste in Winnipeg.

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EPOCH TIMES PRÄSENTIERT: Vortrag und Diskussion über Missachtung der Menschenrechte durch China überall. KIEZ KULTURWERKSTATT am Mittwoch 21.10. um 20:00 Danckelmannstr. 9a / 14059 Berlin (Charlottenburg) Eintritt 8 € / 6 € (erm.)