Warum sagt Chinas Führer seinen ersten Staatsbesuch in Nordkorea ab?

Von 7. September 2018 Aktualisiert: 7. September 2018 16:12
Endlich ist es entschieden, dass Chinas Führer Xi Jinping nicht nach Nordkorea reisen wird. Eine Analyse von Tang Haos

Am 4. September erklärte Peking, dass Li Zhanshu, Vorsitzender des Ständigen Ausschusses des Chinesischen Nationalen Volkskongresses, als Sondervertreter des chinesischen Führers an der 70-Jahrfeier der kommunistischen Regierung in Nordkorea am 9. September teilnehmen wird.

Li Zhanshu ist der drittmächtigste Mann im chinesischen Regime, ein Vertrauter vom KP-Chef Xi Jinping.

Zuvor gab es viele Nachrichten darüber, dass Xi Jinping persönlich nach Pjöngjang reisen würde, um an der Feier teilzunehmen und sich mit dem nordkoreanischen Führer Kim Jong-un zu treffen. Das wäre sein erster Staatsbesuch beim kommunistischen Nachbarn seitdem er 2012 in China an die Macht gekommen ist.

Warum sagte Xi Jinping seinen Besuch in Pjöngjang ab und sandte nun einen Vertreter?

Es gibt vier Hauptfaktoren dahinter aufgrund der internationalen politischen Lage.

1. Xi will Trump nicht verärgern

Zur Zeit führen die USA gerade einen heftigen Handelskrieg gegen China. Der amerikanischen Präsident ist unzufrieden mit Chinas Unterstützung  von Nordkorea, was die Atom-Abrüstung auf der nordkoreanischen Halbinsel verhindert.

Am 29.Aug. veröffentlichte Trump ein Statement vom White House auf seinem Twitterkonto:

„Präsident Donald J.Trump spürt ganz stark, dass Nordkorea von China unter riesigen Druck gesetzt wird wegen unseren großen Handelskrieg mit der chinesischen Regierung. Gleichzeitig wissen wir auch dass China noch viele Hilfe an Nordkorea liefert inkl. Geld, Sprite, Dünger und viele anderen Produkten.“

„Außerdem kann der Präsident gleich wieder ein gemeinsames Militärmanöver mit Südkorea und Japan starten wenn er sich dafür entscheidet. Wenn er das macht, wird das Manöver größer als die bisherigen sein.“

(Original: President Donald J. Trump feels strongly that North Korea is under tremendous pressure from China because of our major trade disputes with the Chinese Government. At the same time, we also know that China is providing North Korea with considerable aid, including money, fuel, fertilizer and various other commodities.

Besides, the President can instantly start the joint exercises again with South Korea, and Japan, if he so chooses. If he does, they will be far bigger than ever before.)

Das ist das erste Mal in Trumps Amtszeit, dass er solch ein kritisches Signal mit Militärbedrohung an China gesandt hat.

China kämpft im Moment ganz hart im Handelskrieg mit den USA. Wenn der chinesische Führer jetzt noch offiziell nach Nordkorea reisen und dort seine Unterstützung zeigen würde, könnten die USA noch mehr unerwartete Sanktionen gegen Peking starten. Das will der chinesische Führer wahrscheinlich nicht.

2. Peking will seine Unterstützung von Pjöngjang nicht offenbaren

Seit Jahren arbeiten Peking und Pjöngjang zusammen, um die internationale Öffentlichkeit zu betrügen. Nach Außen erklärten die beiden Regimes die „Unabhängigkeit voneinander“, aber im Hintergrund ist Nordkoreas KP-Regierung immer die Marionette von der KP China gewesen.

Daher war es für Trump kristallklar, dass der Schlüssel für die Atomkrise in Nordkorea bei China liegt. Er hat sich persönlich mit Kim Jong-un getroffen und ihm eine gute Zukunft für ihn und sein Land versprochen. Allerdings spielt Peking das Theater mit Pjöngjang weiter und verhindert den Atom-Abrüstungsprozess auf der koreanischen Halbinsel.

Wenn jetzt der chinesische Führer Nordkorea besuchen würde und danach Nordkorea etwas gegen die USA sowie Südkorea unternehmen würde, zeigte sich die Steuerungsrolle von Peking ganz klar. Das würde nicht nur die USA verärgern, sondern auch anderen Ländern die Unterstützung von Peking im Hintergrund an Nordkorea offenbaren. Das könnte dazu führen, dass sich mehr Länder mit den USA zusammenschließen und sich gegen China wehren.

3. Pekings Angst vor größerem Handelskrieg

Bisher haben China und die USA jeweils 50 Milliarden US$ Strafzölle gegenseitig verhängt. Die USA bereiten noch 200 Milliarden US$ Strafe gegen China vor. Wenn Xi Jiping jetzt Nordkorea besuchen würde, könnten noch mehr Strafzölle gegen Peking folgen. Das kann sich China im Moment nicht leisten.

4. Pekings Angst vor gemeinsamen Aktionen von USA und Japan

Laut koreanischen Medien haben die USA Ende Juli oder Anfang August einen geheimes Militärmanöver in Okinawa/Japan veranstaltet. Ende August haben die USA und Japan ein gemeinsames Militärmanöver im Südchinesischen Meer organisiert.

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Solche Aktionen senden Signale an China und Nordkorea: Die USA schließen die Möglichkeit eines Militärangriffs nicht aus.

China erlebt zur Zeit eine Wirtschaftskrise im Land und will natürlich keinen Militärkonflikt mit den USA haben.

Aus den vier oben genannten Gründen ist offensichtlich ein offizieller Besuch von Chinas Führer in Nordkorea zu diesem Zeitpunkt ungünstig für das Regime im Reiche der Mitte.

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