Weltmediengipfel hatte eigentümliche Verbündete in China

Epoch Times3. November 2009 Aktualisiert: 3. November 2009 12:09
Es ist kein Geheimnis, dass ausländische Medien davon träumen, den chinesischen Markt zu umwerben.

Während des Weltmediengipfels in Peking hat das chinesische Regime kürzlich seine Vorstellungen von Legitimität auf der Weltbühne präsentiert.

Die Nachrichtenagentur Xinhua, das Sprachrohr der Kommunistischen Partei Chinas, veranstaltete dieses Ereignis. Es gab Mitsponsoren unter den Veteranen der Weltmedien wie Reuters, AP, Agence France-Press, Itar-Tass, Kyodo News, News Corporation, U.S. Cable News International, BBC und Google. Xinhua berichtete, dass sich über 100 internationale und mehr als 40 nationale Medien sich bei dem Gipfel angemeldet hätten.

Die zahlreichen politisch motivierten Vorstellungen des chinesischen Regimes, die auf dem Weltmediengipfel zum Ausdruck kamen, unterscheiden sich gewaltig von denjenigen, die in den Köpfen der westlichen Medienmagnaten existieren. Diese Medien haben durch ihre Unterstützung des chinesischen Gipfels auf günstige Marktchancen gehofft. Seit den 90er Jahren träumen die ausländischen Medien davon, den chinesischen Markt zu erobern.

In den vergangenen zwanzig Jahren sind diese Träume immer wieder hoch gekommen und durch Bestimmungen des chinesischen Regimes zunichte gemacht worden. Und noch einmal kamen diese Träume hoch wie der sprichwörtliche Phönix aus der Asche. Jetzt sind die westlichen Medien unabsichtlich von ihren eigenen Träumen vergiftet worden.

Der Gipfel bedeutete für Peking außergewöhnlich viel. Das chinesische Regime ist berüchtigt für seine eiserne Hand bei der Kontrolle über die Medien – Xinhua News Agency, People’s Daily und China Central TV Station sind alle nur das Sprachrohr der Partei.

Wenn keine bedeutenden Ereignisse vorliegen, dann erfüllen diese ihre grundlegenden Funktionen und berichten über Finanzen, Markttrends, gesellschaftliche Ereignisse, Leben und Reisen.

Doch diese Sprachrohre zeigen unmissverständlich ihr wahres Gesicht, wenn es um nationale Ereignisse geht, wie zum Beispiel die Olympischen Spiele, Vorfälle bei ethnischen Gruppen in Tibet oder Xinjiang oder sonst etwas, das mit Politik oder sozialen Unruhen zu tun hat. Ihr ostentatives, clowneskes Verhalten steht in starkem Kontrast zu westlichen Medien.

Xinhua News Agency, ein Medium ohne Würde, ist sich bewusst, wie es von den internationalen Kontrahenten wahrgenommen wird und ist sich auch über seine Rolle als Sonderfall in der Medienindustrie im Klaren.

Obwohl die internationalen Medien den Gipfel mit unterstützt haben, ist ihr Themenkatalog doch ein völlig anderer als der von Peking. Die Erklärung, dass die Parteien eigentümliche Verbündete darstellen, ist durchaus angebracht.

Das chinesische Regime nutzt den Gipfel dazu aus, um seine nicht-militärische Macht (sanfte Macht) ins Rampenlicht zu rücken und Xinhua, als Gastgeber, kann nun seinen authentischen Status beweisen und das mit der Intention, für sich den begehrten Status zu beanspruchen, eines der führenden Medien in der Welt zu sein. Der Gebrauch des Wortes ‚Gipfel‘ ist kein Zufall. Es stellt die versteckte Andeutung auf das Beste und Höchste dar. Für das chinesische Regime ist der G8- Gipfel das Treffen der mächtigsten Staatsführer der Welt und der Weltmediengipfel bedeutet das Treffen der wichtigsten Medien eben dieser Weltmächte.

Xinhua News schreibt: „Die Konzeption von Zusammenarbeit und Entwicklung ist das Ziel des Weltmediengipfels“. Diese Zielvorgabe ist fast identisch mit der des G8-Gipfels. Der Intensitätsgrad liegt wesentlich höher als die ‚Zusammenkunft chinesischsprachiger Medien‘, die vor ein paar Jahren stattfand.

‚Die Zusammenkunft chinesischsprachiger Medien‘ war nur das Treffen einiger vereinigter Regierungsagenturen und wurde direkt oder indirekt vom chinesischen Regime gestützt. Auf dem Weltmediengipfel jedoch befinden sich Teilnehmer führender Medien einschließlich Englands, Frankreichs, Russland und der U.S.A.

Der damit verbundene Status, der durch die Teilnahme dieser Prominenten erwächst, ist um vieles höher als der, den eine Zusammenkunft von chinesischsprachigen Medien in Übersee erreichen kann. Die Teilnahme dieser Prominenten unterstreicht, dass die immer stärker werdenden Überzeugungskräfte, auf die das Regime sich verlässt, den Eindruck haben entstehen lassen, dass China und die Vereinigten Staaten gleich gestellt sind.

Der Gipfel fand in der Großen Halle des Volkes statt, in der das chinesische Regime seine jährlichen Zusammenkünfte der Politischen Konsultativkonferenzen des Chinesischen Volkes und des Nationalen Volkskongresses abhält. Der Ort verlieh dem Gipfel einen Ausdruck von Feierlichkeit mit einem geschickten Hinweis für das chinesische Volk, dass ausländische Medien während der Herrschaft des Regimes in China die Rolle eines politischen konsultativen Treffens spielen.

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In Kapitel 10 meines Buches: ‚Der Nebel der Zensur: Medienkontrolle in China‘ habe ich die Möglichkeiten analysiert, in den chinesischen Medienmarkt einzusteigen. Ich stellte dar, dass es für ausländische Medien, in den chinesischen Medienmarkt einzusteigen, so ist, wie in einer Allegorie aus Äsops Fabeln. Ein Bauer brachte seinen Esel dazu, das Tempo zu erhöhen, indem er ihm einen Stängel vor die Nase hielt. Das chinesische Regime spielte den Bauern und einige ausländische Medien den Esel, der von dem Stängel angelockt wurde – ihr Stängel war die Erlaubnis, in den chinesischen Medienmarkt einzusteigen.

Der bekannteste Esel in der Medienwelt ist der Medienmogul Rupert Murdock, Generaldirektor der News Corporation. Er ist ebenfalls ein Sponsor des Gipfels. Seine Erfahrungen in China sind in dem Buch ‚Ruperts Abenteuer in China: Wie Murdock ein Vermögen verlor und eine Ehefrau gewinnt‘ festgehalten. Das Buch schrieb sein ehemaliger Mitarbeiter, der australische Journalist Bruce Dover. Es beschreibt, wie Murdock versucht hat, auf dem chinesischen Markt einzusteigen, indem er vor Peking einen Kotau machte und sein Gewissen mit dem Aufbau seines weltweiten Unternehmens kompromittierte.

Im Jahre 2005, als die Medien der Welt im Chor ihr Loblied auf China sangen, waren sie der Meinung, dass so etwas ihnen eine Möglichkeit gäbe, in den chinesischen Markt einzusteigen. Aber dieser Traum fand ein abruptes Ende, als sechs Ministerien, einschließlich des Propagandaministeriums, des Kulturministeriums, des Radios, Films und Fernsehens und der Allgemeinen Verwaltungsstelle für Presse und Publikationen die ‚Richtlinien für eine bessere Handhabung beim Import kultureller Produkte‘ herausgaben. Seitdem sind mehrere Jahre vergangen, ohne dass man noch einmal diesen idiotischen Chor der ausländischen Presse gehört hätte.

Doch Unterredungen, die zu Einschränkungen führen, bedeuten keineswegs, dass das Träumen beendet ist. Am 22. Juli dieses Jahres hat China einen ‚Plan zur Förderung für die Kultur-Industrie‘ herausgegeben und behauptet, es sei der elftgrößte Entwicklungsplan für Industrie nach der Entwicklung bei Textilien und in der Leichtindustrie. Sein Zweck besteht darin, die zukünftige Entwicklung von Chinas Kulturindustrie neu zu beleben und voran zu treiben.

Einige Leute glauben, dass dieser Plan mehr Gesellschaftskapital und ausländisches Kapital für Chinas Kulturindustrie anziehen wird. Darum sehen viele ausländische Mediengruppen darin eine gute Gelegenheit und haben schon angefangen, darüber zu phantasieren, wie die industrialisierten Medien Chinas Pressefreiheit fördern könnten.

Diese großen ausländischen Medien haben von ihrem Getue abgelassen und sich dem langjährigen Sonderfall der Medien, Xinhua News Agency auf dem beispiellosen Weltmediengipfel zugesellt. Ihre einzige Absicht besteht darin, den Medienmarkt in China zu erschließen. Ob es helfen wird, die Medienfreiheit in China zu verbessern, ist ungewiss und sie wissen, dass ihre Aussichten unrealistisch sein könnten.

Was diese Journalisten in China erlebt haben, könnte der Beweis dafür sein, dass die Medienfreiheit in China noch weit davon entfernt ist, Realität zu werden. Einer der Teilnehmer, zum Beispiel Google, weiß sehr gut, wie er kooperieren muss und wie er sich dem Regime fügen muss, damit die Kontrolle über das Internet verstärkt wird.

Es ist einfach richtig, wenn man sagt, dass der Weltmediengipfel eine Show ist, eine Show, bei der sowohl die chinesische Regierung als auch die westlichen Medien mitspielen. Durch diese Image verbessernde Vorführung hat die chinesische Regierung die Möglichkeit, sich im Spiel von ihrer sanften Seite zu zeigen, wohingegen die westlichen Medien im Austausch für das Spielen der unerwünschten Rolle von Unterstützern des Gipfels, die Hoffnung nähren, Möglichkeiten zu bekommen, um in den chinesischen Medienmarkt vorzustoßen.

 

He Qinglian, geboren 1956, ist Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlerin und arbeitet zur Zeit am Institut „Human Right in China“ (http://iso.hrichina.org) in New York. Nach dem Studium der Volkswirtschaft an der Universität Fudan in Shanghai arbeitete He Qinglian in der Propaganda-Abteilung des Stadtkomitees der Kommunistischen Partei in Shenzhen, bevor sie in die Redaktion der Zeitung Shenzhen Legal Daily wechselte, gleichzeitig an der Universität Jinan beschäftigt war. In ihrem 1997 in Hongkong erschienen Buch „China in der Modernisierungsfalle“ räumt die Ökonomin grundlegend mit dem Mythos „vom Wandel durch Handel“ auf. He emigrierte 2001 in die USA, wohnt derzeit in Princeton, New Jersey.

Ihr neues Buch heißt: „The Fog of Censorship: Media Control in China“ (248 Seiten, Human Rights in China, 2008, ISBN-13: 978-0971735620).

Artikel auf English:  World Media Summit Makes Strange Bedfellows in China

Originalartikel auf Chinesisch:  大纪元评论-何清涟:同床异梦的“世界媒体峰会”

 

 

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