Weltweite Mahnwachen am 25. April erinnern an Auftakt der Verfolgungskampagne gegen Falun Gong in China

Epoch Times24. April 2018 Aktualisiert: 23. Mai 2019 22:25
Die Verfolgung von Falun Gong in China jährt sich zum 19. Mal. Der 25. April 1999 war der Auftakt einer landesweiten Verleumdungskampagne gegen die Meditationspraxis. An diesem Tag versammelten sich rund 10.000 Praktizierende vor dem Petitionsbüro in Peking, um die Freilassung inhaftierter Praktizierender zu erbitten. Das Ereignis wurde von den chinesischen Staatsmedien als "Belagerung des Regierungsbezirks" dargestellt und diente als Begründung für die am 20. Juli 1999 einsetzende Verfolgung von Falun Gong.

Die Verfolgung der buddhistischen Meditationspraxis Falun Gong – auch Falun Dafa genannt – jährt sich zum 19. Mal.

Am Mittwoch erinnern weltweit Mahnwachen an den Auftakt der landesweiten Verleumdungskampagne gegen Falun Gong in China.

Hamburg gedenkt mit einer 19-stündigen Mahnwache an das 19 Jahre zurückliegende Ereignis – Österreichs Hauptstadt Wien mit einer 11-stündigen Mahnwache. Auch in anderen Städten weltweit wird den Verfolgten in China gedacht.

Inhaftiert, erniedrigt, gefoltert, getötet

Chinas damaliger Staatschef Jiang Zemin nahm den 25. April 1999 als Anlass für die umfassende Niederschlagung der Meditationsschule. In Folge sind Abertausende inhaftiert, erniedrigt, gefoltert und sogar „auf Bestellung“ getötet worden.

Seit 1992 öffentlich bekannt und beliebt, wurde die schnellwachsende Meditationsschule Falun Gong ab 1996 durch die Kommunistische Partei Chinas denunziert und schikaniert.

Am 11. April 1999 erhob He Zuoxiu auf Anweisung seines Schwagers Luo Gan (Luo Gan war der damalige Verantwortliche für die Verfolgung von Falun Gong und von 2001 bis 2007 Mitglied des ständigen Ausschusses des Politbüros der kommunistischen Partei) im Journal der Universität von Tianjin schwere und unwahre Anschuldigungen gegen Falun Gong.

Als die Praktizierenden der dortigen, 120 km von Peking entfernten und 12 Mio. Einwohner zählenden Stadt friedlich demonstrierten und auf die wahren Sachverhalte hinwiesen, wurde auf sie eingeschlagen, 45 wurden inhaftiert.

Danach sagte man den Praktizierenden, die die Freilassung der Inhaftierten forderten: „Hier kann ihnen nicht geholfen werden!“

Tianjin ist der Zentralregierung in Peking direkt unterstellt. Die Befehle für die Inhaftierungen kamen vom Ministerium für öffentliche Sicherheit. Deshalb schickten die Beamten in Tianjin die Bittsteller für die Freilassung der Praktizierenden nach Peking. Nur dort könne ihnen geholfen werden.

Dem Rat folgend gingen zahlreiche chinesische Anhänger des Falun Dafa am 25. April 1999 nach Peking. Sie wollten dort beim nationalen Petitionsbüro die Freilassung ihrer Mitbürger erbitten und für ihre Bürgerrechte eintreten.

Die Bittsteller wurden in Peking von Beamten der chinesischen Staatssicherheit in Empfang genommen. Sie wurden auf zwei verschiedene Straßen zum Tor von Zhongnanhai, dem Sitz der Regierung, geführt.

Das Petitionsbüro ist eine Institution, von der man selten in den Nachrichten hörte und die auch nicht ausgeschildert war. Sicherheitsbeamte vor Ort erklärten den Anreisenden, das Büro würde erst später aufmachen. Sie sollten warten.

Die Menschenschlange wurde immer länger, der Weg zum Regierungsbezirk war aber frei. Normalerweise kann sich niemand ohne weiteres dem Komplex nähern, da zahlreiche Polizisten Zhongnanhai bewachen.

An diesem Tag waren lediglich sehr viele Kameras entlang der Straßen aufgebaut. Statt der üblichen Polizisten waren in der Nähe viele Jeeps voller Soldaten, mit Bajonetten und Gewehren zu sehen. Sie schienen auf etwas zu warten. Auch die Falun Gong Leute warteten – ganze 16 Stunden lang.

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN

Laut China-Experten Ethan Gutmann – nominiert für den Friedensnobelpreis – wollten die Staatssicherheitskräfte den Falun Gong Anhängern in dem Regierungsviertel eine Falle stellen und einen Vorfall provozieren, der dann als Vorwand für ein Blutbad genutzt werden sollte.

Das Petitionsbüro öffnete weiterhin nicht. Die Anhänger warteten friedlich. Schließlich sicherte der damalige Ministerpräsident Zhu Rongji nach einem Gespräch mit fünf Bittstellern die Freilassung der in Tianjin Verhafteten zu. Die Angereisten machten sich diszipliniert, ohne Störungen zu verursachen, erleichtert auf den Heimweg.

In der Folge wurde dieses Ereignis allerdings als „Belagerung des Regierungsbezirks“ dargestellt und diente als Begründung für die am 20. Juli 1999 einsetzende Verfolgung von Falun Gong. Landesweite Medienkampagnen verbreiteten diese falschen Nachrichten ununterbrochen.

Wer Falun Dafa übt, darf seitdem keine Schule besuchen, darf nicht studieren, verliert seinen Arbeitsplatz, wird in Gefängnissen oder in Arbeitslagern inhaftiert, gefoltert und getötet.

Der wahre Grund für die Verfolgung dürften die schätzungsweise 70 – 100 Millionen Praktizierenden in China gewesen sein, deren Anzahl die 65 Millionen Mitglieder der Kommunistischen Partei Chinas überstieg.

(so/fg-pm)

Weitere Artikel:

Wie Falun Gong in der Regierung Chinas verbreitet und dann verfolgt wurde

China vor 14 Jahren: Die große friedliche Demonstration geriet in eine Falle