“Wenige Straßenzüge neben Olympia wird gefoltert“

Von 16. Juli 2008 Aktualisiert: 16. Juli 2008 10:07
Schüler lernen für das Leben: Eine Initiative der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte an Schulen im Bereich Rhein-Neckar zeigt im Vorfeld der Olympischen Spiele eine traurige Menschenrechtsbilanz in China und leistet einen Beitrag für die Menschenrechtsbildung in Schulen.

„Stellen Sie sich vor, wenige Straßenzüge neben den Wettkampfstätten wird gefoltert oder den Falun Gong- Praktizierenden werden die Organe entnommen während man im ´Vogelnest` ´Eine Welt, ein Traum` vorgaukelt.“ – Hubert Körper von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) zog vor 300 Schülern des Kurpfalz Gymnasium Schriesheim eine traurige Bilanz über die Menschenrechtssituation im Vorfeld der Olympischen Spiele.

Nach den Schilderungen über Organraub, Zwangsumsiedlung, Verfolgungen von Falun Gong, Christen, Uighuren, Tibetern und Andersdenkender schloss er: „Bezüglich der Olympischen Spiele stellen wir ganz klar die Maximalforderung „Ohne Menschenrechte – keine Olympischen Spiele in Peking“ und dies ist absolut legitim. Ich denke sogar, dass dies unsere Pflicht ist, alles andere wäre reine Heuchelei.“

Ungefähr 300 Schüler des Kurpfalz-Gymnasiums nahmen am Montag, den 14. Juli 2008 im Vorfeld der Olympischen Spielen an einem Vortrag und anschließender Diskussion mit dem Thema „Im Schatten der Ringe – Chinas Menschenrechtslage vor den Olympischen Spielen“ der IFGM teil.

Warum Schulleiter Matthias Nortmeyer diese Veranstaltung durchgeführt hat? „Laut einer Studie können nur wenige Deutsche Menschenrechte nennen.“ Außerdem werde im Bildungsplan die Umsetzung des Themas Menschenrechte vorgeschrieben und haben in Schulen einen deutlich höheren Stellenwert bekommen. Für ihn lag es daher nahe, im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen das Thema Menschenrechte seinen Schülern zu verdeutlichen, vor allem auch den sportbegeisterten Jugendlichen: „Sie sollen genauer schauen und vor allem auch kritisch mit diesem Thema umgehen.“

Manyan Ng, ebenfalls Vorstandsmitglied der IGFM und selbst in China geboren, erläutert: „Die Hoffnung für China liegt in den alten ursprünglichen Werten und Moralvorstellungen, und diese sind im Volk noch nicht verloren gegangen“, so Ng. Und bestärkt damit die Aussagen des Rechtsanwalts Gao Zhisheng, der in seiner aktuellen Biographie genau dies verdeutliche: Die Hoffnung Chinas liege laut Gao bei der christlichen Religion und bei Falun Gong.

Über die Resonanz der Schüler freute sich die Organisatorin Antonia Steins aus der zehnten Klasse, die das Ganze initiiert hatte: „Ich habe mich sehr gefreut, dass meine Mitschüler so viele Fragen hatten und so interessiert waren.“ Hubert Körper schlägt in die gleiche Kerbe:„Ich freue mich über die so motivierten und interessierten Jugendlichen, die wirklich dabei aktiv helfen möchten, die Menschenrechtssituation in China zu verbessern.“

Der Beifall zum Ende ist von lauten Anfeuerrufen begleitet. Nach einer fast zweistündigen Veranstaltung, mit Vortrag und Diskussion leert sich das Foyer langsam wieder. Diesmal haben die Schüler etwas fürs Leben gelernt.

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