Ein chinesisches Fischereiboot, das auf Japans Senkaku Inseln gelandet war, auf dem Weg in den Victoria Hafen in Hong Kong am 13. November 2013. Durch ein neues System militarisiert China seine Fischereiboote.Foto: Aaron Tam/AFP/Getty Images

Wie Chinas Marine Fischereiboote für seine raffinierte „Kohl-Strategie“ militarisiert

Von 1. August 2014 Aktualisiert: 1. August 2014 7:45

China hat eine neue Marine. Sie hat eine Erweiterung bekommen aus Horden von Fischern, deren Boote mit einem Satelliten-Navigationssystem auf Militär-Niveau ausgestattet wurden, das mit der chinesischen Küstenwache verbunden ist.

Die Fischer zahlen nur etwa 10 Prozent der Kosten. Das chinesische Regime trägt den Rest. Sobald das System installiert ist, erhalten die Fischer auch weitere Subventionen, um dem Regime zu helfen, seine Gebietsansprüche durchzusetzen.

Die Fischer in Hainan wurden aufgefordert, sich in umstrittene Gewässer zu wagen und man erwartet, dass sie mit ihrem Satellitensystem die Sichtung von fremden Schiffen melden.

Das Beidou-Satellitensystem (BDS) ist ähnlich wie die GPS-Ortungssysteme in den Vereinigten Staaten, nur mit ein paar zusätzlichen Funktionen. Chinas System kommt mit einem Alarm und Short Messaging-System daher, das den Fischern ermöglicht, Behörden und Schiffe in der Nähe zu alarmieren.

Hoheitsrechte im Südchinesischen Meer

China beansprucht 90 Prozent des Südchinesischen Meeres und fast jede Insel in ihm als eigenes Hoheitsgebiet. Seine Ansprüche haben jedenfalls schon Konflikte mit fast jedem anderen Land, das an das Südchinesische Meer angrenzt, provoziert, vor allem mit Vietnam und den Philippinen.

Durch die Verwendung von Fischern, um bei der  Durchsetzung seiner Ansprüche zu helfen, hat China sowohl die Reichweite seiner Marine gewaltig erhöht, als auch ihre Fähigkeit, Schiffe zu lokalisieren und ihnen den Zugang aus anderen Ländern zu untersagen.

Ein Spiel um Rechte

Die Rolle, die chinesische Schiffe in dem Streit spielen, weist zurück auf den 23. November 2013, als das chinesische Verteidigungsministerium ein Gebiet über internationalen Gewässern im Ostchinesischen Meer zur Flugverbotszone erklärte, was auch japanisches Territorium betraf.

Kurz nachdem China die Flugverbotszone eingerichtet hatte, reklamierte es auch eine „no fishing“ Zone im Südchinesischen Meer. Es verwendete dann die „Nicht-Fischereizone“ als legale Ausrede, um Schiffe aus anderen Nationen zu schikanieren.

Mit Chinas neuem BDS-System können chinesische Fischer im Südchinesischen Meer helfen, den Anspruch des Regimes auf eine „Nicht-Fischereizone“ durchzusetzen.

Einige Fischer sind sogar noch weiter gegangen mit einer Teilnahme an Chinas militärischen Manövern, um Chinas wachsendes Territorium im Südchinesische Meer zu beherrschen.

Im Mai etablierte China die Ölplattform 981 in Vietnams Exclusive Economic Zone, weit südlich von Hainan. Eine Armada von 80 Schiffen begleitete die Bohrinsel. Die Plattform gehörte zum Ölimperium von Jiang Zemin und Zhou Yongkang. Am 16. Juli wurde sie still und leise wieder entfernt.

Die „Kohl-Strategie“

Unter den Militär-und Küstenwachschiffen in Chinas Armada befanden sich Fischereifahrzeuge, die vietnamesische Schiffe angeblich aktiv schikanierten und rammten.

Generäle des chinesischen Militärs sprechen offen darüber, wie sie die Fischer in Chinas militärischen Strategien benutzen – insbesondere wenn es darum geht, neue Stücke an Territorien zu schnappen.

Chinas Generalmajor Zhang Zhaozhong diskutierte eine solche Strategie bei einem Interview im Mai 2013 im chinesischen Fernsehen.

Zhang sagte, wenn China ein umstrittenes Gebiet beansprucht, sendet es zuerst Fischerboote in die Gegend, dann Meeresüberwachungsschiffe und schließlich Kriegsschiffe. Er beschrieb diesen Ansatz als eine „Kohl-Strategie“, die das Gebiet nach und nach mit einer Schicht wie mit Kohlblättern umgibt.

„Die Insel wird so Schicht um Schicht eingewickelt wie ein Kohlkopf … eine Kohl-Strategie hat Gestalt angenommen“, sagte Zhang, und fügte hinzu: „Für viele Dinge müssen wir nur den richtigen Zeitpunkt erwischen, um sie anzupacken.“

Eine extra bezahlte Streitmacht

Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua erklärte, dass das BDS „dazu beitragen wird, mit einem Sicherheitssystem die Fischer in der Provinz Hainan zu schützen“, und verwies auf Chinas anhaltende Territorialkonflikte.

Xinhua stellte fest, dass bis Dezember 2013 auf mehr als 50.000 chinesischen Fischerbooten das BDS-System installiert wurde.

Qi Chengye, ein Manager bei BDStar Navigation, die das BDS bei 80 Prozent der chinesischen Fischereischiffe installiert haben, sagte außerdem, die chinesische Regierung bemühe sich seither, das System nach vorne zu bringen.

„Die chinesische Regierung gibt hohe Subventionen, um die Fischer zu ermutigen, das BDS zu installieren“, sagte Qi zu Xinhua.

„Die Regierung zahlt die meisten der Kosten der Kunden-Endgeräte und gibt den Fischern Diesel-Subventionen je nach Entfernung und Häufigkeit, mit der ihre Schiffe auf dem Meer kreuzen“, sagte er.

Die Nachrichtenagentur Reuters erhielt im Grunde ähnliche Antworten. Mehrere Fischer in Hainan sagten der Nachrichtenagentur, dass die Behörden sie ermutigten, in die umstrittenen Gewässer zu fahren. Ein Fischer sagte, sie erhielten Geld auf der Basis der Größe ihrer Motoren, mit einem 500 PS-Motor erhielte er immerhin 320 bis  480 US-Dollar pro Tag.

Keiner der Fischer, die Reuters befragte, gab an, dass sie das BDS schon benutzt hätten, um einen Warnruf abzusetzen.



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