General Gu Junshan und sein Korruptions-Imperium fielen schon vor einem Jahr. Nun enthüllten China Medien die Details.Foto: Screenshot Caixin / Epoch Times

Wie Chinas Medien einen entmachteten Militär bloßstellen

Von 17. Januar 2014 Aktualisiert: 17. Januar 2014 10:36

Eigentlich wurde General Gu Junshan schon im Januar 2012 entmachtet, nun präsentierten Chinas Medien erstmals die pikanten Details:

Eine Mao-Statue aus purem Gold, ein goldenes Waschbecken und ein goldenes Boot waren nur die Spitze des Eisbergs dessen, was der Logistik-Chef der Volksbefreiungsarmee über Jahre durch Korruption angehäuft hatte. Zwei Tage und vier LKWs brauchte es, um das Inventar seiner Villa in Puyang, Provinz Henan, zu beschlagnahmen.

Gus Haus war im Stil eines Kaiserpalastes gestaltet – mit Statuen, Springbrunnen, Gärten und einem Anbau für Bedienstete. In den 30 Meter langen Tunnels, die sein Haus unterirdisch mit den Häusern seiner Brüder verbanden, hatte er kistenweise teuren Maotai gebunkert – den Lieblings-Schnaps der chinesischen Funktionäre.

Der Militär besaß Wohnungen und Grundstücke in den Bestlagen von Peking und Shanghai, die er in seiner Rolle als Logistik-Zar eingeheimst hatte: Die Grundstücke verkaufte er an Immobilienentwickler, die ihn dafür schmierten. Die Appartments schenkte er Leuten, deren „Freundschaft“ er zu gewinnen gedachte. Einer der Anklagepunkte gegen Gu lautete, er habe sechs Prozent vom Verkauf eines Militärgrundstücks an Immobilienentwickler profitiert.

Gezielte Bloßstellung

Über General Gus Imperium und seinen verschwenderischen Lebensstil wurden zuerst im Businessmagazin Caixin berichtet. Dann fielen Chinas Medien über ihn her. Caixin gilt derzeit als innoffzielles Sprachrohr von Wang Qishan, dem aktuell drittmächtigsten und meistgefürchtetsten Mann der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh). Als Leiter der „Disziplinar-Kontroll-Abteilung“ setzt Wang die Anti-Korruptions-Kampagne von Staatschef Xi Jinping um.

Verwickelt in Organraub und Jiang-Bande

Das Gu schon vor einem Jahr verhaftet wurde, der Fall aber erst jetzt an die große Glocke gehängt wird, sendet laut Beobachtern das klare Signal, dass Xi Jinping bei der Entmachtung seiner Feinde Fortschritte macht: Da Chinas Militär innerhalb des Machtsystems der Kommunistischen Partei als isoliertes System fungiert, ist Korruption dort ein noch größeres Problem als im Beamtenapparat. Außerdem ist das Militär direkt in den staatlich organisierten Organraub und Organhandel verwickelt, der nach Beginn der Verfolgung von Falun Gong im Jahr 1999 einsetzte. Ermittlern zufolge findet der Organraub an Falun Gong-Häftlingen häufig in Militärkrankenhäusern statt.

Gus Beseitigung und mediale Bloßstellung ist auch ein weiterer Schlag gegen Ex-Diktator Jiang Zemin und seine Clique: In die Position des Logistik-Chefs der Armee war Gu von General Jia Tingan befördert worden, der laut Insidern vier Jahre lang Jiangs Top-Sekretär und rechte Hand war. Jiang Zemin hatte die Verfolgung der spirituellen Bewegung Falun Gong 1999 gestartet und danach Schlüsselpositionen mit seinen Getreuen besetzt, die die Verfolgung nach seiner Pensionierung weiterführten.



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