Angst vor Versorgungsknappheit: Peking plant Mengen- und Preisregulierung von Getreide und Speiseöl

Vor kurzem legte die Regierung in Peking einen Notfallplan zur Regulierung von Getreide- und Speiseöl-Preisen vor. Das geschah inmitten der zunehmenden Handelsspannungen zwischen China und den Vereinigten Staaten.

Die Entwicklungs- und Reformkommission in Pekinger behauptete: der Plan würde sicherstellen, dass die städtische Getreide- und Ölversorgung und vor allem die Preise innerhalb der normalen Bandbreite liegen würden. So die staatliche Zeitung Beijing News am 13. Mai.

Die vorgesehenen Überwachungs- und Regulierungsmaßnahmen deuten auf Besorgnisse über eine sichere Versorgung der Bevölkerung hin.

Die Kommission sagte, dass sie die Schwankungen des durchschnittlichen Großhandelspreises für wichtige Getreideprodukte wie Japonica-Reis (die am häufigsten konsumierte Reissorte in China) und Weißmehl sowie Speiseöle wie z.B. Sojaöl überwachen würde. Jedem Produkt wird eine Alarmindikatorstufe zugeordnet: sicher, mäßig, gefährlich oder sehr gefährlich, je nach Ausmaß der Preisschwankungen.

Für Produkte, die das „mäßig gefährliche“ Niveau erreichen, werden die Behörden die Lagerbestände im ganzen Land überprüfen, die „Marktüberwachung verstärken“ und Preisprognosen auswerten. Für diejenigen, die das „stark gefährliche“ Niveau erreichen, werden die Behörden beginnen, Lagerbestände aus den stattlichen Kornkammern auf den Markt zu bringen, neue Bezugsquellen zu erschließen und in die Handelspreise  „eingreifen“.

Zur Sicherung der Ernährung seiner Bürger hat das chinesische Regime ein System von Getreidereserven eingeführt. Staatliche Lebensmittelunternehmen füllen die Lager mit Getreide, das von lokalen Bauern gekauft wurde. Die Preise werden mit Subventionen der Zentralregierung niedrig gehalten.

In dem Bericht wurde ein Beamter der Kommission zitiert. Er sagte, dass der Plan „einer langfristigen Perspektive Rechnung trägt, wenn China mit komplexen nationalen und internationalen Rahmenbedingungen konfrontiert ist“. Letzteres ist ein Hinweis auf den aktuellen Handelsstreit mit den Vereinigten Staaten.

China ist stark abhängig von US-Importen

Qin Peng, ein chinesischstämmiger US-Kommentator für Finanzen, sagte der chinesischsprachigen Epoch Times am 13. Mai, dass die neuen Regelungen in Peking sehr wahrscheinlich mit der Eskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und China zusammenhängt.

Die Pekinger Behörden haben Japonica-Reis, Weißmehl und Sojaöl ins Visier genommen. Bei dem Rohstoff, aus dem die beiden letztgenannten Produkte hergestellt werden, ist China stark abhängig von Importen aus den Vereinigten Staaten.“

Qin glaubt, dass die Preise für Weißmehl und Sojaöl mit einem eskalierenden Handelskrieg drastisch steigen würden.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat am 10. Mai eine Zollerhöhung auf chinesische Importe im Wert von 200 Milliarden Dollar durchgesetzt. Die Zölle wurden von 10 Prozent auf 25 Prozent erhöht.

Als Gegenmaßnahme kündigte die chinesische Regierung am Abend des 13. Mai an, dass es die Zölle auf US-Waren im Wert von 60 Milliarden Dollar erhöhen werde, die zwischen 5 und 25 Prozent liegen würden.

Die neuen Zollsätze beinhalten 25 Prozent Zölle auf eine Reihe von Speiseölen wie Soja-, Erdnuss-, Oliven-, Sonnenblumen- und Kokosöl. Grundnahrungsmittel wie frisches Schweinefleisch, Sojabohnen, Weizen und Hirse fehlen jedoch [ausdrücklich] in der neuen Zollliste.

Herbst-Armeewurm

Aufgrund der Dürre und einer sich ausbreitenden Pflanzenkrankheit reicht die Getreideproduktion in China nicht zur Versorgung des Landes aus. Daher scheint Peking den Import von amerikanischen Grundnahrungsmitteln von der neuen Zollliste gestrichen zu haben, um eine Nahrungsmittelkrise zu vermeiden.

Die chinesischen Behörden haben vor kurzem bestätigt, dass ein zerstörerischer Schädling namens Herbst-Armeewurm (Spodoptera frugiperda) bereits viele Teile Chinas heimgesucht habe. Dieser Herbst-Armeewurm hat in China keinen natürlichen Feind und kann erhebliche Schäden an Nutzpflanzen wie Mais, Reis, Weizen, Sorghum, Gerste, Zuckerrohr, Sojabohnen und Erdnüssen verursachen. All diese Faktoren haben die Nahrungsmittelversorgung Chinas stark unter Druck gesetzt.

Da die Handelsverhandlungen zwischen China und den USA letzte Woche in Washington ohne ein Abkommen abgeschlossen wurden, ist die Zukunft der US-Importe eine unsichere Angelegenheit für China.

Qin ist der Ansicht, dass China als Gegenmaßnahme die Zölle weiter erhöhen oder sogar ein Embargo gegen US-Agrareinfuhren verhängen könnte, was zu weiteren Preiserhöhungen für Getreide und Speiseöle in China führen würde.

Schweinepest

Der weit verbreitete Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in China hat bereits zahlreiche Schweine getötet. Dies führte wiederum zu einem starken Anstieg der Schweinefleischpreise.

Im April stieg der chinesische Verbraucherpreisindex im Jahresvergleich um 2,5 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit November 2018, so die neuesten Daten des chinesischen zentralen Statistikamt. Die Schweinefleischpreise stiegen um 14,4 Prozent.

Der Kommentator der Epoch Times, He Jian, wies darauf hin, dass Chinas Nachbarn in der Südchinesischen Meeresregion eine weitere Quelle für Agrarimporte werden könnten. Allerdings sind wegen der Souveränitätsansprüche Chinas im Südchinesischen Meer, die Beziehungen Pekings zu diesen Ländern sehr schwierig. „Wenn sich die diplomatische Situation dort verschlechtert, kann sie sich auch auf die Lebensmittelpreise auswirken“, sagte er.

Jian wies darauf hin, dass die jüngsten Vorschriften Pekings zur Eindämmung steigender Preise ein Versuch sein könnten, zu verhindern, „dass unzufriedene Verbraucher die Herrschaft der derzeitigen Autoritäten in Frage zu  stellen“.

Das Original erschien in The Epoch Times (USA) (deutsche Bearbeitung von yz) Originalartikel: Beijing Begins to Regulate Supply and Prices of Grains, Cooking Oil as Trade War Escalates

Quelle: https://www.epochtimes.de/china/china-wirtschaft/angst-vor-versorgungsknappheit-peking-plant-mengen-und-preisregulierung-von-getreide-und-speiseoel-a2887952.html