Anti-Korruption? China erleichtert Kapitalflucht ins Ausland

Von 18. Dezember 2013 Aktualisiert: 18. Dezember 2013 9:20

Vor kurzem erließ die chinesische Zentralregierung eine neue Regelung für Investitionen im Ausland. Konkret: Alle chinesischen Investitionen im Ausland unter einer Milliarde US-Dollar müssen nicht mehr durch die Zentralregierung überprüft werden. Das erleichtert es reichen Parteifunktionären des kommunistischen Regimes noch weiter, ihr Geld ins Ausland zu bringen.

Experten sehen nun die Gefahr, dass die chinesische Währung Yuan dadurch stark abgewertet werden könnte und die kapitalintensive und ohnehin marode Immobilienbranche unter den vermehrten Devisenabflüssen stark leiden dürfte.

Der Leiter der chinesischen Außenhandels-Abteilung, Kong Linglong, sagte beim „Wirtschaftsforum für Diplomaten 2013“ am 14. Dezember, dass die neue Grenze sowohl staatliche als auch private Unternehmen in China betreffe. Alle Investitionen ins Ausland unter einer Milliarde US-Dollar müssten nicht mehr von der chinesischen „Entwicklungs- und Reform-Kommission“ überprüft und genehmigt werden, sondern nur noch bei der Kommission gemeldet werden. 

Bis dahin lag die Grenze für eine offizielle Überprüfung einer Investition außerhalb Chinas bei 100 Millionen US-Dollar. Für die Energiebranche gab es eine Sonderregelung – hier lag die Grenze für genehmigungspflichtige Investitionen bei 300 Millionen US-Dollar.

Blasen im Wert von 30 Billionen Yuan

Experten gehen davon aus, dass die überhitzte Kapitalzufuhr aus dem Ausland in China zu einer Blasenbildung in Höhe von 30 Billionen Yuan geführt habe – davon dürften 5 Billionen Yuan auf dem Goldmarkt und 25 Billionen Yuan auf den Immobilienmarkt entfallen.

Der Immobilienmarkt in China ist besonders abhängig von Kapital aus dem Ausland. 

Dafür gibt es zwei Hauptgründe:

– den Beitritt Chinas zur WTO.

2001 trat China der Welthandelsorganisation WTO bei. Der darauf folgende Boom ausländischer Investitionen in China sorgte für die Entstehung der Immobilienblase.

– die Aufwertung des Yuan seit dem Juli 2005.

Im Juli 2005 begann die chinesische Währung Yuan ihre ständige Aufwertungsphase. Das zieht internationale Spekulanten an – und gibt den Immobilienpreisen einen weiteren Schub nach oben.

„Rezession voraus“: Chinesische Experten malen düsteres Zukunftsszenario

Der chinesische Immobilienexperte Niu Dao ist der Meinung, dass die Kapitalflucht ausländischer Investoren nach China eine Immobilienblase verursacht habe. Nun prognostiziert er, dass die weitere Erleichterung der Kapitalflucht aus China die chinesische Wirtschaft in eine Rezession und sogar zum Zusammenbruch führen könnte. „Wenn das Spiel vorbei ist, wird der Wechselkurs des Yuan zum Dollar bei 20: 1 liegen.“ Zum Vergleich: Derzeit liegt der Yuan-Dollar-Wechselkurs bei 6,1:1.

Der in China hoch angesehene Wirtschaftsredakteur Zhang Tingbin zeichnet ein ähnlich düsteres Bild für die Zukunft im Reich der Mitte: Im schlimmsten Fall werde die Kapitalflucht zu einer starken Abwertung des Yuan führen. Da China für Getreide von Import abhängig ist, müssten Landwirtschaftsprodukte teuer gekauft und Industrieprodukte billig verkauft werden.

Auf dem Immobilienmarkt würde die Abwertung zu einem Verkäufermarkt führen. Dann stünde die chinesische Regierung vor einer schwierigen Entscheidung: Den Immobilienmarkt mit Kapitalspritzen retten und dabei riskieren, dass die Getreidepreise noch weiter steigen – soziale Unruhen würden noch stärker steigen. Oder den Immobilienmarkt fallen lassen – dann würden die Immobilienpreise rasant sinken und der Markt zusammenbrechen. 

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