Wanted: So jagen Interpol und Australien Chinas korrupte Beamte

Epoch Times3. Dezember 2014 Aktualisiert: 3. Dezember 2014 13:13

Chinas Kapitalflüchtlinge sind prominent – besonders auf der Fahndungsliste von Interpol. Durch einen Bericht des Hongkonger Fernsehsenders Phoenix TV rückten sie nun wieder ins Scheinwerferlicht: Auf der roten Fahndungsliste von Interpol befinden sich 160 Chinesen, die in rund 50 Fällen eindeutig wegen der Veruntreuung von Geldern gesucht werden!

Die meisten der wegen Korruption gesuchten Personen sind getürmte Regierungsbeamte oder Top-Manager staatlicher Unternehmen. Wie schwer das Korruptionsproblem in Chinas kommunistischem Regime ist, zeigt eindrucksvoll der Umstand, dass Interpol zwar 190 Mitgliedsländer hat, aber kein anderes westliches Land derart viele kriminelle Personen sucht, die auch noch in 30 Prozent aller Fälle mit Schwarzgeld und Bestechung zu tun hatten. Außerdem merkwürdig: Einige dieser Kandidaten ähneln vom Aussehen her verblüffend den Gesuchten auf chinesischen Fahndungsfotos, ein Zeichen dass hier auch Passbetrug und Doppelidentitäten zum Einsatz kommen.

Australien Eldorado der nackten Beamten

Am 2. Dezember ging ein weiterer Bericht von Phoenix Weekly durch die chinesischen Medien: Mehrere große Nachrichtenportale berichteten darüber wie China und Australien zusammenarbeiten wollen, um getürmte Beamte im Land der Känguruhs dingfest zu machen. Im Oktober hatten China und Australien ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet. Australien hat nur 23 Millionen Einwohner, von denen 1 Million chinesischer Abstammung sind und ist damit eines der beliebtesten Fluchtziele. Bisher konnte man als korrupter Chinese hier ganz unauffällig untertauchen, doch damit soll nun Schluss sein.

Die chinesischen Behörden setzten den Korruptionssündern eine Frist bis zum 1. Dezember 2014, um freiwillig nach Hause zurückzukehren und Strafmilderung zu erhalten. Ob dieses Angebot von irgendjemandem genutzt wurde, erwähnte man nicht. Zumindest von der Nr. 1 der australischen Fahndungsliste fehlt bisher jede Spur. Es ist Gao Yan, der ehemalige Provinzchef von Yunnan und ein Vertrauter von Chinas Ex-Diktator Jiang Zemin. Er hatte als Pronvinzchef und anschließender CEO eines staatlichen Stromkonzerns Millionen gescheffelt und war im Jahr 2002 nach Australien geflüchtet.

Geld per Privatjet eingeflogen

Desweiteren wurden Anektdoten berichtet, wie diese aus einem australischen Gerichtsdokument des Jahres 2013: Ein chinesischer Geschäftsmann habe mit seinem Privatjet einmalig 800.000 Australien-Dollar in Bar aus China eingeflogen und das Geld bei der Niederlassung einer chinesischen Bank in Melbourne angelegt.

Auch der Kundenbetreuer einer anderen australischen Bank wurde von Phoenix Weekly zitiert, wonach einer seiner Klienten, ein Militär, per Privatjet eine riesige Menge Bargeld nach Australien brachte. Chinas Kapitalflüchtlinge leben laut einem weiteren Insider sehr zurückgezogen, ja praktisch isoliert. Sie verkehren nur in ihrem eigenen Kreis und dieser bestehe meist aus weiteren geflüchteten Beamten mit ähnlichen Rängen, Job-Positionen oder Hintergründen. Dazu gehören auch Ehefrauen und Kinder „nackter Beamter“, die noch in China arbeiten, aber ihre Familien schon nach Australien geschickt haben.

50 Milliarden Dollar flohen ins Ausland

Vor einem Monat veröffentlichte das chinesische Handelsministerium einen Bericht über die „nackten Beamten“. Darin hieß es: In den vergangenen 30 Jahren seien ungefähr 4000 hochrangige Beamte und Top-Manager (CEOs von Staatsunternehmen, Beamte von ministerialem und Bürgermeister-Rang) ins Ausland geflüchtet und hätten insgesamt 50 Milliarden US-Dollar mitgehen lassen.

Die Lieblingsziele der Korruptionssünder seien die USA, Kanada, Australien und Europa und je nachdem, wie hoch der Rang und wieviel Geld involviert ist, gestaltet sich das Fluchtziel. Weniger gut betuchte Beamte niedrigerer Ränge flüchten eher in Nachbarländer wie Thailand Burma oder Russland. (Wenn es um große Summen geht, werden demokratische Staaten mit unabhängigem Justizsystem bevorzugt, denn diese liefern Flüchtlinge nicht leichtfertig aus, nur weil Chinas KP Regime Druck macht.) Die Ausreise erfolgt meist über Hongkong, befreundete afrikanische und osteuropäische Länder, weil Chinesen dazu ein Ausreise-Visum brauchen.

Provinzen schweigen über ihre nackten Beamten

Um der Kapitalflucht vorzubeugen, sollten Chinas Beamte ihre Reisepässe bereits bei den lokalen Behörden abgeben. Anfang 2014 startete das Regime heimlich eine Recherche-Aktion, die bis Ende Juli 2014 abgeschlossen war. Nun sollte jede Provinz die Statistik ihrer nackten Beamten veröffentlichen, doch über 10 Provinzen, fast die Hälfte, tat dies nicht. Beobachter vermuten, dass die Statistik eine Masse hochrangiger Leute bloßstellt und zurückgehalten wird, um Unruhe in der Bevölkerung zu vermeiden. (rf)

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