China lockt privates Kapital in Finanzgeschäfte

Von 8. Juli 2013 Aktualisiert: 8. Juli 2013 8:14

 

Die Wirtschaft in China sendet in letzter Zeit ununterbrochen besorgniserregende Signale aus. Deuten sinkendes Wirtschaftswachstum, schwankende Aktienkurse und Kapitalflucht auf eine bevorstehende Finanzkrise? Ist die Regierung in China in der Lage, diese Krise zu vermeiden? Einige Experten sind der Meinung, dass die Regierung in China kaum noch Spielraum hat und der Ausbruch einer Finanzkrise unvermeidlich ist.

Nach Berichten von NTD-Television am 6. Juli hat der China-Experte Zhang Jiadun gesagt, dass das Wirtschaftswachstum in China deutlich gesunken sei. Seiner Meinung nach sei das wirkliche Wachstum des BIP in China im ersten Quartal 2013 viel niedriger als die 7,7 Prozent der offiziellen Statistik. Er schätzte das Wachstum auf nur drei bis vier Prozent. Bei Vernachlässigung von Scheinwachstum, wie zum Beispiel sinnlosen Bauprojekten der Regierung, sei das Wachstum in China nur ein bis zwei Prozent gewesen oder sogar gegen Null gegangen.

Auch mit künstlich aufgehübschtem BIP ist die wirtschaftliche Unsicherheit auf dem Aktienmarkt in China zu spüren. Nach Berichten der chinesischsprachigen Epoch Times, Dajiyuan vom 5. Juli, ist der SSE Composite Index, ein wichtiger Aktienindex in China, in diesem Jahr um 12,1 Prozent gesunken und führt somit die Liste für fallende Kurse in Asien an. Das Misstrauen in die chinesische Wirtschaft zeigt sich auch darin, dass Anleger vermehrt aus dem Yuan aussteigen. Laut Dajiyuan ist der Wechselkurs des Yuan seit dem Erreichen eines Hochs im letzten Monat um 0,15 Prozent gesunken. Angesichts der massiven Verkäufe wird der Yuan Prognosen zufolge in den kommenden 12 Monaten um insgesamt 2,8 Prozent abgewertet werden.

Inzwischen sind Inverstoren weltweit offenbar dabei, sich aus China zurückzuziehen. Dajiyuan zitierte Angaben von der chinesischen Webseite des Wall Street Journals vom 4. Juli, dass es in insgesamt 16 Wochen der vergangenen 18 Wochen Anzeichen gab, dass die globalen Fondsmanager ihre Investitionen aus dem chinesischen Markt zurückgezogen haben. Bis 5. Juni haben innerhalb von fünf Handelstagen 834 Millionen US-Dollar China verlassen und dies ist die größte Kapitalflucht aus China seit Beginn der Finanzkrise im Jahr 2008. Nicht nur ausländische Inverstoren bekommen kalte Füße. Nach Berichten von NTD gibt es Anzeichen, dass die chinesischen Großaktionäre und Top-Manager ebenfalls dabei sind, ihre Aktienpakete zu verkaufen. Die große Kapitalflucht hat bereits erste Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Banken. Li Jing, Manager der JP Morgan Chase & Co., erklärte, dass die Liquiditätsschwierigkeiten bereits Einfluss auf die Banken und kleine und mittelständische Unternehmen in China haben. Auch wenn die Kommunistische Partei den Medien in China einen Maulkorb verpasst hat, sind viele Chinesen von der geschwächten Liquidität der Banken stark verunsichert.

Die Regierung hat kaum noch Handlungsspielraum

Die Handlungen der Regierung in China sind merkwürdig und geben Anlass zu Spekulationen. Gewöhnlich hat die chinesische Regierung in einem solchen Fall längst in die Wirtschaft eingegriffen, wie sie es zum Beispiel im Jahr 2008 getan hat, als staatliche Investitionen in Höhe von vier Billionen Yuan (etwa 500 Milliarden Euro) flossen. Der Premierminister Li Keqiang hatte jedoch eine Zeit lang nur weiterhin gefordert, Währungsreserven zu aktivieren. Die Regionalregierungen in China haben aber wahrscheinlich keine Reserven, sondern eher Schulden.

Ein Großteil der vier Billionen Yuan staatlicher Investitionen im Jahr 2008 ist in den Immobilienmarkt, die Regionalregierungen und staatliche Unternehmen geflossen. Das hat hauptsächlich zu kurzfristiger Überhitzung der Wirtschaft und steigender Korruption geführt, aber keine langfristige Entwicklung in Gang gesetzt. Daher ist die Regierung stark verschuldet. Laut NTD hatten neun Provinz-Hauptstädte im Jahr 2012 einen Verschuldungsgrad von mehr als 100 Prozent. Diese Tendenz setzt sich im Jahr 2013 fort. NTD zitierte Angaben des Statistikamtes vom 10. Juni 2013, dass die Schulden in 24 von 36 untersuchten Städten gestiegen seien. Der Wirtschaftskommentator Ye Tan hält es für möglich, dass einige Regionalregierungen und Finanzinstitute in China bankrott gehen werden.

Der Wirtschaftsexperte Professor Xie Tian von der University of South Carolina Aiken ist der Meinung, dass die Regierung der Kommunistischen Partei Chinas möglicherweise bereits kein Geld mehr habe. Diese Vermutung lässt sich wahrscheinlich durch die neuste Maßnahme der chinesischen Regierung vom 5. Juli, die sogenannten „zehn neuen Finanz-Regelungen“ bestätigen. In diesen zehn Reglungen erregte die Maßnahme, dass sich privates Kapital mit Einschränkung an Finanzgeschäften beteiligen dürfe, die meisten Aufmerksamkeit. Viele Finanzspezialisten sind der Meinung, dass dies ein Zeichen dafür sei, dass die Regierung in China kein Geld mehr habe und Zufluss von privatem Kapital benötige. Wie gut die neuen Maßnahmen frisches Geld ins Finanzsystem von China pumpen können, bleibt abzuwarten. China-Experte Zhang Jiadun ist der Meinung, dass die Wirtschaft in China im Würgegriff hoher Schulden stecke. Der Spielraum der Regierung, die Wirtschaft durch neue Schulden anzukurbeln, sei vollends ausgereizt. Eine Finanzkrise in China sei unvermeidlich.

 

Mit Material von Dajiyuan, chinesischsprachige Epoch Times und NTD-Television:

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