China musste es tun: Das sind die Verlierer der Yuan-Abwertung!

Von und 12. August 2015 Aktualisiert: 12. August 2015 11:22

Zwei Mal innerhalb von zwei Tagen hat die chinesische Zentralbank den Yuan stark abgewertet: 6,3306 Yuan pro Dollar ist ab heute der Mittelwert des Währungskurses. Am Dienstag hatte die Bank den Kurs um 1,9 Prozent gesenkt, heute waren es weitere 1,6 Prozent. Internationale Börsen reagierten mit Kursrutschen. Der DAX sank heute zeitweise unter die 11.000 Punkte Marke, weil deutsche Autobauer zu den Verlierern der Yuan-Abwertung gehören.

Betroffen sind vor allem ausländische Unternehmen, die vom chinesischen Absatzmarkt abhängig sind. Zum Beispiel Apple oder VW – für sie ist China der größte globale Absatzmarkt.

Auf dem internationalen Finanzmarkt wird vermutet, das diese Maßnahmen erst der Anfang waren und der Yuan eine Abwertung von insgesamt über 5 Prozent erleben wird.

Das sind die Verlierer:

Diese sieben Personengruppen haben besonders große Nachteile durch die Yuan-Abwertung, analysierte das Shanghaier Newsportal Eastday:

Börsenanleger, weil die Yuan-Abwertung einen weiteren Fall der A-Aktien nach sich ziehen dürfte; Immobilienbesitzer/Investoren, weil ausländische Immobilienbesitzer verstärkt verkaufen und die Preise nach unten ziehen werden; chinesische Studenten im Ausland, da für sie die Kosten steigen; Chinesen, die im Ausland online oder durch Mittelsmänner einkaufen; chinesische Touristen auf Auslandsreisen; chinesische Unternehmer, die mit Yuan-notierten Finanzprodukten handeln und Ausländer, die in Yuan-notierte Kapitalanlagen investiert haben.

Allein in Hongkong ging Privatvermögen von Sparern im Wert von 20 Milliarden Yuan verloren, schätzte die Hongkonger EPOCH TIMES. Für chinesische Unternehmen, die Schulden in Fremdwährungen haben, vergrößert die Abwertung ihre Schulden. Laut ausländischen Medien wächst der Schuldenberg um geschätzte 10 Milliarden Yuan an.

Warum hat China diesen Schritt unternommen?

Mit der Abwertung reagiert die chinesische Regierung auf die anhaltende Wirtschaftsflaute und den Börsenabsturz der vergangenen Wochen, analysierte die Financial Times. Mehrere andere Maßnahmen, die das Wachstum ankurbeln und den Börsencrash verhindern sollten, hatten bisher kaum Wirkung. Am Wechselkurs der Yuan zu drehen, ist ein neuer Versuch. Auch der Export soll gefördert werden, der im Juli um um 8,3 Prozent gesunken war. Aber ob es klappt, wie Peking es sich vorstellt?

Schon jetzt ächzt China unter rasanter Kapitalflucht und die Abwertung des Yuan wird die Kapitalflucht noch verstärken. Zum Jahr 2015 liegen noch keine Zahlen vor, aber im zweiten Jahresviertel 2014 lag die kurzfristige Kapitalflucht, also die Netto-Ausflucht, bei 55,5 Milliarden US-Dollar, im 3. Quartal lag sie bei 53,6 und im 4. bei 101,6 Milliarden US-Dollar.

Angleichung an die Realität

Dass der Realwert des Yuan viel niedriger als der offizielle Kurs ist, ist ein offenes Geheimnis. Die Regierung hat ihn über Jahre künstlich hochgehalten. Mittlerweile ist die Papiergeldschwemme, die durch ausgiebiges Gelddrucken entstand, nicht mehr zu beschönigen.

Ji Da, ein China-Experte aus Washington sagte zu EPOCH TIMES im Interview: Chinas KP-Regierung hat eine große Kapitalmenge zur Rettung des Aktienmarktes ausgeschüttet, aber wahrscheinlich hat sie gar nicht genug Geld, um diese langfristige, seit Jahren im Verborgenen laufende Börsenrettung durchzuhalten. Wir reden hier nicht vom Crash der letzten Wochen. Schon seit Jahren wird die Börse künstlich hochgehalten. Als nicht mehr genug Geld dafür da war, hat man welches gedruckt. Die genaue Zahl der neugedruckten Scheine wurde verschwiegen, die damit einhergehende, große Abwertung des Yuan durch Zahlenspiele weggeschummelt.

Die Regierungsstrategie lautete: Zuerst den Yuan künstlich oben halten, damit er den Aktienmarkt nicht runter zieht. Wenn der Aktienmarkt stabilisiert wäre, würde man versuchen, behutsam den Yuan-Kurs zu reparieren. Ein riskantes Spiel, das in einer Marktwirtschaft gar nicht funktionieren würde, so der Experte. Da die KP ihr Regime erhalten will, ist sie jetzt gezwungen, den Yuan sinken zu lassen.

Ein weiterer Grund für die zwingend nötige Abwertung: Viele ausländische Unternehmen haben in letzter Zeit Kapital aus China abgezogen oder Filialen geschlossen. Auch dies eine Konsequenz der Willkürpolitik des Regimes, das Ausländer zuerst mit Steuer- und Investitionsvorteilen anlockte, ihnen dann Know-How und Technik klaute und ihnen sämtliche Vorteile wieder entzog. Die Firmen hatten dann nichts mehr zu verdienen und waren zum Rückzug gezwungen. Auch diese Rückzugswelle hat das Wirtschaftswachstum verlangsamt und war von der Regierung selbst verursacht.

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