China: Rekord-Konjunktur für Naturkatastrophen

Von 14. August 2013 Aktualisiert: 14. August 2013 12:42
Die Anzahl an Naturkatastrophen in China ist dieses Jahr bedeutend höher als im Jahr zuvor, mit mehr Erdbeben als erwartet. Laut dem China Earthquake Networks Center (CENC), treten im Jahresdurchschnitt …

Die Anzahl an Naturkatastrophen in China ist dieses Jahr bedeutend höher als im Jahr zuvor, mit mehr Erdbeben als erwartet.

Laut dem China Earthquake Networks Center (CENC), treten im Jahresdurchschnitt in China etwa 20 Erdbeben der Stärke 5.0 bis 5.9, drei bis vier zwischen 6.0 und 6.9, und nur etwa alle 2 bis 3 Jahre maximal zwei der Stärke 7.0 oder mehr auf.

In den vergangenen Jahren häuften sich Erdbeben von unerwarteter Stärke in China.

In einem Bericht konstatierte Chinas Ministerium für zivile Angelegenheiten, dass Erdbeben von der Stärke 5.0 bis 8.0 bereits 21 Mal allein in der ersten Hälfte des Jahres 2013 auftraten, was ein Vielfaches der Vorhersagen des CENC bedeutet.

Verheerende Erdbeben

Trotz der steigenden Anzahl an Naturkatastrophen jeglicher Art gelten Erdbeben als die gewaltsamsten, die mitunter die größten ökonomischen Verluste zur Folge haben.

Erdbeben verursachten mehr Schäden als jede andere Unwetterkatastrophe. Von Jänner bis Juni wurde China von Dürre, Überschwemmungen, Schneestürmen, Hagel, Erdrutschen, Sandstürmen, Flächenbränden, Stürmen und Taifunen heimgesucht. Allerdings ließen sich 32 Prozent der Fälle von eingestürzten Häusern, sowie 53 Prozent von zerstörten Heimen allein auf die Auswirkungen verheerender Erdbeben zurückführen, so das Ministerium für zivile Angelegenheiten.

Allein sechs Erdbeben der Stärke 5.0+ wurden in der ersten Hälfte des Jahres in der Provinz Sichuan verzeichnet, welche laut Juli-Report der China Meteorological Administration (CMA) in Summe 80 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Schäden ausmachten.

Das stärkste dieser Beben mit 7.0 ereignete sich am 20. April diesen Jahres. Nach offiziellen Statistiken wurden dabei mehr als 196 Menschen getötet, 13.484 Menschen verletzt und weitere 2,31 Millionen als betroffen verzeichnet.

Die wirtschaftlichen Verluste in den drei meist betroffenen Bezirken Sichuans – Lushan, Baoxing und Tianquan – wurden auf etwa 61 Milliarden Yuan (rund 7,4 Milliarden Euro), davon etwa 6,1 Milliarden Yuan (rund 74 Millionen Euro) versicherte Schäden, geschätzt.

Der April Katastrophen-Bericht der Impact Forecasting, das Katastrophen-Modell-Entwicklungs-Zentrum der weltweit größten Rückversicherungsfirma Aon Benfield, berechnete eine lokale Versicherungsdurchdringung von 1 Prozent.

Jedoch beanspruchten diese drei Bezirke gemeinsam den gesamtwirtschaftlichen Verlust von 169 Milliarden Yuan (etwa 20,6 Milliarden Euro) geltend zu machen. Dem 21st Century Business Herald, einer chinesischen Wirtschaftszeitung zufolge, entsprach dieser Betrag dem 21-Fachen des Bruttoinlandsproduktes aus 2012 und zwar aller drei Bezirke gemeinsam.

Erdbebenwarnungen ignoriert

Drei Tage bevor ein Erdbeben der Stärke 5.2 am 17. April 2013 den Südwesten der chinesischen Provinz Yunnan durchzog und mindestens 10 Tote, sowie über 16.000 Häuser zerstört hinterließ, sagte ein Mann ein Beben der Stärke 5.0 voraus. Er postete seine Warnung in Sino Weibo, einem Twitter-ähnlichen, chinesischen Blog.

Nach dem Erdbeben erklärte der Blogger, seine Vorhersage basierte auf einer Analyse von Daten, die er von der offiziellen Website der Yunnan Earthquake Administration bezog. Als Antwort darauf konstatierte die Provinzverwaltung, dass jegliche Veröffentlichung übermittelter Daten von Einzelpersonen oder aus dem privaten Sektor, bezüglich voraussichtlicher Erdbeben verboten sei.

Die Kommunistische Partei Chinas (KPC) ignoriert nun schon seit mehr als 30 Jahren solche Art der Warnungen.

So auch vor 30 Jahren, als gleich drei seismologische Beobachtungsstationen die chinesischen Behörden vor dem bevorstehenden Tangshan Erdbeben warnten. Sowohl das Majiahe Seismic

Center in Kailuan Mine, als auch das Beijing City Seismic Bureau und das Tangshan City Seismic Office meldeten dem Nationalen Seismologischen Büro beobachtete Veränderungen und drängten zu Präventivmessungen, um potenzielle Schäden zu reduzieren. Die Behörden ignorierten die Warnungen und unterschlugen vorsätzlich die Weitergabe der Information, zugunsten einer politischen Stabilität.

Artikel auf Englisch: Natural Disasters at All-Time High in China

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