China: Was hinter dem Abgang eines Ölbarons steckt

Von und 27. August 2013 Aktualisiert: 27. August 2013 16:50
Die spannendste Meldung am heutigen Dienstag, dem letzten Tag des Gerichtsprozesses von Bo Xilai, hatte mit dem Prozess des gefallenen KP-Politikers nur indirekt zu tun. Am heutigen Dienstag berichtete die …

Die spannendste Meldung am heutigen Dienstag, dem letzten Tag des Gerichtsprozesses von Bo Xilai, hatte mit dem Prozess des gefallenen KP-Politikers nur indirekt zu tun. Am heutigen Dienstag berichtete die staatlich kontrollierte Xinhua.net, dass sich der Vizepräsident der China National Petroleum Corporation schwerwiegender Disziplinarverletzungen schuldig gemacht haben soll und eine Untersuchungskommission eingesetzt wurde.

Die „Shanghai-Clique“ wird Schritt für Schritt entmachtet
Pikant: Wang Yongchun ist ein treuer Gefolgsmann von Zhou Yongkang – jenes Herrn Zhou, der Mitglied im Ständigen Ausschuss des Politbüros war und als einer der mächtigen Männer im Gefolge des ehemaligen chinesischen Staatschefs Jiang Zemin auch Mitglied von dessen „Shanghai-Clique“ war. Zhou Yongkang galt als einer der stärksten Unterstützer von Bo Xilai, des Hoffnungsträgers der Hardliner-Fraktion innerhalb der Kommunistischen Partei Chinas. Wie es scheint, will der jetzige Staats- und KP-Chef Xi Jinping, der mit Bo Xilai aufgewachsen ist, diese Fraktion vollständig entmachten.
Chinas skandalumwitterter „Ölscheich“
Die chinesischen Ölförderquellen sind ein Milliardengeschäft, durch das Zhou Yongkang zu sagenhaftem Reichtum gekommen ist. Als langjähriger Vorstandschef der China National Petroleum Corporation stieg Zhou Yongkang zum obersten „Sicherheitsbeamten“ der KP auf – er wurde Chef der Stasi und eines von neun Mitgliedern im Ständigen Ausschuss des Politbüros. Seine Macht in der staatlichen chinesischen Ölgesellschaft behielt er trotzdem als graue Eminenz bei.
Als Stasi-Chef soll Zhou Yongkang besonders grausam bei der Verfolgung von Falun Gong vorgegangen sein – Hunderttausende landeten durch das von ihm geleitete „Büro 610“, das sich ausschließlich mit der Verfolgung von Anhängern der buddhistischen Weisheitslehre beschäftigt, in Arbeitslagern. Wie die EPOCH TIMES im Jahr 2006 zum ersten Mal berichtete, wurden sie dort systematisch Opfer von Organraub am lebendigen Leib.
Wikileaks: Zhou und Zeng kontrollieren Chinas Ölsektor
Durch Wikileaks wurde bekannt, dass die beiden ehemaligen Mitglieder des Ständigen Ausschusses des Politbüros Zhou Yongkang und Zeng Qinghong die gesamte chinesische Ölbranche kontrollieren. In den vergangenen Jahren berichteten chinesische Medien immer wieder über Bestechungs- und Korruptionsskandale rund um China National Petroleum und Daqing Oilfeld. Als der neue Staatschef Xi Jinping Anfang 2013 seine Antikorruptionsaktionen begann kam der jüngste Skandal um die China National Petroleum ans Tageslicht.

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