Chinas Börsen fallen: Enttäuschung über Ergebnis des „3.Plenums“

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Die chinesische Börse reagierte enttäuscht auf die Ergebnisse des "3.Plenums" der KPCh.Foto: AFP / Getty Images
Von 14. November 2013

Am 13. November, dem ersten Tag nach dem dritten Plenum des KP-Zentralkomitee, reagierte die Börse in China mit fallendem Index. Die Ergebnisse der wichtigsten Tagung für die Zukunft des Landes verursachten somit den größten Kurssturz seit sieben Wochen. Die Enttäuschung der Investoren über den Zukunftsplan ist offensichtlich.

Investoren geben Refomen kaum Chancen

Der Index der Shanghaier Börse notierte bei Tagesende um 1,83 Prozent niedriger als am Tagesbeginn. Die Börse in Shenzhen erlebte einen Tagesabfall von 2,03 Prozent. Ein ähnliches Szenario hatte sich schon einen Tag vor dem Beginn des dritten Plenums am 9. November abgespielt: Damals hatte die Shanghaier Börse 1,09 Prozent verloren, die Shenzhener Börse fiel um 1,03 Prozent.

Vor dem dritten Plenum hatte Analyst Huang Chendong von der chinesischen Investitionsfirma Sinolink Securities in einem Interview gesagt: An der Börse gebe es Bedenken gegen den Reformplan, weil man befürchte, dass er dem Markt keine neuen Impulse bringen und sich ähnlich wie die Shanghaier Freihandelszone als Enttäuschung entpuppen könnte. Diese Enttäuschung ist nun eingetreten:

Reformen im Tagungsprotokoll gar nicht erwähnt

Vor der KP-Tagung hatten die chinesischen Medien intensiv über den Reformplan „383“ berichtet, der vom dritten Plenum verabschiedet werden sollte. In der Abschlußerklärung der Tagung war davon nichts mehr übrig: Der „Plan 383“ wurde überhaupt nicht erwähnt. Auch Statements zu Chinas brennenden Wirtschaftsthemen, wie z.B. der Finanzbranche, dem Immobilienmarkt und den Staatsbetrieben fehlten im offiziellen Ergebnisbericht. Informanten aus Peking berichteten, dass es auf dem Plenum heftige Auseinandersetzungen gegeben habe, da sich der alte „KP-Adel“ aus hochrangigen Kadern gegen die Reformen sträubte.

Angesichts dieser Umstände knickte der Index noch stärker ein, als vor dem Plenum. Investoren sehen eine „Winterzeit“ der chinesischen Wirtschaft kommen und setzten mehr Vertrauen ins Bargeld, als in Wertpapiere.

Unternehmer befürchten politische Rückentwicklung

Bekanntestes Beispiel ist der Hongkonger Investor Li Ka-Shing, der in den vergangenen Monaten mehrere Prestige-Immobilien sowie fast die Hälfte seines Aktienanteils an einem chinesischen High-Tech-Konzern verkaufte. Er ist nicht der einzige, der in naher Zukunft mit harten Zeiten rechnet:

Am 09. November veröffentlichte die chinesische Zeitung „Handelsblatt“ eine Umfrage von 100 Unternehmern zur Frage, wie sie die Erfolgschancen von Chinas Reformpaket in den nächsten fünf bis zehn Jahren einschätzen. 57,61 Prozent der Befragten meinten, dass die Reform „das Systemproblem in der Tiefe kaum berühren wird“. 8,7 Prozent der Unternehmer befürchten sogar politische Rückwärtsentwicklungen.



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