Chinas größter Trinkwassersee erlebt dramatische Trockenzeit

Von 1. November 2013 Aktualisiert: 1. November 2013 11:27

Der Poyang-See in der Provinz Jiangxi ist der größte natürliche Trinkwasserspeicher Chinas. Aktuell erlebt der See, dessen Wasserspiegel periodisch schwankt, eine dramatische Dürreperiode. Die Trockenzeit des Sees begann 40 Tage früher als sonst. Die Bewohner der Stadt Duchang, die vom See abhängig sind, haben deshalb seit über zehn Tage kein Wasser mehr. Als Ursache der Entwicklung wird der Drei-Schluchten-Staudamm vermutet.

Natürlich schwankende Wassermenge

Normalerweise ist der Poyang-See im Durchschnitt 8,4 Meter tief, mit einer maximalen Tiefe von 25 Metern. Weil der Wasserspiegel das Jahr über um 20 Höhenmeter schwankt verändern sich Tiefe und Aussehen des Sees regelmäßig. In der Regenzeit wächst der See auf eine Fläche von bis zu 4.400 km². In der Trockenzeit, die jedes Jahr im Herbst stattfindet, schrumpft die Fläche des Sees auf weniger als 1.000 km² und hinterlässt einen Komplex aus Feuchtgebieten und Schlickflächen, die rund eine halbe Million Wasservögel anziehen. Über einen 1 km langen Kanal ist der See mit dem Jangtse-Fluss verbunden, dem er als natürliches Überflutungsreservoir dient. Das Seebecken ist auch eines der wichtigsten Reisanbaugebiete in ganz China.

Dieses Jahr fiel der Wasserstand schon Mitte Oktober unter 10 Meter, die Trockenzeit begann damit 40 Tage früher als sonst. Am 22.Oktober hatte der See auf dem Satellitenbild eine Wasserfläche von nur 1.500 Quadrat Metern, was der kleinsten je gemessenen Ausdehnung zu diesem Zeitpunkt entspricht.

Der frühe Rückgang des Wasserstands bewirkt, dass der See an vielen Stellen nicht mehr schiffbar ist und die Fischer keine Fische mehr vorfinden. Auch für Getreide fehlt es an Gießwasser. In der nahen Kreisstadt Duchang wurde die Wasserversorgung komplett eingestellt. Sogar eine steinerne Brücke, die vor knapp 400 Jahren gebaut wurde und fast 3 Kilometer lang ist, tauchte am Seeboden wieder auf.

Eine Stadt zwei Wochen ohne Wasser

Ein Einwohner Duchangs, Herr Cao, berichtete EPOCH TIMES: „Die Trockenzeit ist vorgezogen. Es gibt überhaupt kein Leitungswasser mehr. In der Vergangenheit war die Trockenzeit auch schlimm, aber nicht so schlimm wie dieses Jahr.“ Die Einwohner könnten nur von Brunnen und Teichen Wasser holen. Beim Wäschewaschen und Duschen musste gespart werden. Auch beginnen sie, die Trockenzeit als lebensgefährlich zu empfinden.

„Die vorgezogene Trockenzeit am Poyang-See hat hängt mit dem Drei-Schluchten-Staudamm zusammen,“ sagt Wang Hao, der am chinesischen Forschungsinstitut für Wasserwirtschaft für Wasserresourcen zuständig ist. Der Staudamm habe das Verhältnis zwischen den Jangtse-Fluß und den Seen am Flußlauf verändert, sagte er chinesischen Medien. Nach dem Staudammbau senkte sich der Wasserstand im Poyang-See und auch das Wasserspeichervolumen des Sees ging zurück. reduziert. Darum beginne die Trockenzeit jetzt immer früher.

Wassermangel in China großes Problem

In China ist Wassermangel ein großes Problem.

Nach internationalen Maßstab liegt Wassermangel vor, sobald die Wasserresource pro Einwohner weniger als 3.000 Kubikmeter pro Jahr beträgt. Wenn weniger als 1.000 Kubikmeter Wasser zur Verfügung steht, spricht man von schwerem Wassermangel. Von den über 600 Städten Chinas leiden 447 Wassermangel. 147 Städte haben ständig schweren Wassermangel.

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