Chinesischer Staudamm-Kritiker wurde operiert

Von 20. Juni 2006 Aktualisiert: 20. Juni 2006 16:25
Familie von Fu Xiancai bedankt sich öffentlich für deutsche Hilfe

Mit finanzieller Unterstützung der deutschen Botschaft in Peking konnte der schwer verletzte chinesische Menschenrechtsaktivist Fu Xiancai am Nachmittag des 18. Juni einer dringend notwendigen Operation unterzogen werden. In einem Interview mit einer Reporterin von Da Jiyuan (aus der Verlagsgruppe Epochtimes International) bedankte sich sein Sohn öffentlich für die Hilfe und bittet um weitere Unterstützung.

Nachdem einem Interview mit dem ARD-Korrespondenten in China, das im Mai in deutschem Fernsehen gezeigt wurde, holte die lokale Polizei Fu Xiancai zum Verhör in die Polizeistation. Auf dem Heimweg wurde er von Unbekannten brutal verprügelt und mit angebrochenem Halswirbel und ab dem Hals gelähmt ins Krankenhaus eingeliefert. Seine Familie vermutet  hinter dem Überfall einen Racheakt wegen seiner Kritik an chinesischen  Behörden und deren  Entnahme von Teilen der Entschädigungsgelder für die Zwangsumsiedler des Drei Schlucht-Staudamms. Seit 10 Jahren vertritt Fu die Bauern, die wegen des Dammbaus zum Umzug gezwungen wurden und nur Bruchteile der von der Regierung versprochenen Entschädigungen erhielten.

Fu gehörte selbst zu den Staudamm-Umsiedlern aus der Kreisstadt Zigui, die sowohl Heimat als auch Vermögen durch den Bau des Staudamms verloren. Sein 10 Jahre langer Kampf mit den Behörden um die Entschädigung machte die vierköpfige Familie noch ärmer. Für die Operation konnten die Angehörigen nur 10.000 Yuan zusammen bringen. Ohne die 60.000 Yuan Unterstützung von der deutschen Botschaft läge der Familienvater noch immer unbehandelt im Krankenhaus der Stadt Yichang.

Auf die Frage der Da Jiyuan-Journalistin nach dem Zustand von Fu Xiancai nach der Operation leugnete ein Klinikmitarbeiter die Existenz des Patienten im Krankenhaus. Der Sohn durfte ihn am Tag nach der Operation kurz besuchen und berichtete Da Jiyuan, dass sein Vater zur Zeit nur sprechen, aber sich nicht bewegen kann. Die Ärzte befürchten, dass ihm ein Leben im Rollstuhl bevorstehen könnte. Noch vor der ersten Operation hatte der schwer Verletzte gesagt: „Ich werde kämpfen, solange ich lebe!“

Aufgrund des desolaten Sozialsystems in China ist Fu Xiancai für weitere nötige Operationen auf finanzielle Unterstützung angewiesen.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat zu diesem Zweck folgendes Spendenkonto eingerichtet:

Human Rights Watch e.V.
Kontonummer: 602 929 203
Commerzbank, BLZ: 500 400 00

Stichwort: Fu Xiancai

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