China ist im Gold-Rausch.Foto: STR/AFP/Getty Images

Der Gold-Rausch in China: Besorgnis um die Wirtschaft?

Von 8. Mai 2013 Aktualisiert: 8. Mai 2013 7:05

 

„Die Omas in China haben die Pläne von Wallstreet-Brokern durcheinander gebracht, die auf sinkende Gold-Preise spekuliert haben“. Dieses Gerücht ist zurzeit einer der Blickfänger im Internet in China. Dahinter steht der Ansturm von privaten Investoren in China auf Gold. Angeblich haben Chinesen nach dem Sturz des Gold-Preises am 12. April 300 Tonnen Gold gekauft. Inzwischen hat sich der Gold-Preis etwas erholt.

Ob die Chinesen wirklich in kurzer Zeit 300 Tonnen Gold, also etwa zehn Prozent der weltweiten Jahresproduktion gekauft haben, ist ungewiss. Tatsache ist, China ist im Gold-Rausch. Nach Berichten der Zeitung Beijing Qing Nian Bao sei sowohl in großen Städten als auch im Internet ein deutlich gestiegenes Handelsvolumen für Gold zu beobachten.

Die erste Maiwoche, die wegen des langen Urlaubs in China als „goldene Woche“ bezeichnet wird, sei in Hongkong aufgrund der vielen Touristen aus China zur „Gold-Plünder-Woche“ geworden. Vor vielen Schmuckläden haben sich lange Warteschlangen gebildet. In Peking ist die Situation anscheinend nicht anders. Ein Schmuckverkäufer habe über eine Woche lang von Tagesumsätzen von mehr als 100 Millionen Yuan (etwa 12,4 Millionen Euro) berichtet, was für sein Geschäft ein neuer Rekord sei. Der Ansturm auf Gold in der Stadt Guangzhou wurde folgendermaßen beschrieben: „Es fühlt sich eher wie der Verkauf von Chinakohl an. Die Kunden schlendern herein und zahlen direkt.“

Über den Grund für diesen Gold-Rausch spekulierte der Wirtschaftsexperte Shui Pi laut Beijing Qing Nian Bao, dass es einen Zusammenhang mit der Kaufeinschränkung von Immobilien in China gebe. Er sei der Meinung, dass die privaten Investoren nicht mehr einfach Immobilien als Geldanlage nehmen können. Der Aktienmarkt befinde sich im Moment im Abwärtstrend. Die Schattenbanken werden von der Regierung strenger kontrolliert. Das Risiko für eine Investition in die Kunstbranche sei wegen den vielen Fälschungen viel zu groß. Am Ende bleibe für die Investoren nur noch das Gold übrig.

Die chinesische Webseite von Forbes hat den Gold-Rausch in China unter einem anderen Blickwinkel betrachtet. Nach Einschätzung von Forbes sei die Wirtschaft in China zurzeit nach Nordkorea die zerbrechlichste in Ostasien. In der Gesellschaft sei die Besorgnis darüber deutlich zu spüren. Beispielsweise habe der Ständige Ausschuss des Politbüros, also das Machtzentrum der Kommunistischen Partei, im April eine Sondersitzung zum Thema Wirtschaft abgehalten. Normalerweise treffen sich die Mitglieder des Ständigen Ausschuss nur Anfang, Mitte und Ende des Jahres. Möglicherweise zeigt der Gold-Rausch in China die Besorgnis der Bevölkerung über die Situation der Wirtschaft.

 

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