Die billigen Zeiten sind vorbei: Warum Samsung, Nokia und Nike Werke in China schließen

Epoch Times13. Februar 2015 Aktualisiert: 13. Februar 2015 17:18

Chinas Attraktivität als Produktionsstandort schwindet: Viele internationale Großkonzerne verließen das Reich der Mitte im Jahr 2014 und zogen nach Vietnam, Indonesien oder in andere Länder um. Egal ob Samsung, Nokia oder Nike: Sie alle verlagern ihre Produktion wegen steigender Personalkosten und schwindender Steuervorteile. Der Trend zeichnet sich schon seit einiger Zeit ab.

Am 17. Dezember 2014 gab Microsoft bekannt, dass seine Werke für Nokia-Handys in Peking und Dongguang zum Jahresende geschlossen wurden. Ein Teil der Anlagen und Produktionsmaschinen soll ins vietnamesische Hanoi zum neuen Standort umziehen.

Japaner treten Weg nach Hause an

Panasonic verkündete 2014, sein Werk für Waschmaschinen und Mikrowellen von China nach Japan zurückverlegen zu wollen. Der japanische Elektronik-Riese schloss außerdem seine TV-Herstellung in China. Auch der Elektrohersteller TDK zog seine Produktion teilweise aus China zurück, Sharp kündigte an, Fernsehgeräte, LED Bildschirme und Kühlschränke künftig wieder mehr in Japan zu produzieren.

Neuer Lieblingsstandort ist Vietnam

Der US-Sportschuhhersteller Nike, der taiwanesische Apple-Zulieferer Foxconn und Samsung arbeiten ebenfalls an der Eröffnung neuer Werke in Indien und Südostasien und sind dabei, chinesische Werke zu schließen. Laut Berichten vietnamesischer Medien investierte Samsung im Jahr 2014 insgesamt 11 Milliarden US-Dollar in verschiedene vietnamesische Projekte. Im Februar 2014 unterschrieb Foxconn einen Rahmenvertrag über Investitionen in Indonesien. Hier soll bis zu 1 Milliarde US-Dollar in den Aufbau einer neuen Produktionslinie gesteckt werden.

Schon im Oktober 2013 hatte Nokia in Vietnam ein neues Handywerk eröffnet – für 300 Millionen US-Dollar. Auch Panasonic und LG investierten mehrere hunderte Millionen Dollar in neue vietnamesische Werke. Intel baute für 1 Milliarde USD einen Montagestandort mit einer Fläche von 46.000 Quadratmetern. Diese Unternehmen hatten alle schon Schritt für Schritt ihre Produktionen aus China verlagert.

Auch Zulieferer müssen schließen

Die Arbeitslosigkeit in China steigt dadurch signifikant. Wenn ein Werk zugemacht wird, ist oft eine ganze Kette von Zulieferern und anderen Unternehmen betroffen. Anbieter von Logistik und Service zum Beispiel, Cateringfirmen und Putzkolonnen. So machte die Schließung der Nokia-Werke 9000 Menschen direkt arbeitslos, zur gleichen Zeit mussten in Dongguang jedoch noch 100 kleinere Unternehmen schließen, die mit Nokia zusammengearbeitet hatten. Laut einer offiziellen Statistik arbeiteten im Jahr 2010 in China 45 Millionen Menschen in Unternehmen ausländischer Investoren – von Großkonzernen bis zu kleineren Firmen.

Warum hat China Attraktivität verloren?

Immer höhere Personalkosten bei immer kleinereren Steuervorteilen sind die Hauptgründe, warum Investoren dem Standort China den Rücken zukehren. Auch die stagnierende Gesamtwirtschaftslage ist ein Faktor, durch den sich das Interesse ins Ausland verlagert.

Die Personalkosten in der Manufakturbranche sind in China mittlerweile höher als in vielen anderen südostasiatischen Ländern – und diese bieten Großkonzernen meist günstige Zusatzkonditionen an. So erließ die vietnamesische Regierung im Rahmen eines Investitionsvertrags für Samsung die Gewerbesteuer von vier Jahren und reduzierte den Steuersatz für neun weitere Jahre.

(yz / rf)

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