Die Profite staatseigener chinesischer Aktiengesellschaften steigen

Von 21. Mai 2009 Aktualisiert: 21. Mai 2009 12:42
Am 19. April unternahm das chinesische Regime den ungewöhnlichen Schritt, Informationen über die hohen Profite staatseigener Aktiengesellschaften herauszugeben, eine genau kalkulierte Public Relations Kampagne.

Teil 2 von 2

Am 19. April unternahm das chinesische Regime den ungewöhnlichen Schritt, Informationen über die hohen Profite staatseigener Aktiengesellschaften herauszugeben. Es wird in China akzeptiert, dass das Regime der KPCh in keiner Weise verpflichtet ist, über die Profite oder Verluste der staatseigenen Aktiengesellschaften zu berichten. Die Bekanntgabe dieser Daten ist tatsächlich eine genau kalkulierte Public Relations Kampagne mit dem Ziel, sowohl innerhalb als auch außerhalb Chinas das Vertrauen in Chinas Wirtschaft wiederherzustellen.
In den vergangenen zwei Jahrzehnten waren Export und ausländische Investitionen die treibenden Kräfte für das hohe Bruttosozialprodukt Chinas. Die Wirtschaftskrise in den Vereinigten Staaten und Europa jedoch hat zu einer Verringerung der Exporte aus China geführt. Sie sind von einem kontinuierlichen Anwachsen auf einen Rückgang von 20 Prozent im letzten halben Jahr gegangen. Infolgedessen haben Zehntausende von Herstellungsbetrieben geschlossen und über 25 Millionen Landarbeiter haben ihren Arbeitsplatz in der Stadt verloren. Dieser Verlust an Arbeitsplätzen wirkt sich nicht negativ auf Chinas Arbeitslosenrate aus, weil die ländliche Bevölkerung ohnehin aus der Arbeitslosenstatistik ausgeschlossen ist.
Was die KPCh jedoch nicht leugnen kann, sind die negativen Auswirkungen, die die sinkenden Exporte auf das Bruttosozialprodukt haben. In den vergangenen neun Jahren konnte sich das chinesische Regime über einen durchschnittlichen Anstieg des jährlichen Regierungseinkommens um 21 Prozent freuen, ein Anstieg, der doppelt so hoch ist wie der des Bruttosozialproduktes. Das chinesische Regime, die zweitreichste Regierung der Welt, hat in der Tat mehr disponible Gelder als die Regierung der USA, weil sie keine vergleichbaren Verpflichtungen für eine soziale Wohlfahrt hat, für die die US Regierung 60 Prozent ihrer Einnahmen ausgeben muss.
Profite chinesischer Aktiengesellschaften steigen – gleichzeitig wächst die Unzufriedenheit
Durch ihre unveränderliche Macht haben sich die Beamten der KPCh daran gewöhnt, eine riesige Portion des gesellschaftlichen Vermögens zu verbrauchen, um einen luxuriösen und korrupten Lebensstil [für sich] aufrecht zu erhalten. Die KPCh schätzt, dass nur dann, wenn China eine Wachstumsrate von mindestens 8 Prozent beim Bruttosozialprodukt hat, der Lebensstandard der Mehrheit des einfachen chinesischen Volkes erhalten werden kann und nicht zusehends durch die Korruption seiner Beamten beeinträchtigt wird. Darum ist ein Wachstum von 8 Prozent beim Bruttosozialprodukt zu einer magischen Untergrenze geworden und die KPCH glaubt, dass sie diese erhalten muss, um die soziale Stabilität in China zu wahren. Um das zu erreichen, muss das Regime jetzt den Inlandskonsum steigern, um die Verluste im Export auszugleichen.
Unglücklicherweise ist Chinas Immobilienmarkt, der einzige Lichtblick in Chinas glanzlosem Konsummarkt des Landes, in Gefahr, zusammen zu brechen, nachdem er sieben Jahre lang explosionsartig expandiert ist. Auch führte Chinas Aktienmarkt während des größten Teils der Zeit im Jahre 2008 weltweit die Verlustliste an, als er um 60 Prozent fiel. Die Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt, der Verlust an der Börse und die Erwartung einer Anpassung der Baupreise, veranlassen die Chinesen zur Zurückhaltung beim Geldausgeben – das Gegenteil von dem, was nötig wäre, um Chinas Bruttosozialprodukt zu steigern.
Medienkampagne
Angesichts der sich verschlimmernden Situation sagte Chinas Premierminister Wen Jiabao: „Vertrauen ist wichtiger als Gold.“ Sicher, letztendlich entscheiden die Leute, ob eine Aktie oder ein Haus überbewertet ist oder nicht. Wenn man die Leute glauben macht, dass Chinas Wirtschaft sich weiter entwickelt, wie sie es in den vergangenen 20 Jahren regelmäßig getan hat, ist das der schnellste und billigste Weg, um den Aktienmärkten und Immobilienmärkten Auftrieb zu geben. Mit allen chinesischen Medien unter strenger Kontrolle der KPCh und mit dem Regime als einziger Autorität, die die Macht hat, offizielle Wirtschaftsdaten herauszugeben, ist es viel leichter das Vertrauen des Volkes wiederherzustellen, als die Menschen in der freien Welt sich das vorstellen können.
Eine unangekündigte Kampagne, um das Vertrauen der Leute in Chinas Wirtschaft zu erhöhen, hat eingesetzt. Zum Beispiel: Um einen Zusammenbruch des chinesischen Immobilienmarktes zu verhindern, hat das Regime gegen Ende 2008 eine Liste von Empfehlungen herausgegeben, um den Immobilienmarkt zu „stabilisieren“. Der letzte Punkt auf der Liste ist eine Warnung an die Medien, „unverantwortliche“ Berichte und Daten herauszugeben, die Ordnung auf Chinas Immobilienmarkt vielleicht stören würden.
Das Regime kündigte auch für Ende 2008 ein Konjunkturpaket von 588 Milliarden US Dollar an. Weltweit nannten die Medien diese Zahl in ihren Schlagzeilen. Wenige von ihnen erwähnten jedoch, dass nur ein Drittel der 588 Milliarden Summe vom Regime kam. Der Rest kam vermutlich von privaten und ausländischen Investoren. Und noch weniger erwähnten die Medien, dass viele der großen Bauprojekte, wie der Bau weiterer Eisenbahnstrecken, der Wiederaufbau im Erdbebengebiet usw. bereits in den Plänen der KPCh existierten, bevor die Finanzkrise ausbrach.
Die Entscheidung, die umstrittenen Profite in großem Umfang zu veröffentlichen, die von den staatseigenen chinesischen Aktiengesellschaften gemacht wurden, ist auch ein Teil dieser Medienkampagne, um das Vertrauen wiederherzustellen und liegt auf einer Linie mit der Ankündigung des aufgeblasenen Konjunkturpakets. Dass die hohen Profite eine gewisse Unzufriedenheit im normalen chinesischen Volk auslösen können, wird erwartet. Aber niemand kann die hohe Rentabilität dieser großen chinesischen Aktiengesellschaften leugnen. Die KPCh hofft, die Berichte über ihren Profit als Indikatoren dafür benutzen zu können, wie stark Chinas Wirtschaft ist.
Westliche Investitionen
Westliche Medien, wie Bloomberg News und CCN tendieren dahin, die Wirtschaftsdaten des Regimes zu übernehmen, wie es auch bei den Zahlen über den Profit der Aktiengesellschaften im April geschehen ist. Sie übernehmen sie aus den Veröffentlichungen des Regimes und berichten sie ohne weitere Analyse an die westliche Welt. Indem sie das tun, verstärken die westlichen Medien die sorgfältig dargestellten Ansichten der KPCh, China sei der einzige Lichtblick in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise.
Die Welt glauben zu machen, wie profitabel die chinesischen Aktiengesellschaften sind, ist für das Regime immer wichtiger geworden; denn China hat erlebt, dass internationale Finanzfirmen, einschließlich der Bank of Scottland, UBS, der Bank of America, Goldman Sachs und dem American Express in den vergangenen letzten Monaten Milliarden chinesischer Bank Aktien abgestoßen haben.
Obwohl die Verringerung der internationalen Investitionen in Aktienbestände der chinesischen Banken den Marktwert der chinesischen Banken nicht ausdrücklich beschädigt hat, ist die alleinige Vorstellung, dass internationale Investoren China verlassen könnten, ein Angstauslöser für das Regime der KPCh. Ausländische Investitionen waren in den letzten zwanzig Jahren die treibende Kraft für Chinas wirtschaftliche Expansion und es wird erwartet, dass diese Investitionen auch weiterhin eine treibende Kraft für wirtschaftliche Veränderungen in China darstellen: Eine Veränderung, die von der Fabrik der Welt zu einer umweltfreundlicheren Wirtschaft in der Zukunft führen wird. Diese Veränderung ist lebenswichtig für die KPCh. Mehr als zwei Jahrzehnte zügelloser Entwicklung hat Chinas Umwelt und die natürlichen Reserven derartig zerstört, dass die gesellschaftliche Stabilität Chinas bedroht ist.
Das Regime der KPCh will die riesigen Profite, die diese großen chinesischen Aktiengesellschaften gemacht haben, als Köder benutzen, um ausländische Investoren ins Land zu locken. Die Tatsache aber, dass diese hoch profitablen Aktiengesellschaften alle staatlich sind, werfen die Frage bei klugen Investoren auf: Wenn man die Protektion, die diese staatseigenen Aktiengesellschaften genießen, nicht hat, wie groß sind dann die Chancen für ausländische Gesellschaften, in diesem Fern-Ost Dschungel zu gedeihen?
Originalartikel (englisch): http://www.theepochtimes.com/n2/content/view/16988/
 
 

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