Neue Hochhäuser in Peking. Obwohl die Immobilienpreise in mehreren Städten im März etwas gesunken sind, blieben die Preise in den großen Städten Peking und Shanghai unverändert.Foto: Frederic J. Brown/AFP/Getty Images

Immobilienpreise in China weiter auf Hochkurs

Von 20. April 2011 Aktualisiert: 20. April 2011 14:28
Trotz erstmaliger Verlangsamung der Preissteigerungen bleibt das Leben für den normalen Chinesen sehr teuer.

Nach staatlichen Angaben stiegen Chinas Verbraucherpreise um 5.4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.  In Deutschland waren es im gleichen Zeitabschnitt 2.3 Prozent. Besonders im Bereich Nahrungsmittel schoss der Verbraucherpreisindex in China hoch auf 11.7 Prozent. Die Angaben für März sind die höchsten seit Juli 2008.

Der Verbraucherpreisindex (VPI) ist ein Maß für die Inflationsrate. Es ermittelt, wie sich die Preise der Güter im Durchschnitt über die Zeit geändert haben.

Trotz erstmaliger Verlangsamung im März sind die Immobilienpreise in China immer noch auf Hochkurs. Der Stand der neuesten Immobilienpreise wurde Anfang der Woche veröffentlicht. Nach staatlichen Angaben verlangsamte sich das Immobilienpreiswachstum im März, weniger Städte berichteten über eine Erhöhung. Im März stiegen die Immobilienpreisen in 46 der insgesamt 70 Städten, im Februar waren es noch 56 Städte.

Trotz Bemühungen der Regierung, den Immobilienmarkt abzukühlen, bleiben Chinas Immobilien für den normalen Chinesen noch immer unerschwinglich.

Die Immobilienpreise steigen seit Jahren ununterbrochen. Preise in der Hauptstadt Peking waren im März um 4,9 Prozent höher als im Vorjahr. In Shanghai, dem Finanzzentrum des Landes, kletterten die Preise  im vergangenen Monat um 1,7 Prozent.

Chinas Immobilienblase expandiert weiter

Nicht nur Spekulanten, sondern auch die Kommunalverwaltungen und Gemeinden tragen zur Immobilienblase bei.

Da alle Flächen in China gesetzlich dem Staat gehören, müssen die Immobilienentwickler das Land pachten, auf denen ihre Projekte liegen. Diese Pachtverträge werden von den lokalen Regierungen kontrolliert und sind somit eine wichtige Einnahmequelle für die Stadt und die Gemeinden geworden. So auch die Gebühren, die mit der Übertragung von Eigentum verbunden sind. Nach Meinung von Experten stammt die Hälfte der Einnahmen der Stadt Shanghais von Eigentumsübertragungen und Pachten.

Die Abhängigkeit der lokalen Regierungen von Immobiliengeschäften ist so groß geworden, dass die Gemeinden ihren Zugang zu Krediten bei den staatlich geführten Banken verwenden, um Projekte zu finanzieren. Einige Kommunen haben sogar private Entwickler übersprungen und ihre eigenen Immobilienentwicklungsunternehmen gegründet, manchmal in Zusammenarbeit mit anderen staatlichen Unternehmen.

Es ist also kein Wunder, dass Stadt- und Kommunalregierungen die Entwicklung von Immobilienprojekten, besonders die größeren und teureren Projekten, fördern. Nach kürzlich veröffentlichten Daten aus dem Immobiliengeschäft, hat Peking allein 50 leere Hochhäuser im Angebot.

Kauf von Immobilien trotz hoher Preise nicht wegzudenken im „kommunistischen“ China

130.000 Menschen in vier Tagen besuchten die vor kurzem veranstaltete „Frühling Immobilienmesse“ in Peking. Rund 200 Projekte wurden zum Verkauf angeboten, 40 Prozent davon Immobilienprojekte im Ausland. Immer mehr Chinesen überlegen, Auslandsinvestitionen im Immobiliengeschäft zu machen. Statistiken zeigen, dass Investoren aus China und Hongkong zu 10 Prozent am Marktanteil von neuen Häusern in den USA beteiligt sind.

Einem Bericht zufolge beträgt das durchschnittliche Alter eines Immobilienkäufers, der sich zum ersten Mal auf dieses Terrain begibt, in Peking 27 Jahre. Das liegt viel niedriger als in den meisten entwickelten Ländern. Im Vergleich  dazu liegt das Durchschnittsalter von neuen Käufern in Deutschland und Japan bei 42 Jahren und bei 30 Jahren in den USA. Der Bericht zeigt auch, dass die durchschnittliche monatliche Rückzahlung eines Darlehens in China etwa 9000 Yuan (ca. 960 Euro) beträgt, was eine erhebliche finanzielle Belastung für einen normalen chinesischen Haushalt darstellt. Trotz solch einer finanziellen Belastung ist der Kauf einer Wohnung für viele junge Menschen in China schon zur Notwendigkeit geworden.

Viele chinesische Frauen (und ihre Eltern) sehen eine Eigentumswohnung als eine Voraussetzung an für eine Heirat. Das übt zusätzlichen Druck auf jeden Mann aus, der heiraten und eine Familie gründen will. Über 30 Jahre der Ein-Kind-Politik haben zusätzlich das Frau zu Mann Verhältnis in China verzerrt. Traditionell möchten die Familien in China einen Sohn haben. Deshalb werden in den Schwangerschaften viel mehr Mädchen als Jungen legal abgetrieben. Schon heute gibt es 32 Millionen mehr Jungen als Mädchen in China.

 

 

 


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