Milliardär fordert von FBI und CIA Ermittlungen gegen Google – Trump will sich das ansehen

Von 20. Juli 2019 Aktualisiert: 20. Juli 2019 9:49
Palantir-Vorstand und Star-Investor Peter Thiel hat die US-amerikanischen Geheimdienste dazu aufgerufen, Alphabet, den Mutterkonzern von Google, unter die Lupe zu nehmen. Thiel hält es für denkbar, dass Chinas Infiltrationsarbeit bis in die Vorstandsetage von Google hinein Erfolg gehabt haben könnte.

US-Präsident Donald Trump hat erklärt, Warnungen des Starinvestors und Palantir-Vorstandes Peter Thiel ernst zu nehmen, der erklärt hatte, es gebe Anhaltspunkte für eine Infiltration des Google-Konzerns durch Nachrichtendienste der Volksrepublik China.

Auf Twitter schrieb der Präsident:

Der Milliardär und Technologieinvestor Peter Thiel findet, gegen Google sollte wegen möglichen Landesverrats ermittelt werden. Er beschuldigt Google, mit der chinesischen Regierung zusammenzuarbeiten. […] Ein großartiger und brillanter Kerl, der das Geschäft besser kennt als jeder andere. Die Trump-Regierung wird sich das mal ansehen.“

Ein Sprecher des Weißen Hauses gab auf Nachfrage von CNBC keine Erklärung ab.

Thiel hatte am Sonntag (14.7.) gefordert, die Bundesermittlungsbehörde FBI und der Auslandsgeheimdienst CIA sollten eine Untersuchung in die Wege leiten, da Gründe zur Annahme bestünden, dass Google durch chinesische Nachrichtendienste infiltriert worden sein könnte.

„Geradezu landesverräterische Entscheidung“

In einer Rede vor der Nationalkonservatismus-Konferenz in Washington, D.C. warf Thiel „Axios“ zufolge drei Fragen auf, die seiner Auffassung nach einer dringlichen Klärung bedürften:

„Zum einen: Wie viele ausländische Geheimdienste haben euer Manhattan-Projekt für AI [Künstliche Intelligenz; d. Red.] schon infiltriert? Zweitens: Schätzt Googles höheres Management sich selbst als grundlegend infiltriert durch den chinesischen Geheimdienst ein? Und drittens: liegt es daran, dass man sich selbst als grundlegend infiltriert wähnt, dass man die geradezu landesverräterische Entscheidung getroffen hat, mit der chinesischen und nicht mit der amerikanischen Armee zu arbeiten?“

Palantir-Mitgründer Joe Londsdale pflichtete in einem Gespräch mit dem Format „Squawk Alley“ Thiel bei und erklärte:

Google ist kein patriotisches Unternehmen. Jeder im [Silicon] Valley weiß, dass die chinesische Regierung stark involviert ist. Wir sprechen aber meist nicht offen darüber. Es war sehr mutig von Thiel, das anzusprechen.“

Gegenüber dem Senatskomitee für Angelegenheiten der Streitkräfte hatte auch Marinegeneral Joseph Dunford bereits im März des Jahres gemeint, die Tätigkeit Googles in China nütze zumindest indirekt dem chinesischen Militär.

„Um ehrlich zu sein, ‚indirekt‘ ist sogar etwas untertrieben. Die chinesische Armee profitiert eher sogar direkt davon.“

Ausstieg im Pentagon, Einstieg in Peking

Im Vorjahr hatte Google erklärt, nicht mehr an einem Projekt des Pentagon mitzuwirken, das sich mit der Analyse von Drohnenaufnahmen durch Künstliche Intelligenz beschäftigte. Demgegenüber eröffnete Google ein Zentrum für künstliche Intelligenz in Peking.

Google kam außerdem in den USA unter Beschuss, weil das Unternehmen plante, an einer Suchmaschine für China mitzuwirken und dabei Bereitschaft zeigte, sich den Zensurvorgaben des kommunistischen Regimes zu unterwerfen. Gleichzeitig wurde der Verdacht laut, Google benachteilige in den USA selbst konservative Seiten mithilfe entsprechender Adaptionen seines Algorithmus.

Das Unternehmen wies die Vorwürfe zurück. Man arbeite nicht mit dem chinesischen Militär, erklärte die Geschäftsführung am Dienstag in einem Statement. Die Pläne für eine in China zugelassene Suchmaschine seien zudem aufgegeben worden.

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN