Vor dem Hauptquartier der Flugzeugindustrie in Peking im November 2009.Foto: Frederic J. Brown/AFP/Getty Images

Westliche Firmen verlieren ihr Know-how an China

Von 3. Juni 2010 Aktualisiert: 3. Juni 2010 8:22

WASHINGTON – Um die Nr.1 im Welthandel zu werden, baut Peking nach einer Aussage der amerikanischen Kommission zur Bewertung amerikanisch-chinesischer Wirtschafts- und Sicherheitsfragen (US-China Economic and Security Review Commission) viele Barrieren für ausländische Unternehmen auf, wenn diese in den chinesischen Markt eintreten wollen.

Um beim Handel die Oberhand zu behalten, zwingt China ausländische Gesellschaften, ihre Technologien preiszugeben. China beteiligt sich an Währungsmanipulationen und an Cyber-Kriegen und ist aktiv in das Kopieren geistigen Eigentums und in den Diebstahl von Patenten verwickelt, sowie auch in eine Menge anderer Aktivitäten, die gegen die bindenden Vorschriften der Welthandelsorganisation verstoßen.

China unterstützt fortwährend seine örtlichen Industrien, die den Status High-Tech besitzen, wie zum Beispiel den Sektor der Produktion für zivile Luftfahrt, der einen Steuernachlass von 15 Prozent hat. Das könnte als versteckte Subvention ausgelegt werden, die gegen die Bestimmungen der Welthandelsorganisation verstößt.

„China ergreift fortlaufend Maßnahmen, die den Wettbewerb verzerren und verstößt gegen seine Verpflichtungen der Welthandelsorganisation gegenüber.“ So heißt es im Bericht für 2009 der „China Economic and Security Review Commission“ der Vereinigten Staaten.

Um an innovative Technologien zu kommen, die China selbst nicht besitzt, hat das kommunistische Regime Methoden entwickelt, um sich das technische Know-how des Auslands zu beschaffen. Dazu gehören Reproduktion und Nachbau im Konstruktionsbereich.

„China verzögert auch laufend das Durchsetzen internationaler Gesetze zum Schutz geistigen Eigentums. Die Regierung der Vereinigten Staaten und private Organisationen bezeichnen China als die weltweit größte Quelle solcher Diebstähle“, heißt es in dem Bericht an den Kongress.

Der jüngste Fall wurde von Google Inc. veröffentlicht und veranlasste den Internetgiganten, seine Suchoperationen in China einzustellen.

Gleichzeitig reklamiert die Industrie, dass China mehr als 30 Computergesellschaften attackiert habe, indem es ihre Schwachstellen in den Softwareprogrammen ausgebeutet habe. Medien berichten, dass die meisten Gesellschaften, die diese chinesischen Cyber Attacken erlebten, in dem Bereich lagen, den die Chinesen als „strategische Industrien“ bezeichnen.

Der Bericht für 2009 an den Kongress zitiert eine Aussage vom Mai 2009, die vom Direktor des Geheimdienstes gemacht wurde: „Die Spionageabwehr zählt die Volksrepublik China zu den aggressivsten Ländern, die auf militärische, politische und wirtschaftliche Geheimnisse der Vereinigten Staaten, sowie auch auf sensible Handelsgeheimnisse und Technologien abzielen.“

Die Aussage unterstrich die Ernsthaftigkeit des Problems: „Aus vielen Gründen glauben wir, dass China eine wesentliche größere Bedrohung für den ausländischen Geheimdienst darstellt als es während des Kalten Krieges war.“

Schließen der Grenzen vor fairem und gerechtem Handel

Auf der einen Seite beschafft sich China ausländische Gesellschaften und Technologien, während es andererseits seine eigenen Märkte vor ausländischer Konkurrenz verschließt.

Doch viele multinationale Konzerne sind nur allzu gewillt, Produktion und Technologien auszulagern, ohne dass sie die Langzeitauswirkungen erkennen. Das kam bei einer Anhörung vor der „China Economic and Security Review Commission“ zur Sprache.

„Die Auslagerung von Luft- und Raumfahrt und den damit verbundenen Arbeitsplätzen nach China, stellt für die Arbeiter auf dem Gebiet und für die Industriebasis der Vereinigten Staaten eine Bedrohung dar“, erklärte Owen E. Herrnstadt, Direktor der internationalen Handels- und Globalisierungsvereinigung der Maschinisten und Arbeiter in der Luft- und Raumfahrt.

Herrnstadt fuhr fort, dass nicht nur Arbeitsplätze verloren gingen, sondern auch das technische Können bei der Produktion von Luft- und Raumfahrtprojekten und dass es zu einer Stagnation bei der Innovation käme. Der Transfer der Technologie wird China dazu befähigen, seine eigene Luft- und Raumfahrtindustrie zu entwickeln und so auf den Weltmärkten mit den Vereinigten Staaten zu konkurrieren.

Er bezog sich auf das Beispiel Japan. Die Japaner benutzten die gleichen Strategien, wie es die Chinesen heute tun, vor allem das Kopieren und Nachbildungen im Konstruktionswesen. Damals hätte niemand geglaubt, dass Japan in die Welthandelsmärkte aufsteigen würde. Doch innerhalb weniger Jahre war Japan zu einem großen Konkurrenten geworden und Amerika musste auf vielen Welthandelsmärkten Boden preisgeben.

Globale Gesellschaften behaupten, dass China noch einen langen Weg vor sich hat, bevor es effektiv mit den Vereinigten Staaten in Wettbewerb treten kann. Herrnstadt sagt dazu: „Die gleichen Argumente haben Skeptiker vor Jahren bezüglich der Japaner gebraucht, nur um dann zu erkennen, dass die Bezeichnung „made in Japan“ die Verbraucher anlockte, weil diese der Überzeugung waren, dass sie hohe Qualität und technologisch fortgeschrittliche Güter kauften.“

Der Konkurrent China

Chinas Produktion für die Luftfahrt ist aus den Kinderschuhen herausgewachsen. Wie es heute aussieht, produzieren 200 Firmen fast jedes Teil, das in der Produktion für Flugzeuge benötigt wird. Dazu gehören Flugzeugmotoren, Flugzeuggestelle und Hubschrauber. Zwei von Chinas führenden Luft- und Raumfahrt Gesellschaften, die China Aviation Industry Corporation I (AVIC I) und die AVIC II beschäftigen zusammen 491.000 Mitarbeiter.

Zu den Gesellschaften, die Joint-venture Verträge in China haben, gehören Airbus, Boeing und Eurocopter. Die United Airlines haben mit China vertraglich vereinbart, dass es 52 ihrer Boeing 777 und 24 ihrer Frachtflugzeuge B747 instand hält.

China subventioniert seine Luft- und Raumfahrtindustrie, aber bis zu welchem Ausmaß ist nicht bekannt. Mary Saunders, Deputy Assistant Secretary für die Manufacturing International Trade Administration, äußerte vor der Kommission ihre Besorgnis über Chinas Verbindungen zwischen den Firmen für zivile und militärische Produkte und die fehlende Transparenz in diesen Industrien.

Herrnstadt zitierte einen Vertreter von Airbus, der erklärt hatte: „Es steht außer Frage, dass der A 320, der in China fertiggestellt wird, die gleiche Qualität und Leistungsfähigkeit besitzt wie jene, die in Hamburg oder Toulouse fertiggestellt werden.“ Hier wird deutlich, dass Chinas Luftfahrtindustrie nicht mehr in den Kinderschuhen steckt, sondern im Vergleich mit dem Westen sehr rasch aufgeholt hat.

Originalartikel auf Englisch: Trade Imbalance: Western Companies Losing Know-How to China

 

 

 



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