Der geheimnisvolle Ursprung des Coronavirus – China verweigert Herausgabe von Daten

Von 17. Februar 2020 Aktualisiert: 13. März 2020 11:41
Woher stammt das Coronavirus? Wenn das Virus von Tier zu Mensch übertragen wurde, welches Tier ist der Wirt oder der Zwischenwirt des Virus? Unter anderem sind dies wichtige Informationen, die Chinas Behörden bislang nicht veröffentlicht haben.

Seit dem Ausbruch des Coronavirus in Wuhan sind bereits über zwei Monate vergangen. Die Ausbreitung von Covid-19 hat sich in China seitdem auch nicht verlangsamt. Mehr als 35 chinesische Städte wurden von den Behörden bereits vollständig abgeriegelt. Beamte versuchen damit die Seuche einzudämmen und mögliche Coronavirus-Fälle zu isolieren. Das Leben von Millionen von Menschen ist in Gefahr. Das Virus breitet sich jedoch nicht nur in China, sondern auch international immer weiter aus.

Die offiziellen Untersuchungen über die Herkunft des neuartigen Coronavirus weisen erhebliche Lücken auf. Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, muss man zunächst verstehen, wie ein Virus, das angeblich von Tieren stammt, plötzlich auf den Menschen übertragbar wird. Dazu müssten die chinesischen Behörden ihre Tierversuchsdaten und Proben freigeben. Die Testergebnisse von Tierproben, die in Wuhan – dem Epizentrum des Ausbruchs – gesammelt wurden, würden wichtige Erkenntnisse darüber liefern, welche Tiere als Zwischenwirte für das neue Coronavirus in Frage kommen.

Dies ist entscheidend für die Eindämmung der Epidemie. Wenn zum Beispiel Ratten Zwischenwirte für das Virus sind, bringt es nur wenig, die Bewegungsfreiheit der Menschen in den Städten einzuschränken, solange sich die infizierten Tiere frei bewegen. Die Ergebnisse von Tierproben könnten auch als Leitfaden für politische Entscheidungen dienen, die das Risiko eines weiteren Ausbruchs verringern würden.

Tierischer Ursprung

Wissenschaftliche Studien, die auf phylogenetischen Analysen basieren, haben die Sequenz des neuartigen Coronavirus untersucht. Die Forscher verglichen das Virus mit anderen Coronavirus-Sequenzen und stellten fest, dass es wahrscheinlich von Fledermäusen stammt. Forscher des Wuhan-Instituts für Virologie fanden heraus, dass das Genom des Virus, das bei Patienten gefunden wurde, zu 96 Prozent identisch mit dem eines existierenden Fledermaus-Coronavirus ist, hieß es in einer Studie die in der Zeitschrift Nature veröffentlich wurde.

Es gibt aber auch andere Theorien. Eine chinesische Studie deutete beispielsweise an, dass Schlangen die Quelle der Übertragung auf den Menschen sind. Zahlreiche andere Wissenschaftler glauben jedoch, dass Reptilien eine weniger wahrscheinliche Quelle sind und dass Säugetiere wie Ratten und Schweine sowie einige Vögel die Hauptverbreiter für Coronaviren sind.

Vor diesem Hintergrund müssen phylogenetische Studien der viralen Genomsequenzen durch Tierversuche unterstützt werden, um den Ursprung der Infektion zu bestätigen und um festzustellen, ob es einen Zwischenwirt gibt.

Es ist keine leichte Aufgabe für ein Virus, eine Zoonose zu verusachen. Coronaviren springen nur ganz selten mit hoher Übertragbarkeit vom Tier auf den Menschen. Noch geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Coronavirus direkt von Fledermäusen auf den Menschen überspringt. Um neue Wirte zu infizieren, müssen Mutationen an den viralen Oberflächenproteinen und/oder Strukturgenen auftreten. Damit die mutierten Viren die Zellen der neuen Spezies binden und in diese eindringen und die Replikationszyklen in den neuen Wirten effizient abschließen können.

Es gibt keine Berichte zum Ursprung des Coronavirus von Tierproben

Einige Wissenschaftler haben argumentiert, dass Coronaviren direkt auf den Menschen überspringen können, ohne zu mutieren und ohne einen Zwischenwirt. Bei den früheren Ausbrüchen von Coronaviren war jedoch eindeutig ein Zwischenwirt erforderlich, um eine Übertragung vom Tier auf den Menschen zu ermöglichen. Viele Studien legen nahe, dass das Fledermaus-Coronavirus während des SARS-Ausbruchs 2003 von seinem natürlichen Wirt, den Fledermäusen, auf Zibetkatzen und dann auf den Menschen gesprungen ist, und dass es beim MERS-Ausbruch von Fledermäusen auf Kamele und dann auf den Menschen gesprungen ist. Zibetkatzen und Kamele dienten also als Zwischenwirte für die von Tier zu Mensch Übertragung.

Da zum Zeitpunkt des Ausbruchs keine Fledermäuse auf dem Markt in Wuhan, dem Epizentrum der Infektion, verkauft wurden, deutet dies auf die Existenz eines weiteren tierischen Zwischenwirts hin, der das Virus auf den Menschen übertragen haben könnte.

Am rätselhaftesten ist aber, dass es keine Berichte über die Untersuchung von Tierproben gibt, die auf dem Meeresfrüchtemarkt oder an anderen Orten in Wuhan von den Behörden gesammelt worden sind. Damit hätte man feststellen können, welche Tiere Wirte oder Zwischenwirte dieses neuartigen Coronavirus sein könnten.

Chinesische Wissenschaftler veröffentlichten kürzlich in der Zeitschrift Lancet einen Bericht, in dem es hieß: „Die Mehrzahl der zu Beginn aufgetretenen Fälle waren einer Exposition auf dem Meeresfrüchte-Großhandelsmarkt in Wuhan ausgesetzt“. Und: „Diese Patienten könnten durch Zoonosen oder Umweltexpositionen infiziert worden sein.“ In einem anderen Bericht in der Zeitschrift behaupteten chinesische CDC-Wissenschaftler: „Auf der Grundlage der aktuellen Daten ist es wahrscheinlich, dass das Virus 2019-nCoV anfangs auch auf Fledermäuse übertragen wurde und über derzeit unbekannte wilde Tiere, die auf dem Wuhan Meeresfrüchtemarkt verkauft wurden, auf den Menschen übertragen wurden“.

Hintergrund zur Schließung des Meeresfrüchtemarktes in Wuhan

Bislang wurden jedoch keine Informationen über die Arten der Wildtiere veröffentlicht, die auf dem Markt angeboten wurden. Es gibt auch keine Informationen darüber, was mit den Tiere nach der Schließung des Marktes am 1. Januar 2020 geschehen ist. Ob sie untersucht oder einfach nur entsorgt wurden ist nicht bekannt. Es wurden auch keine Informationen darüber veröffentlicht, ob Tiere mittels viraler Nukleinsäure-Testmethoden auf SARS-CoV-2 oder dem neuartigen Coronavirus getestet wurden.

Das Coronavirus hat in China rasch zu einer Epidemie geführt. Und sich auch auf andere Länder weltweit ausgebreitet. Die WHO hat die Lage bereits als „globale Gesundheitskrise“ eingestuft.

Der Meeresfrüchtemarkt in Wuhan ist bekanntermaßen ein wichtiger Umschlagplatz für lebende und tote Wildtiere. Dazu gehören lebende Wölfe, Igel, Rehe, Vögel, Schlangen, Ziegen, Hasen und Wildschweine. Diese Tiere werden im östlichen Teil des Marktes gehandelt.

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Ein Medizin- und Gesundheitsausschuss in Wuhan stellte mehrere Fälle von Lungenentzündung im Zusammenhang mit dem Meeresfrüchtemarkt in Wuhan fest. Diese Daten wurden am 31. Dezember 2019 bekannt gegeben. Am 1. Januar wurde der Markt von der Regierung in Wuhan geschlossen.

Chinesische Medizinreporter besuchten den Markt am 31. Dezember 2019, am Abend vor der Schließung. Ihren Berichten zufolge, hätten sie dort „schlechte Hygiene“ und eine „unorganisierte Entsorgung von Wildtierkörpern und Organen“ beobachtet. Das heißt, dass sich nur wenige Stunden vor der Zwangsschließung eine relativ große Menge an Wildtieren auf dem Markt befand. Dennoch wurden auch nach der Schließung von den Behörden keine Informationen über die Wildtiere auf dem Markt bekannt gegeben.

Keine Informationen über die sichergestellten Tiere

Es wurden auch keine Informationen über die Menge und Arten der bei der Schließung vorhandenen Tiere veröffentlicht. Auch die Anzahl der auf das Coronavirus getesteten Tiere und die Art und Weise, wie mit diesen Tieren nach der Schließung des Marktes am 1. Januar verfahren wurde, wurde bis zum heutigen Zeitpunkt nicht veröffentlicht. Das chinesisches Medienunternehmen, Yicai, erkundigte sich über die Handhabe der Tiere. Demnach hat die Regierung in Wuhan keine Angaben dazu gemacht.

Dr. Guan Yi, der derzeitige Direktor (China-Angelegenheiten) des staatlichen Zentrallabors für neu auftretende Infektionskrankheiten an der Universität Hongkong, besuchte Wuhan am 21. Januar. Der Arzt wollte die Quelle der Tiere identifizieren. In einem Medieninterview erwähnte er, dass Einheimische sich weigerten, mit ihm zusammenzuarbeiten. Er wies darauf hin, dass es angesichts des nun geschlossenen Marktes schwierig sei, den Ursprung des Virus zu untersuchen. Er sagte:

Der Meeresfrüchtemarkt in Wuhan wurde nach der Schließung gesäubert. Der ‚Tatort‘ ist verschwunden. Wie kann man einen Fall ohne Beweise lösen?“

Gao Fu, Direktor des chinesischen Zentrums für Krankheitskontrolle und -verhütung, erklärte: „Es ist klar, dass die Infektionsquelle von wilden Tieren ausging. Aber aufgrund der Schließung des Meeresfrüchtemarktes wir wissen nicht, welche Arten infiziert waren.“

Die Nicht-Identifizierung der ursprünglichen- oder Zwischenwirte birgt große Risiken

Das U.S. Center for Disease Control (CDC) erklärte: „Wie sich 2019-nCoV, ein neues Coronavirus, verbreitet ist nicht geklärt“. Bislang ist man davon ausgegangen, dass die Hauptverbreitung der Coronavirus-Infektion die Übertragung von Atemtröpfchen und der Kontakt von Mensch zu Mensch ist.

Guan Yi und Kwok-yung Yuen von der Universität Hongkong (HKU) et. al. identifizierten 2003 das SARS-assoziierte Coronavirus (SARS-CoV) in Tierkäfigen von Zibetkatzen auf den Märkten für lebende Tiere in China. Ihre Studien führten zum anschließenden Verkaufsverbot von Zibetkatzen und zur Schließung aller Wildtiermärkte in Guangdong. Ihre Untersuchungen trugen auch dazu bei, die SARS-Epidemie einzudämmen.

Wenn ein Tier als Wirt oder Quelle der Krankheitsverbreitung identifiziert wird, leiten die Behörden und die CDC normalerweise Präventions- und Kontrollmaßnahmen ein. Danach gibt es beispielsweise eine Aufklärungskampagne, eine angemessene Quarantäne kranker Tiere und die Entsorgung von Kadavern. Sowie die Überwachung des potenziellen Verbreitungswegs der Krankheit in zoonotischer Hinsicht.

Es ist bekannt, dass Nagetiere wie Ratten und Mäuse die Märkte für Meeresfrüchte befallen. In Japan wird beispielsweise immer damit gerechnet, dass Zehntausende von Nagetieren auftauchen, wenn ein großer Fischmarkt geschlossen wird.

Nagetiere befallen öfter Märkte

Auch der Markt für Meeresfrüchte in Wuhan wird immer wieder von Nagetieren heimgesucht. Wenn die Nagetiere als potentielle Wirte für das Coronavirus erforscht würden, bestünde immer noch die Gefahr, dass Ratten über die derzeitige Quarantänezone hinaus infiziert werden. Tatsache ist, dass das Coronavirus im Kot von Patienten aus Shenzhen nachgewiesen wurde. Im Fledermauskot beispielsweise wurden Virusstämme wie SARS isoliert. Sollten fäkal-orale Übertragungswege von 2019-nCoV zusätzlich zur Übertragung durch Atemtröpfchen möglich sein, wäre eine Warnung angemessen, den Kontakt mit Tieren wie Ratten zu vermeiden. Wenn also Nagetiere tatsächlich eine Quelle oder ein Wirt der Coronavirus-Infektion sind, dann ist auch die Kontamination von Lebensmitteln oder Wasser durch Nagetiere ein potenzieller Weg für die Ausbreitung der Krankheit.

Wenn Vögel oder andere Arten auf dem Meeresfrüchtemarkt die Wirte waren, müssen auch Informationen über die Art und die Menge der Tiere, die biologischen Reaktionen und die potenziellen Verbreitungswege des Virus identifiziert und die Ergebnisse der Untersuchungen der Welt mitgeteilt werden. Nur so können geeignete Präventionsmaßnahmen ergriffen werden.

Es wäre eine ernsthafte Inkompetenz und ein Fehlverhalten, wenn die chinesischen Behörden nicht versuchen würden, Kot- und Blutproben von den verschiedenen Tieren zu sammeln, die auf dem Meeresfrüchtemarkt verkauft wurden. Das Testen von Tierproben würde sehr wichtige Informationen über die Zoonose, die Trends der Virusmutationen bei diesem Ausbruch und die Lücken in den derzeitigen Gegenmaßnahmen aufdecken.

Gab es neben dem Markt in Wuhan noch andere Epizentren?

Die chinesische CDC veröffentlichte Daten zu Umweltproben vom Meeresfrüchtemarkt. Darin heißt es, dass die Behörde vermutet: „Das Virus stammt von wilden Tieren unbekannter Art“.

Ein Team, dem auch Dr. Feng von der chinesischen CDC angehörte, veröffentlichte am 29. Januar 2020 im New England Journal of Medicine einen Bericht mit dem Titel „Early Transmission Dynamics in Wuhan, China, of Novel Coronavirus-Infected Pneumonia“. Darin heißt es: „Die Mehrheit der Fälle zu Beginn des Ausbruchs wurden mit dem Großhandelsmarkt für Meeresfrüchte in Wuhan in Verbindung gebracht. Die Patienten könnten durch Zoonosen oder Umwelteinflüsse infiziert worden sein… die Mehrheit dieser Fälle kam mit dem Markt in Wuhan in Berührung. Dennoch gab es ab Ende Dezember einen exponentiellen Anstieg der Zahl der Fälle, die nicht auf dem Wuhan-Markt waren.“

Stammt 2019-nCoV von einem Fledermaus-SARS-ähnlichen Virus (Bat-SL-CoV)?

Ein kürzlich veröffentlichter Lancet-Bericht vom 29. Januar 2020 mit dem Titel „Genomic characterisation and epidemiology of 2019 novel coronavirus: implications for virus origins and receptor binding“ stellte fest: „Eine Blast-Suche der vollständigen Genome von 2019-nCoV ergab, dass die am engsten verwandten Viren, die auf der GenBank verfügbar waren, Fledermaus-SL-CoV-ZC45 (Sequenzidentität 87.99%; Abfrageabdeckung 99%) und ein weiteres SARS-ähnliches Betacoronavirus von Fledermausherkunft, das Fledermaus-SL-CoV-ZXC21 (Zugangsnummer MG772934; 23 87,23%) waren. Bemerkenswert ist, dass die 2019-nCoV-Stämme genetisch weniger ähnlich zu SARS-CoV (etwa 79%) und MERS-CoV (etwa 50%) waren.“

Dieser Bericht könnte so interpretiert werden, dass 2019-nCoV biologisch näher mit dem SARS-ähnlichen Betacoronavirus (Ursprung in der Fledermaus) verwandt ist und Fledermäuse der ursprüngliche Wirt dieses Virus sein könnten. Die Autoren haben jedoch nicht behauptet, dass der einzige Wirt von 2019-nCoV die Fledermaus sei.

In dem Artikel heißt es weiter: „Trotz des Hinweises auf Fledermäuse deuten jedoch mehrere Fakten darauf hin, dass ein anderes Tier als Zwischenwirt zwischen Fledermäusen und Menschen fungiert. Erstens wurde der Ausbruch erstmals Ende Dezember 2019 gemeldet, als die meisten Fledermausarten in Wuhan Winterschlaf hielten. Zweitens wurden auf dem Meeresfrüchtemarkt in Wuhan keine Fledermäuse verkauft oder gefunden, während verschiedene nichtaquatische Tiere (einschließlich Säugetiere) zum Kauf angeboten wurden. Drittens betrug die Sequenzidentität zwischen 2019-nCoV und seinen nahen Verwandten Fledermaus-SL-CoVZC45 und Fledermaus-SL-CoVZXC21 weniger als 90%, was sich in dem relativ langen Zweig zwischen ihnen widerspiegelt. Daher sind Fledermaus-SL-CoVZC45 und Fledermaus-SL-CoVZXC21 keine direkten Vorfahren von 2019-nCoV.“

Und „viertens fungierten sowohl bei SARS-CoV als auch bei MERS-CoV Fledermäuse als Wirt, wobei ein anderes Tier (Palmenzibetkatzen bei SARS-CoV35 und Dromedarkamele bei MERS-CoV) als Zwischenwirte fungierten, mit dem Menschen als Endwirt. Daher scheint es auf der Grundlage der aktuellen Daten wahrscheinlich, dass das 2019-nCoV anfangs auch von Fledermäusen aufgenommen und möglicherweise über derzeit unbekannte Wildtiere, die auf dem Meeresfrüchtemarkt in Wuhan verkauft wurden, auf den Menschen übertragen wurde.“

Der Bericht erwähnt jedoch, dass die meisten Fledermäuse zum Zeitpunkt des Ausbruchs in Wuhan Winterschlaf gehalten hatten und keine Fledermäuse auf dem Meeresfrüchtemarkt verkauft wurden. Daher ist es sehr unwahrscheinlich, dass das Virus in Wuhan von Fledermäusen auf Menschen oder andere Tiere übertragen wurde.

Studien des Wuhan-Instituts für Virologie über SARS-ähnliche Coronaviren

Zheng-Li Shi und mehrere andere Forscher am Institut für Virologie veröffentlichten 2013 einen Artikel in der Zeitschrift Nature mit dem Titel „Isolation and characterization of a bat SARS-like coronavirus that uses the ACE2 receptor.“

In dieser Studie entnahm das Team anale Abstriche oder Kotproben von Fledermäusen und fand zwei Stämme von Sequenzen von dem der Fledermaus abstammenden SARS-ähnlichen CoV. Diese wurden als RsSHC014 und Rs3367 bezeichnet. Sie verarbeiten 95% Nukleotidsequenz-Identität mit dem menschlichen SARS-CoV-Tor2-Stamm.

In einer Studie wurde die Isolierung eines neuen Fledermausvirus durchgeführt. Die Ergebnisse dazu wurden am 30. Dezember 2015 im Journal of Virology unter dem Titel „Isolation and Characterization of a Novel Bat Coronavirus Close Related to the Direct Progenitor of Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus“ veröffentlicht. Darin hieß es: Das Virus mit der Bezeichnung SL-CoV-WIV1 sei fast identisch mit Rs3367 und hätte eine Genomsequenz-Identität von 99,9% aufgewiesen. Die Forscher stellten fest, dass WIV1 menschliches ACE2 als Eintrittsrezeptor verwenden kann und das Potenzial hat, menschliche Zellen zu infizieren. In der Folge isolierte dieselbe Forschungsgruppe 2015 im Labor ein weiteres Fledermausvirus, das ACE2 verwenden und menschliche Zelllinien infizieren konnte.

Darüber hinaus führte das Team von Dr. Zheng-Li Shi 2018 eine weitere Studie durch. Sie beschäftigte sich mit der Frage, ob einige Fledermausviren durch die Verwendung von menschlichem ACE2 ohne die Notwendigkeit eines Zwischenwirts den Menschen infizieren können. Bis zum Zeitpunkt ihrer Studie wurde jedoch „keine direkte Übertragung von SARS-ähnlichen CoVs von Fledermäusen auf den Menschen berichtet“.

Die Wissenschaftler sammelten von 218 Bewohnern in Hunan Blutserum, die in der Nähe von Fledermaushöhlen lebten. Die Fledermäuse dort trugen die Viren in sich. Die Gruppe von Dr. Shi sammelte auch Virusproben in den dortigen Höhlen. Dann wurden ELISA-Tests durchgeführt, um Antikörper gegen SARS-CoV nachzuweisen. Das Vorhandensein von Antikörpern lässt auf eine vorherige Exposition gegenüber dem Fledermaus-Coronavirus schließen. Die Forscher stellten fest, dass nur 6 von 218 (2,7 %) Probanden Seropositivität zeigten. Das lässt auf eine wahrscheinliche Infektion mit SARS-CoV oder verwandten Viren schließen. Die 6 positiv getesteten Personen hatten in den letzten 12 Monaten keine klinischen Symptome. Als Kontrolle sammelten die Forscher 240 Proben von zufälligen Blutspendern in Wuhan, 1000 Kilometer von Hunan entfernt. Keine der Wuhan-Blutproben wurde positiv auf das in Fledermäusen vorkommende SARS-ähnliche CoV getestet.

Diese Daten legen nahe: Die Wahrscheinlichkeit, dass das Fledermausvirus den Menschen infiziert, ist sehr gering – lediglich 2,9 %. Und dass bei Menschen, die sehr nahe an Fledermaushöhlen leben, keine offensichtlichen Symptome auftreten. Bis 2018 wurde in Wuhan keine Infektion von einer Fledermaus auf einen Menschen gemeldet.

Erfolgsbilanz des Wuhan Institut für Virologie bei Gain-of-Function-Mutation

Die Gruppe von Zhengli Shi am Institut für Virologie in Wuhan war erfolgreich bei der Isolierung zweier infektiöser Klone von Fledermäusen mit SARS-ähnlichem CoV: SL-CoV-WIV1 und WIV16 aus Fledermäusen. In ihren weiteren Studien fanden sie heraus, dass diese SL-CoV Spike-Proteine (S-Protein) „[nicht] in der Lage waren, eines der drei ACE2-Moleküle als Rezeptor zu verwenden. Zweitens gelang es den SL-CoV nicht, in Zellen einzudringen, die das Fledermaus-ACE2 exprimieren. Drittens erlangte das chimäre S, das die zuvor definierte Rezeptor-Bindungsdomäne abdeckt, seine Fähigkeit, über humanes ACE2 in Zellen einzudringen, wenn auch mit unterschiedlicher Effizienz für verschiedene Konstrukte.Viertens wurde festgestellt, dass eine minimale Insert-Region (Aminosäuren 310 bis 518 ) ausreicht, um das SL-CoV S von einer Nicht-ACE2-Bindung in eine humane ACE2-Bindung umzuwandeln.“

Daher stellte die Gruppe von Shi in einer im Februar 2008 im Journal of Virology veröffentlichten Studie fest, dass das natürliche Fledermaus-Coronavirus den menschlichen ACE2-Rezeptor nicht zur Infektion von Menschen nutzen kann. Wenn es jedoch mit einigen Aminosäuren von Position 310 bis 518 für die Fledermaus-CoV-S-Proteinsequenz eingefügt wird, kann das chimäre Fledermaus-CoV den menschlichen ACE2-Rezeptor nutzen.

In der Zwischenzeit veröffentlichte eine andere Forschungsgruppe unter der Leitung von Dr. Li im Jahr 2013 ihr Ergebnis, dass 5 Aminosäurestellen auf CoV-Spike-Proteinen entscheidend für die Bindung an den menschlichen ACE2 auf dem SARS-Virus sind (diese Positionen sind Y442, L472, N479, D480, T487). Diese 5 Stellen liegen genau in der Region, die die Gruppe vom Dr. Shi als wichtig bezeichnet hat.

Später führten Li und Shi gemeinsam eine im September 2015 im Journal of Virology veröffentlichte Gain-of-Function-Studie über das MERS-Virus und ein Fledermausvirus (Stamm HKU4) durch. Da das MERS-Virus in menschliche Zellen eindringen kann, HKU4 jedoch nicht, führten sie zwei einzelne Mutationen in das HKU4-Spike-Protein ein und fanden heraus, dass das neue mutierte S-Protein es HKU4 ermöglichen kann, in menschliche Zellen einzudringen. Wenn sie 2 Stellen im MERS-Spike mutiert haben, kann das resultierende MERS-Pseudovirus (experimentelles Virus) nicht mehr in menschliche Zellen eindringen.

Darüber hinaus schloss sich Shis Team einer internationalen Gruppe an, um mit dem Fledermausvirus SHC014, das sie in Hunan geerntet hatten, ein chimäres Virus zu erzeugen. Da sie wussten, dass SHC014 wahrscheinlich nicht an menschliches ACE2 binden wird, „synthetisierten sie den SHC014-Spike im Rahmen des replikationskompetenten und  mausadaptierten SARS-CoV“. Es handelt sich also um ein labortechnisch hergestelltes mausadaptiertes SARS-Coronavirus (MA15), aber mit SHC014-Spike.

Zu ihrer Überraschung kann das chimäre Virus (SHC014-MA15) den SHC014-Spike dazu verwenden, an den menschlichen ACE2-Rezeptor zu binden und in menschliche Zellen einzudringen. SHC014-MA15 kann auch bei Mäusen Krankheiten auslösen und auch zum Tod führen. Vorhandene Impfstoffe gegen SARS können Tiere nicht vor einer SHC014-MA15-Infektion schützen. Daher können diese chimären Virusstudien zur Generierung von pathogeneren, tödlicheren CoV-Stämmen in Säugetiermodellen führen.

Aufgrund der von der US-Regierung angeordneten Pause bei den GOF-Studien (gain-of-function) kam diese internationale Forschung damals nicht weiter voran. Es gibt jedoch keine Hinweise darauf, dass Shis Gruppe in China weitere Studien über die Einführung von GOF-Mutationen auf dem CoV gestoppt hätte. Und es ist klar, dass Shis Gruppe bereits die Reverse-Engineering-Technologie beherrschte, die ausreicht, um Mutationen in das gegenwärtige SARS-CoV oder SARS-ähnliche CoV einzuführen, um ein mutiertes infektiöses Coronavirus zu erzeugen.

Interessanterweise veröffentlichte Shis Gruppe am 23. Januar 2020 auf der Webseite BioRxiv: Sein Forscherteam hätte ein neues Fledermaus-Coronavirus namens BatCov RaTG13 in Hunan entdeckt. Dieses Virus teilt 96,2 Prozent der Gesamtgenomsequenzidentität mit 2019-nCoV. Das Virus wurde jedoch zuvor noch nie in ihrer Forschung erwähnt oder Berichte dazu veröffentlicht.

Möglichkeiten eines 2019-nCoV-Tierwirts auf dem Wuhan Markt

In dem Lancet-Papier mit dem Titel: „Genomic characterisation and epidemiology of 2019 novel coronavirus: implications for virus origins and receptor binding“ wurde berichtet: „Als typisches RNA-Virus beträgt die durchschnittliche Evolutionsrate für Coronaviren etwa 10⁴ Nukleotidsubstitutionen pro Standort und Jahr. Wobei Mutationen während jedes Replikationszyklus auftreten. Es ist daher auffällig, dass die hier beschriebenen Sequenzen von 2019-nCoV von verschiedenen Patienten fast identisch waren, mit mehr als 99,9% Sequenzidentität. Dieser Befund deutet darauf hin, dass sich 2019-nCoV – von seiner Quelle aus – in kurzer Zeit schnell ausbreitet und es auch relativ schnell entdeckt wurde“.

Bei Mutationen in jedem Zyklus ist es höchst unwahrscheinlich, dass verschiedene Fledermäuse Viren mit der gleichen Sequenz beherbergen. Wenn Fledermäuse allein für die Virusübertragung nicht ausreichen, ist ein anderes Tier als Zwischenwirt erforderlich, und die Wahrscheinlichkeit, dass das Virus identisch ist, ist noch geringer. Da der Markt für Meeresfrüchte nicht die einzige Quelle für den Ausbruch war, ist es vernünftig anzunehmen, dass, wenn ein anderes Tier der Zwischenwirt für das Virus ist, dieses Tier Kontakt mit Fledermäusen haben muss, damit sich das Fledermaus-Coronavirus in ihm vermehren kann. Das Tier muss schließlich auch die Fähigkeit haben, Viren auf Menschen zu übertragen – die mit dem Markt in Wuhan und in anderen Regionen wo das Virus identifiziert wurde in Kontakt gekommen sind.

Daher wurde ernsthaft hinterfragt, ob der Ausbruch des Coronavirus in Wuhan auf eine undichte Stelle oder einen falschen Umgang mit den Labortieren vor Ort – die für Coronavirusstudien verwendet wurden – zurückzuführen ist. Dies ist eine vernünftige Annahme bezüglich der Quelle des Ausbruchs. Und rechtfertigt eine transparente Untersuchung durch die chinesischen Behörden und ausländische Experten für Seuchenbekämpfung und Laborbetrieb. Dabei geht es nicht nur um die Rechenschaftspflicht der medizinischen Ethik oder einer Untersuchung der Laborsicherheit, sondern es steht in direktem Zusammenhang mit den gegenwärtigen Bemühungen, den Virusausbruch einzudämmen.

Auch wenn der tierische Wirt von 2019-nCoV noch nicht identifiziert ist, sind die Daten und Informationen von möglichen tierischen Wirten und potenziellen zoonosischen Infektionen für die Prävention und Kontrolle der Krankheit auf internationaler Ebene unerlässlich.

Der Markt für Meeresfrüchte in Wuhan könnte den tierischen Wirt tatsächlich beherbergt haben. Deshalb müssen Tierdaten und Profilergebnisse von diesem Markt von den chinesischen Behörden unverzüglich offengelegt werden. Auch wenn sie negativ sind. Es ist unbedingt erforderlich, dass die US-Beamten der CDC und der WHO von den chinesischen Behörden die Freigabe der Informationen über die Tierversuchsdaten verlangen.

Wenn sich die chinesischen Behörden weigern, Testdaten der Tierproben offenzulegen, könnte dies eine absichtliche Verschleierung des wahren Ursprungs des Coronavirus-Ausbruchs von 2019 bedeuten.

Der Originalartikel erschien in The Epoch Times USA (deutsche Bearbeitung von so)
Originalfassung: The Mysterious Origin of the Wuhan Coronavirus

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