Fest des Konsums: Warum feiern die Chinesen Weihnachten?

Epoch Times22. Dezember 2014 Aktualisiert: 22. Dezember 2014 12:10

China hat eigentlich keine christliche Tradition. Trotzdem feiern immer mehr Chinesen das wichtigste westliche Fest. Für die meisten Chinesen bedeutet Weihnachten: Ein Anlass Geld auszugeben und etwas "Besonderes" erleben.

Vor allem Eltern mit kleinen Kindern und Paare geben gerne ihr Geld zu Weihnachten aus. Kurz vor Weihnachten wurde die "Shengdan-Wunschliste" in einem Bericht in dem chinesischen staatlichen Nachrichtenportal Xinhua veröffentlicht. Shengdan ist der chinesische Name für Weihnachten und bedeutet: „Geburt des Heiligen“.

Eine der beiden Einkaufslisten, die in dem Artikel veröffentlicht wurden, ist die für den vierjährigen Jungen Duoduo. Das haben die Eltern zu Weihnachten für Duoduo gekauft: Einen Weihnachtsbaum (1,2 Meter hoch), einen Spielzeug-Zug, ein Weihnachtsmannkostüm, ein Paar Socken, eine Mahlzeit bei Kentucky Fried Chicken, eine Schlittenfahrt. Das Weihnachtsgeschenkpaket hat insgesamt 909 Yuan gekostet (ca. 110 Euro).

Die Eltern haben dem Xinhua-Reporter erzählt, dass sie ihrem Sohn immer versprochen hatten, Weihnachtsgeschenke zu kaufen, sollte dieser sich gut verhalten. Der Sohn hat sich Mühe gegeben, nun müssen die Eltern sich auch an ihr Versprechen halten. Da der 25. und 26. Dezember in China keine Feiertage sind, müssen sie das Schlittenfahren aufs Wochenende verschieben.

Viele kleine chinesische Kinder wie Duoduo haben ähnliche Weihnachtserlebnisse. Durchschnittlich geben die Eltern ca. 300 Yuan (ca. 30 Euro) pro Kind für Weihnachtsgeschenke aus, so der Xinhua Bericht.  

Der Student Wang Qu ist auch großzügig bei den Weihnachtsausgaben. Er möchte seiner Freundin viel Freude bereiten: Kosmetikprodukte zu Weihnachten (500 Yuan), einen Rosenstrauß (99 Yuan), ein gemeinsames Abendessen (100 yuan), ein gemeinsamer Kinobesuch (60 Yuan), eine Taxifahrt (50 Yuan). Insgesamt möchte er rund 809 Yuan ausgeben (ca. 100 Euro). 

Für die jungen Leute in China ist Weihnachten zum zweiten Valentinstag geworden. Die Verliebten nehmen diese Chance, um gemeinsam Essen zu gehen und das Fest romantisch zu verbringen. Viele westliche Restaurants in China ergreifen diese Gelegenheit und bieten Weihnachtsmenüs für Zwei an. Ein Restaurant-Mitarbeiter sagte dem Reporter, dass solche Angebote in seinem Restaurant schon im Vorfeld oft reserviert werden. Der Umsatz vor Weihnachten in diesem Jahr ist um 20 Prozent höher als vergangenes Jahr.

Die Nachfrage nach typischen Geschenken zum Valentinstag ist genau so groß wie die nach Weihnachtsgeschenken. Dazu gehören Rosensträuße, Schokolade und in diesem Jahr sind auch Schmuck und Mode zu beliebten Weihnachtsgeschenken in China geworden.

Die größte Juwelier-Kette in China, Chow Tai Fook Jewellery Group aus Hongkong, besitzt über 2000 Filialen in China. Für Weihnachten 2014 haben sie viele Angebote für ihre chinesischen Kunden vorbereitet. „Die Chinesen lieben Feste. Wir lieben die Anlässe, bei denen man Geld ausgeben kann,“ sagte Kent Wang, ein Manager von Chow Tai Fook Jewellery, zu den Medien. (yi/so) 

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