Hongkonger Protestbewegung bittet Ausland und USA um Unterstützung

"Ich denke, abgesehen von ausländischen Ländern kann uns niemand wirklich helfen" – Die Protestbewegung bittet die Regierung in den USA, Druck auf Peking auszuüben, die Forderungen der Protestbewegung in Hongkong zu erfüllen.
Titelbild
Während dem Marsch zum US-Konsulat während einer Demonstration am 8. September 2019 in Hongkong.Foto: Carl Court/Getty Images
Epoch Times8. September 2019

Angesichts des festgefahrenen Konflikts mit der pekingtreuen Regierung bittet die Protestbewegung in Hongkong um Unterstützung aus dem Ausland. Tausende Demonstranten zogen dazu am Sonntag vor das US-Konsulat in der chinesischen Sonderverwaltungszone. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warb am Samstag bei ihrem China-Besuch dafür, „dass Konflikte gewaltfrei gelöst werden“. Alles andere wäre aus ihrer Sicht „eine Katastrophe“.

Von einem Park in einem Hongkonger Geschäftsviertel zogen am Sonntag zahlreiche Demonstranten zum US-Konsulat, viele schwenkten US-Flaggen. Sie riefen Washington auf, Druck auf Peking auszuüben, die Forderungen der Protestbewegung in Hongkong zu erfüllen.

Die Demonstranten forderten überdies, dass der US-Kongress einem jüngst vorgelegten Vorschlag folgt, die Protestbewegung in Hongkong ausdrücklich zu unterstützen. „Ich denke, abgesehen von ausländischen Ländern kann uns niemand wirklich helfen“, sagte die 30-jährige Demonstrantin Jenny Chan der Nachrichtenagentur AFP.

Die Menschen in Hongkong bitten das Ausland um Unterstützung. Das Bild entstand vor dem US-Konsulat am 8. September 2019. Foto: VIVEK PRAKASH/AFP/Getty Images

China verbittet sich ausländische Einmischung in ihren Umgang mit der Sonderverwaltungszone

Kanzlerin Merkel sprach die Lage in Hongkong bei ihrem China-Besuch an. Sie habe sich „sehr dafür eingesetzt“, dass es bei den Protesten „friedlich“ bleibe, sagte sie nach Angaben des Bundespresseamtes in der Millionenstadt Wuhan. In China seien „auch viele andere Menschenrechtsfragen zu diskutieren“.

Die Kanzlerin sprach im Rückblick auf ihren China-Besuch von „völlig unterschiedlichen Systemen“ und „unterschiedlichen politischen Auffassungen“. Ihr sei bei den Gesprächen „zugehört“ worden – und das sei „wichtig“, so wie es „überhaupt wichtig ist, immer wieder im Gespräch zu bleiben“.

Der Hongkonger Demokratie-Aktivist Joshua Wong sagte der „Bild am Sonntag“, die Kanzlerin habe in China die Vorgänge in Hongkong „viel weniger deutlich“ angesprochen, „als es sich die Hongkonger gewünscht hätten“.

Demonstranten marschieren am 8. September 2019 vom Chater Garden zum US-Konsulat in Hongkong, um die USA zu bitten, Peking unter Druck zu setzen, ihren Forderungen nachzukommen, und den Kongress aufzufordern, ein kürzlich vorgelegtes Gesetz zu verabschieden, das die Unterstützung der Protestbewegung zum Ausdruck bringt. Foto: VIVEK PRAKASH/AFP/Getty Images

Hongkong-Aktivist Wong erneut festgenommen

Am Sonntag ließ Wong über seine Partei Demosito erklären, dass er nach seiner Rückkehr von einer Reise nach Taiwan wegen Verstoßes gegen seine Bewährungsauflagen in Gewahrsam genommen worden sei. Der 22-Jährige war Ende August wegen Aufrufs zu einer nicht-genehmigten Versammlung festgenommen worden und später unter Auflagen freigekommen.

Die Lage in Hongkong könnte auch das 70. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China am 1. Oktober überschatten, für das Peking große Feierlichkeiten plant. Die Hongkonger Regierungskritiker planen für den Jahrestag eine riesige Protestkundgebung. (afp)

Bilder der Demonstration am 8. September

Zehntausende waren am 8. September zum US-Konsulat in Hongkong unterwegs. Foto: Chris McGrath/Getty Images

Klare Bitte an US-Präsident Trump. Foto: Chris McGrath/Getty Images)

Einige Demonstranten hatten US-Fahnen dabei. Foto: Carl Court/Getty Images

Auch Polizeibeamte protestieren: Station Tung Chung am 7. September 2019 in Hongkong. Aufdem Schild steht: „Sie sind grade dabei, gegen das Gesetz zu verstoßen. Sie werden angeklagt.“ Foto: Carl Court/Getty Images

Verhaftung an der Central Station am 8. September 2019 in Hongkong, China. Foto: Carl Court/Getty Images

Hoffnung in Hongkong. Foto: Chris McGrath/Getty Images

 



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