Hongkonger Protestbewegung bittet Ausland und USA um Unterstützung

Epoch Times8. September 2019 Aktualisiert: 8. September 2019 15:54
"Ich denke, abgesehen von ausländischen Ländern kann uns niemand wirklich helfen" – Die Protestbewegung bittet die Regierung in den USA, Druck auf Peking auszuüben, die Forderungen der Protestbewegung in Hongkong zu erfüllen.

Angesichts des festgefahrenen Konflikts mit der pekingtreuen Regierung bittet die Protestbewegung in Hongkong um Unterstützung aus dem Ausland. Tausende Demonstranten zogen dazu am Sonntag vor das US-Konsulat in der chinesischen Sonderverwaltungszone. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warb am Samstag bei ihrem China-Besuch dafür, „dass Konflikte gewaltfrei gelöst werden“. Alles andere wäre aus ihrer Sicht „eine Katastrophe“.

Von einem Park in einem Hongkonger Geschäftsviertel zogen am Sonntag zahlreiche Demonstranten zum US-Konsulat, viele schwenkten US-Flaggen. Sie riefen Washington auf, Druck auf Peking auszuüben, die Forderungen der Protestbewegung in Hongkong zu erfüllen.

Die Demonstranten forderten überdies, dass der US-Kongress einem jüngst vorgelegten Vorschlag folgt, die Protestbewegung in Hongkong ausdrücklich zu unterstützen. „Ich denke, abgesehen von ausländischen Ländern kann uns niemand wirklich helfen“, sagte die 30-jährige Demonstrantin Jenny Chan der Nachrichtenagentur AFP.

China verbittet sich ausländische Einmischung in ihren Umgang mit der Sonderverwaltungszone

Kanzlerin Merkel sprach die Lage in Hongkong bei ihrem China-Besuch an. Sie habe sich „sehr dafür eingesetzt“, dass es bei den Protesten „friedlich“ bleibe, sagte sie nach Angaben des Bundespresseamtes in der Millionenstadt Wuhan. In China seien „auch viele andere Menschenrechtsfragen zu diskutieren“.

Die Kanzlerin sprach im Rückblick auf ihren China-Besuch von „völlig unterschiedlichen Systemen“ und „unterschiedlichen politischen Auffassungen“. Ihr sei bei den Gesprächen „zugehört“ worden – und das sei „wichtig“, so wie es „überhaupt wichtig ist, immer wieder im Gespräch zu bleiben“.

Der Hongkonger Demokratie-Aktivist Joshua Wong sagte der „Bild am Sonntag“, die Kanzlerin habe in China die Vorgänge in Hongkong „viel weniger deutlich“ angesprochen, „als es sich die Hongkonger gewünscht hätten“.

Hongkong-Aktivist Wong erneut festgenommen

Am Sonntag ließ Wong über seine Partei Demosito erklären, dass er nach seiner Rückkehr von einer Reise nach Taiwan wegen Verstoßes gegen seine Bewährungsauflagen in Gewahrsam genommen worden sei. Der 22-Jährige war Ende August wegen Aufrufs zu einer nicht-genehmigten Versammlung festgenommen worden und später unter Auflagen freigekommen.

Die Lage in Hongkong könnte auch das 70. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China am 1. Oktober überschatten, für das Peking große Feierlichkeiten plant. Die Hongkonger Regierungskritiker planen für den Jahrestag eine riesige Protestkundgebung. (afp)

Bilder der Demonstration am 8. September

 

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