Neue chinesische Militärbasis im Südpazifik vermutet – USA führen Untersuchung durch

Von 25. April 2018 Aktualisiert: 25. April 2018 17:51
Aus Australien kam die Meldung, es könnte auf dem nahegelegenen Inselstaat Vanuatu eine neu eingerichtete Militärbasis geben. Die USA stellten daraufhin Untersuchungen an.

Die Vereinigten Staaten haben eine Studie über eine chinesisch finanzierte Werft im südpazifischen Inselstaat Vanuatu durchgeführt, sagte das U.S. Marine Corps am 14. April.

Die Werft war Gegenstand eines kürzlich veröffentlichten Berichts über die Pläne Chinas, eine permanente Militärbasis auf Vanuatu zu errichten.

Sowohl Vanuatu als auch China haben den Bericht, inmitten verschärfter Spannungen mit den Vereinigten Staaten über Chinas Aktivitäten im Südchinesischen Meer, bestritten.

U.S. Marine Corps Leutnant Colonel Curtis L. Hill sagte Reuters per E-Mail, dass eine kleine Gruppe von Marinesoldaten ein Standortgutachten durchgeführt hatte. Dies geschah in Vorbereitung auf eine militärische Übung, die im Südpazifik später in diesem Jahr von US-Streitkräften abgehalten werden sollte.

„Das Standortgutachten wurde aufgrund der wahrscheinlichen Teilnahme eines militärischen Unterstützungsschiffes des Military Sealift Command an der Übung durchgeführt,“ sagte er.

Das Interesse an der Werft in Luganville ist gestiegen, weil sie groß genug sein könnte, um Kriegsschiffe dort anlegen zu lassen. Die Haupteinsatzgebiete sind Frachtschiffe und Fähren.

Ein Beamter des US-Außenministeriums bestätigte, dass die US-Regierung dies aus dem australischen Nachrichtenbericht erfahren hatte und versuchte, seine Glaubwürdigkeit zu überprüfen, berichtete die New York Times.

Kalfau Kaloris, Vanuatus Hochkommissar in Canberra, Australiens Hauptstadt, sagte, dass das Außenministerium seines Landes „keinen solchen Vorschlag“ für den Bau einer chinesischen Militärbasis kenne, während die Sprecherin der chinesischen Botschaft in Canberra eine Stellungnahme ablehnte. So berichtete der Sydney Morning Herald am 9. April.

Die Regierung von Vanuatu versicherte, dass sie mit Peking nicht über die Einrichtung einer permanenten Militärbasis gesprochen habe. Hochrangige australische Beamte haben jedoch gesagt, dass sie sich der Bitte Chinas um einen südpazifischen Brückenkopf bewusst wären, berichtete die Australian Financial Review.

Der australische Premierminister Malcolm Turnbull hat China vor solchen Aktionen gewarnt. „Wir würden mit großer Sorge auf die Errichtung ausländischer Militärstützpunkte auf diesen pazifischen Inselstaaten und unseren Nachbarn schauen“, sagte er.

Auch australische Parlamentarier äußerten ihre Besorgnis über mögliche chinesische Aktivitäten. Der australische Parlamentarier und ehemalige Armeeoffizier Andrew Hastie sagte der Australian Financial Review, dass Vanuatu seit dem Zweiten Weltkrieg für die nationale Sicherheit Australiens entscheidend sei.

„Die Geographie hat sich nicht verändert. Die Entwicklung einer chinesischen Militärbasis in Vanuatu würde Australien strategisch isolieren“, sagte er.

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Unterdessen sagte der ehemalige General und Senator von New South Wales, Jim Molan: „Es scheint ein Verhalten von China zu geben, genau wie von Russland, – ein mangelnder Respekt vor der internationalen Ordnung.“

Vanuatu, etwa 1.200 Meilen (2.000 Kilometer) östlich von Nordaustralien, hat etwa 270.000 Einwohner. Während des Zweiten Weltkriegs war es die Heimat einer wichtigen US-Marinebasis, die dazu beigetragen hatte, die japanische Armee zurückzudrängen, als diese durch den Pazifik nach Australien vorrückte.

Laut The Sydney Morning Herald hat China den Aufbau von Vanuatus Infrastruktur mit Hunderten von Millionen Dollar finanziert. Infolgedessen machen Vanuatus Schulden bei China mehr als die Hälfte seiner gesamten Auslandsverschuldung aus.

China hat bereits versucht auf andere Länder im Indischen Ozean Einfluss zu nehmen. Mit Chinas Initiative „Neue Seidenstraße“, hat China Kredite an Teilnehmerländer für Infrastrukturprojekte gezahlt, welche von den Regierungen nur schwer wieder zurückgezahlt werden können. Wenn die Schuldenlast zu hoch wird, entscheidet sich die Regierung oft dafür, dem chinesischen Regime eine Mehrheitsbeteiligung an dem Projekt zuzugestehen, um die Schulden abzuschreiben.

Als Folge davon gelingt es dem chinesischen Regime, territoriale Ansprüche, wie zum Beispiel Nutzungsrechte für Straßen, Häfen oder anderen Anlagen, auf vielen Teilen der Welt zu erlangen. Sollte der Hafen von Vanuatu als Militärbasis dienen, wäre dies der erste Fall, bei dem die Bemühungen zum Errichten der „neuen Seidenstraße“ im Errichten militärischer Stützpunkte gipfeln.

Anfang letzten Jahres spendete Peking 14 Militärfahrzeuge an Vanuatu.

Reuters hat zu diesem Bericht beigetragen.

Das Original erschien in der englischen EPOCH TIMES (deutsche Bearbeitung von tp).

Originalartikel: US Conducts Survey of Wharf in South Pacific Suspected as Part of Chinese Military Base

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