Totale Kontrolle für 3. September: Pekings Angst vor Anschlägen und Putsch

Von und 2. September 2015 Aktualisiert: 2. September 2015 20:14

Aus Angst vor Anschlägen verlangt Chinas Regime von Pekings Einwohnern derzeit die bizarrsten Dinge: Am 3. September findet eine Militärparade historischer Größenordnung statt. Der 70. Jahrestag des Kriegsendes ist schon jetzt für die Pekinger unvergesslich, weil ein Putschversuch aus den eigenen Reihen befürchtet wird.

EPOCH TIMES berichtete bereits über die Sicherheitsmaßnahmen. Durch den Terrorakt von Tianjin hat Chinas interner Machtkampf eine neue Stufe erreicht, weshalb die Vorkehrungen bis zum 4. September exorbitant sind. Sogar die staatliche Xinhua-Agentur sendet Beiträge, die Putschversuche bei Militärparaden thematisieren! 

In manchen Gebieten wurde Anwohnern verboten, ihren Gasherd zum Kochen zu verwenden. In Restaurants muss man sich ausweisen. Und am 28. August bestätigte Schriftsteller Zhang Yihe, dass Ausweis zeigen beim Pinkeln Realität geworden ist – zumindest auf den öffentlichen Toiletten der berühmten Einkaufstraße Wangfujin.

Fußgänger mussten durch Sicherheitsschleusen, Autos wurden durchsucht, so schreibt er auf Weibo. Die meisten Läden hätten bereits dicht gemacht. Ein Laden für Messer und Küchengeräte darf zwar weiterhin verkaufen, registriert aber seine Kunden und lässt sie Formulare ausfüllen, wie dieses:

Taschen-Check: Am 4. September kehrt hoffentlich wieder Normalität ein. (Bild vom 1. September).Taschen-Check: Am 4. September kehrt hoffentlich wieder Normalität ein. (Bild vom 1. September).Foto: FRED DUFOUR/AFP/Getty Images)
"10 Versprechen", die Einwohner unterschreiben mussten."10 Versprechen", die Einwohner unterschreiben mussten.Foto: Weibo

Geschlecht / Nationalität / Name / Adresse / Ausweis-Nr. / Tel. Nr.

Weil ich es zum Kochen brauche, kaufe ich heute dieses Messer.

(Unterschrift.)

Kein Scherz, sondern Realität. Auch wer ein neues Handy kauft, muss sich registrieren lassen, sonst wird die Nummer nicht freigeschaltet.

Zuschauen verboten, Fernsehen erlaubt …

Formular zum Kauf eines Küchenmessers.Formular zum Kauf eines Küchenmessers.Foto: Weibo

Damit bei der Mega-Militärparade alles glatt läuft, musste jeder Anwohner Versprechen wie folgende unterschreiben:

1. Ich werde mich nicht als Schaulustiger an der Marschroute einfinden und Versammlungen fernbleiben.

2. Ich werde weder die Parade noch die Waffen fotografieren;

3. keine Sachen auf die Straße werfen;

4. in der Nähe der Route keine Luftballons oder Spielzeugflugzeuge steigen lassen;

5. in straßennahen Wohnungen und Häusern keine leichtbrennbaren oder explosiven Stoffe lagern;

6. keine fremden Personen in straßennahe Wohnungen lassen;

7. keine Türen und Fenster zur Straßenseite öffnen;

8. den Gasherd nicht benutzen und stattdessen den Gashahn abdrehen;

9. kein Fahrzeug in der Nähe der Route parken;

10. unter keinen Umständen die Arbeit der Volkspolizei, bewaffneten Polizei und freiwilligen Ordner stören.

Soweit die „Versprechen der Einwohner des Bezirks Gaobeidian“, gepostet auf Weibo.

Wozu das ganze?

In Chinas Socialmedia ist die Meinung klar: Dieser Aufwand wird betrieben, weil Chinas Machtkampf eskaliert ist. Die Explosion von Tianjin war ein gezielter Anschlag – das sagten Regierungsinsider und diese Ansicht hat sich mittlerweile auch beim Volk durchgesetzt. Nun ist die Angst groß, dass Ähnliches wieder passiert.

Was bringt die Zukunft?

Ein berühmter, anonymer Weibo-Nutzer, seines Zeichens Rechtsanwalt, schätzt, dass der Machtkampf in Zukunft noch härter wird:

„In den goldenen Zeiten des Wirtschaftswachstums bemerkte niemand den tiefen Riss zwischen Chinas Eliten und Interessengruppen. Ohne auf die anderen zu schauen konzentrierte sich in den vergangenen 30 Jahren jeder auf den eigenen Reichtum. Aber mit der unvermeidlichen Wirtschaftsflaute und Rezession werden die Menschen den immer heftigeren Kampf bemerken. Seine Symptome werden unerwartete personelle Änderungen auf wichtigen Posten sein, genauso wie schwere „Unfälle“ auf Kosten der öffentlichen Sicherheit und extreme Propaganda von Ideologien.“

„Nach der Parade muss die Anti-Korruptionspolitik weiter verschärft werden, sonst wird China in eine Phase eintreten, in der alle möglichen menschengemachten und Naturkatastrophen passieren.“ Das ist die Meinung des unabhängigen Intellektuellen und Umweltexperten Nan Kezhou, der fünf Punkte nannte, die China in Zukunft zu schaffen machen dürften:

Die abgründige Korruptheit des Finanz- und Wirtschaftssystems tritt immer deutlicher zu Tage.

Die allgegenwärtigen Mängel im politischen System werden zum Zusammenbruch der Verwaltung führen. Wenn es nicht mehr weiter geht, folgt die Wende.

Die „Tofu-Projekte“ werden ihren Tribut einfordern, immer mehr Unfälle werden die Folge sein. (Damit sind Bauprojekte miserabler Qualität gemeint).

Die ökologische Katastrophe durch den Drei-Schluchten-Staudamm wird immer offensichtlicher.

Die Immobilien-Blase wird platzen und der Konkurs vieler realwirtschaftlicher Unternehmen die Kriminalität noch oben schnellen lassen.

Mehr Hintergründe hier:

Peking im Ausnahmezustand: Angst vor Terror bei Mega-Militärparade

3. September in Peking: Die riskanteste Militärparade der KP-Geschichte!

Tianjin Terrorakt: Darum wurde Chinas kommende „Wallstreet“ samt Zukunftsplänen zerstört

Mediensperre über Stadt der Toten: Tausende in Tianjin vermisst

Ausweiskontrolle: In der Nähe des Tiananmen Platzes müssen sich Passanten auf einiges gefasst machen (Bild vom 1. September).Ausweiskontrolle: In der Nähe des Tiananmen Platzes müssen sich Passanten auf einiges gefasst machen (Bild vom 1. September).Foto: FRED DUFOUR/AFP/Getty Images)
Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN