Trotz Inselstreit: China und USA vereinbaren Militärkooperation

Epoch Times15. Juni 2015 Aktualisiert: 15. Juni 2015 13:56

Das erste Mal seit Jahren haben die USA und China ein militärisches Kooperationsabkommen geschlossen. Trotz Unstimmigkeiten und Spannungen im südchinesischen Meer planen die beiden Länder für 2016 gemeinsame Militärübungen. (Merkwürdig: Noch letzte Woche hatten Pessimisten den Ausbruch des 3. Weltkriegs wegen der Spratly-Inseln prophezeit …)

Der US-Generalmajor Willam Hicks und der chinesische General Tang Nin haben das Dokument über die Kooperation zwischen US- und chinesischen Streitkräften am Wochenende in Washington unterschrieben. Dies berichtet die chinesische Zeitung China Daily.

„Die beiden Armeen könnten im nächsten Jahr gemeinsame Heeresübungen abhalten“, so Guan Youfei vom Ministerium für Nationale Verteidigung. Es wurde sogar eine Vereinbarung getroffen, noch weitere militärische Abkommen zu unterzeichnen – und das noch vor dem USA-Besuch des chinesischen Staatschefs Xi Jinping, der im September 2015 stattfindet.

"Die Abkommen zielen darauf ab, Krisen zu verhindern und den Dialogmechanismus der beiden Armeen zu verbessern", erklärte Major General Yao Yunzhu den Kuschelkurs der beiden Erzfeinde.

Wieso zuvor die Kriegspropaganda?

In den Beziehungen zwischen China und den USA ist dieses Abkommen ein wichtiger Schritt, sagen Analysten. Die Lage zwischen den beiden Ländern war wegen der Situation im Südchinesischen Meer in den vergangenen Wochen ziemlich angespannt. Zumindest in den Medien wurde viel Rummel um Chinas künstliche Inselbauten gemacht – um nicht zu sagen Kriegshetze betrieben. Die Frage, ob hier Militärbasen auf chinesischem oder internationalem Territorium gebaut werden, erhitzte die Gemüter sowohl in China als auch in den USA.

Ein chinesischer Artikel hatte den Titel „Ob im Südchinesischen Meer ein Krieg ausbricht, liegt allein in der Verantwortung der USA“. Er stand in der Global Times, einem Medium, das Chinas Ex-Staatschef Jiang Zemin und dem linken Hardliner-Lager nahe steht. Aus Jiangs Kreis gibt es verschiedene Widerstände gegen die Politik des amtierenden Staatschefs Xi Jinping.

Dieser ist um moderate Töne und Aktionen bemüht. So zitierten einige chinesische Medien am 19. Mai einen Kommentar, der in der Zeitung des chinesischen Militärs erschienen war: Die chinesische Marine solle „keine Umstände machen oder Störungen erzeugen“ und solle sich auch „nicht leichtsinnig bewegen“. Im Vorfeld seines USA-Besuchs im September will Xi Streitigkeiten vermeiden: „Der große Pazifische Ozean ist weit genug, sowohl China als auch die Vereinigten Staaten zu umfassen“ hatte Xi gegenüber US-Außenminister Kerry gesagt.

Beobachter erklären Chinas doppeltes Spiel so: Die Chinesen versuchen die Situation auszunutzen, dass die USA derzeit auf Konfrontationskurs mit Russland sind. Da Chinas Verhalten Russland sowohl stärken als auch schwächen kann, wird China aktuell von Russland und den USA umworben und ist deshalb der lachende Dritte. (so/ rf)

Siehe auch: China will Inselstreit klein halten

Basen und Business: Wie die Chinesen den weltweiten Seehandel kontrollieren wollen“

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