US-Verteidigungsministerium alarmiert: China hat aktuell „das größte Heer weltweit“ + Karten

Von 17. September 2020 Aktualisiert: 20. September 2020 8:29
Chinas Militär wird seit 2017 im großen Stil modernisiert. Das US-Verteidigungsministerium legt die Zahlen und Entwicklungen in einem umfangreichen Untersuchungsbericht vor und nennt diese „alarmierend“. Vor allem Marine und Luftwaffe haben aufgeholt – China hat aktuell „das größte Heer weltweit“.

Der Chef des britischen Militärgeheimdienstes sprach am 13. September vor Medien über Chinas militärische Rolle und nannte sie „die größte Bedrohung für die Weltordnung“. China sei „zunehmend autoritär und durchsetzungsstark“, sagte Generalleutnant Jim Hockenhull. Ein ähnliches Fazit zieht der neueste Bericht des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums – die Lage des chinesischen Militärs sei „alarmierend“.

Chinas Marine bereits vor den Vereinigten Staaten

Peking baut seine Marine massiv aus, berichtet das Expertenteam des Ministeriums. In den letzten beiden Jahrzehnten habe Peking viel investiert, „um die Volksbefreiungsarmee in fast jeder Hinsicht zu stärken und zu modernisieren“, heißt es. „China ist in manchen Bereichen bereits vor den Vereinigten Staaten“.

Die Strategie der VR China beinhaltet die Förderung eines umfassenden militärischen Modernisierungsprogramms, das darauf abzielt, die militärische Modernisierung bis 2035 „im Wesentlichen“ abzuschließen und die Volksbefreiungsarmee (wie Chinas Militär genannt wird) bis Ende 2049 in ein „Weltklasse“-Militär umzuwandeln, so der Bericht.

Wie sieht dieser Ausbau konkret aus? In welche Bereiche wurde investiert und an welchen Orten die Militärpräsenz verstärkt? Anhand einiger Karten aus dem Bericht des Verteidigungsministeriums bekommen wir die Antworten – oder zumindest einen Teil davon.

Das chinesische Militär unterteilt sich in Einsatzgebiete, welche auf den Karten als „Theater“ benannt werden. Es gibt fünf solche Gebiete: Norden, Süden, Westen, Osten und Mitte. Diese sind auf der ersten Darstellung gut erkennbar. 

Nach Einschätzung des US-Verteidigungsministeriums hat Pekings Regime das größte Heer weltweit. Beinahe eine Million Soldaten seien aktuell im Einsatz – und das chinesische Heer umfasst 13 Armeen.

Peking will das Südchinesische Meer dominieren

Generalleutnant Jim Hockenhull aus Großbritannien sagte: „Seine wachsende Flotte von Zerstörern der Renhai-Klasse ist die fähigste aller Marinen“. Die chinesische Flotte besteht aus drei größeren Einheiten, welche den nördlichen, östlichen und südlichen Einsatzgebieten zugeordnet sind. 

Das Hauptziel von Peking sei, das Südchinesische Meer zu dominieren. Falls es zu einem Konflikt mit Taiwan kommen sollte (da China territorialen Anspruch auf die Insel erhebt), könnten Schiffe sowohl von den östlichen als auch von den südlichen Einsatzgebieten kommen und sich daran beteiligen.

Die Regierung in Peking verfügt über die größte Kriegsmarine der Welt. Es steht eine Gesamtstreitmacht von etwa 350 Schiffen und U-Booten zur Verfügung, darunter sind über 130 große Kampfschiffe. Im Vergleich dazu hatte die US-Marine Anfang 2020 etwa 293 Schiffe. 

Chinas Regime ist gemessen an der Schiffstonnage die führende Schiffsbaunation der Welt und baut seine Schiffsbaukapazität und -fähigkeiten für alle Marineklassen aus, so der Bericht des Verteidigungsministeriums weiter.

Chinas Luftwaffe will zu den westlichen Luftstreitkräften aufschließen

Nach Einschätzung des US-Verteidigungsministeriums ist die chinesische Luftwaffe die größte der Region und die drittgrößte der Welt. Die Luftwaffe ist mit insgesamt über 2.500 Flugzeugen (ohne Trainer-Varianten oder UAVs) ausgestattet. Von diesen sind etwa 2.000 Kampfflugzeuge, darunter strategische Bomber, taktische Bomber, taktische Multimissions-Flugzeuge und Angriffsflugzeuge. 

Im Eckpunktepapier Chinas von 2019 wurden die Einsätze und Aufgaben der Luftwaffe als Übergang von der territorialen Luftverteidigung zu „offensiven und defensiven Operationen“ beschrieben.

Im Jahr 2017 übernahm Generalleutnant Ding Laihang den Posten des Luftwaffenkommandeurs. Er setzte sich energisch für den Aufbau einer „strategischen“ Luftwaffe ein, welche in der Lage ist, Luftstreitkräfte auf weite Entfernungen zu entsenden. 

„Die Luftwaffe ist dabei, rasch zu den westlichen Luftstreitkräften aufzuschließen“, schreiben die Autoren des US-Verteidigungsministeriums. Die meisten Stützpunkte für Kampfflugzeuge sind im Osten Süden und Osten des Landes.

Peking besitzt neue Interkontinentalraketen

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Das chinesische Raketenarsenal ist eines der größten und vielfältigsten der Welt. Im Jahr 2019 startete Peking mehr ballistische Raketen zu Test- und Trainingszwecken als alle anderen Staaten der Welt zusammen.

Die Luftwaffe baut ihren Bestand an DF-26 ballistischen Mittelstreckenraketen weiter aus, die sowohl konventionelle und nukleare Präzisionsschläge gegen Bodenziele als auch konventionelle Schläge gegen Marineziele ausführen können.

Peking entwickelt ebenso neue Interkontinentalraketen, die ihre nuklearfähigen Raketentruppen erheblich verbessern werden, führt der Bericht weiter aus. Die DF-26 Raketen könnten sogar die US-Militärbasis auf Guam erreichen können.

Von den ballistischen Kurzstreckenraketen, die eine Reichweite zwischen 300 und 1.000 Kilometer haben, besitzt China 600 Stück – dazu 200 Trägerraketen. Von Mittelstreckenraketen mit einer Reichweite zwischen 1.000 und 3.000 Kilometer hat China 150 Stück. Bei der Reichweite bis 5.500 Kilometer sind es 200 Raketen mit zusätzlichen 200 Trägerraketen.

Die Taiwanstraße

Ein wichtiger Punkt im Bericht ist Taiwan. Das Östliche Kommando der chinesischen Armee übt wahrscheinlich die operative Kontrolle über nationale Verteidigungsangelegenheiten im Zusammenhang mit Taiwan und Japan aus. Dies schließt die Eventualitäten in und um die Taiwanstraße und die Senkaku-Inseln mit ein.

Dem Bericht zufolge konzentrierte sich diese Einheit im Jahr 2019 auf eine Reihe von Trainings und Übungen zur Verbesserung der gemeinsamen Operationen und der Kampfbereitschaft, wobei Übungen organisiert wurden, die aus Langstreckentraining und Mobilisierung, Luftkampf und Scharfschießen bestanden.

Die Beziehungen zwischen Peking und Taiwan sind festgefahren. Seit der Wahl von Tsai Ing-wen zur Präsidentin Taiwans 2016 hat die KP Chinas die formelle Kommunikation mit Taiwan eingestellt und wiederholt betont, dass Taiwan den „Konsens von 1992“ akzeptieren müsse, um das formelle Engagement wieder aufzunehmen.

Die Analyse beinhaltet die Zeit bis zum Dezember 2019. Daher berücksichtigt der Bericht nicht die neuesten Entwicklungen der Beziehungen beider Länder, welche sich deutlich verschlechtert haben.

Der große Plan des Regimes

Die Strategie des Regimes zielt darauf ab, bis 2049 „die große Erneuerung der chinesischen Nation“ zu erreichen, schreibt der Bericht. Pekings Strategie beinhaltet die Stärkung seiner nationalen Macht, aber auch die „Reform der internationalen Ordnung“.

Die Kommunistische Partei Chinas (KPC) fasst diese Strategie als ein Bemühen um die Verwirklichung lang gehegter nationalistischer Bestrebungen zur „Rückkehr“ Chinas zu einer Position der Stärke, des Wohlstands und der Führung auf der Weltbühne auf – und damit zu einem „großen modernen sozialistischen Land“. 

Die Ziele der Partei sind klar formuliert: 

  • Bis 2020: „Allgemeine Mechanisierung … mit deutlich verbesserter Informatisierung und stark verbesserten strategischen Fähigkeiten“,
  • bis 2035: „Die Modernisierung der militärischen Theorie, der Organisationsstruktur, des militärischen Personals sowie der Waffen und Ausrüstung im Gleichschritt mit der Modernisierung des Landes umfassend voranzutreiben und die Modernisierung der nationalen Verteidigung und des Militärs im Wesentlichen abzuschließen …“ und
  • bis 2049: „Die Streitkräfte des Volkes vollständig in Streitkräfte von Weltklasse umzuwandeln“.

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Finanzmärkte, Handel, Medien, Ideologie, internationales Recht, Weltraum und vieles mehr sind potenzielle Krisenfelder, auf denen im übertragenen Sinn ein Krieg tobt. Für die KP China bedeutet es jedoch Krieg im wahrsten Sinne des Wortes. Diese Partei, die die Regierung Chinas stellt, vertritt den Grundgedanken der „uneingeschränkten Kriegsführung“.

Zu den Mitteln des Kampfes gehören das Hacken von IT-Systemen, Terrorismus, psychologische, biochemische, ökologische, atomare und elektronische Kriegsführung, die Verbreitung von Drogen, Schmuggel, Sanktionen und so weiter.

Der Schlüsselpunkt dazu sind nicht unbedingt die unter Waffen stehenden Streitkräfte, sondern die „Generalisierung von Krieg“ für jeden chinesischen Landesbürger. „Uneingeschränkte Kriegsführung“ meint, dass „alle Waffen und Technologien nach Belieben eingesetzt werden können; was bedeutet, dass alle Grenzen zwischen Krieg und Frieden, zwischen militärischer Welt und ziviler Welt aufgebrochen werden.“

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