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Ausnahmezustand in München: Deutsche Bahn transportiert jetzt Flüchtlinge mit regulärem ICE – Berliner Willkommenssignale im arabischen TV

Epoch Times13. September 2015 Aktualisiert: 13. September 2015 13:59

Am Sonntag eröffnete der oberbayrische Regierungspräsident Christoph Hillenbrand vor Journalisten in München, dass die Deutsche Bahn jetzt erstmals reguläre ICE-Züge zum Weitertransport der Flüchtlinge einsetzen werde. Dafür würden die Passagiere der Verbindung München-Berlin auf andere Züge umgebucht.Was bisher mit Sonderzügen zu bewältigen war, scheint jetzt so nicht mehr möglich. Der Bahnverkehr zwischen Deutschland und Dänemark, sowie zwischen Österreich und Ungarn ist ausgesetzt. Auch am Sonntagmittag seien 1.400 neue Flüchtlinge angekommen, Prognosen über die Zahl derer, die noch kommen, wurden nicht gemacht. Das bayrische Kabinett kommt noch am selben Tag zu einer Sondersitzung zusammen. 

Ungarn meldet sich überbietende Tagesrekordzahlen 

Allein am Samstag sollen nach Focus-Meldungen bis zu 13.000 Menschen am Münchner Hauptbahnhof angekommen sein, zuviel für die derzeitigen 6.000 Notunterkünfte. Viele mussten auf Matten übernachten, manche legten sich mit Decken und Schlafsäcken auf den Boden. Es wurden Notlager in der Olympiahalle und Zelte aufgestellt. Derweil kommen in Ungarn Flüchtlinge in Rekordzahlen an, am Samstag waren es mit 4.330 die bisher meisten an einem Tag. In der Nacht kamen noch einmal 1.604 Flüchtlinge an. Zwei Tage vorher lag der Tagesrekord noch bei 3.601.

Deutsche Willkommensbotschaften im arabischen Fernsehen

Noch Tausende Menschen sind auf der Balkanroute unterwegs, mehr denn je. Unter den Flüchtlingen im Libanon und Syrien verbreiten sich unterdessen die Gerüchte über eine freizügige Aufnahme in Deutschland. Genährt werden diese wohl durch die Berliner Entscheidung, syrische Flüchtlinge nicht wieder in ihre EU-Ankunftsländer zurückzuschicken. Auch diverse arabische TV-Sender verbreiten die Geschichte der “Deutschen Willkommenskultur”. In Syrien stehen die Menschen Schlange vor der Botschaft, um auf regulärem Weg mit Visa und auf sicheren Routen das Land zu verlassen. Doch die Chancen sind eher gering dafür und die Menschen sind sich sicher, wenn das nicht klappt, bleibt ihnen nur noch der Weg zum Schlepper. Focus zitiert einen vierfachen syrischen Vater: "Wenn ich in zehn Tagen noch kein Visum habe, werde ich zu den Schleusern gehen. Was soll ich tun? Für mich selbst ist es zu spät. Aber ich will meinen Kindern eine Zukunft sichern." (sm)

ORF-Sendung vom 06.09.2015
https://youtube.com/watch?v=lylUM8Wi2Jk



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