Exklusiver Vorabdruck: Kein Wahlrecht ohne Wählerführerschein?

Von 11. Mai 2019 Aktualisiert: 13. Mai 2019 15:26
Das Buch ist eine völlig neuartige, bisher nie verwendete Form von „Faction“, eine Form politischer Belletristik. Darin werden schonungslose Analysen und pragmatische Lösungsvorschläge mit politisch korrekter Gegenpropaganda konfrontiert. Es ist eines der Werke des Romanautors Marc DeSargeau.

Anlässlich der bevorstehenden Wahl zum EU-Parlament publizieren wir die folgenden, gekürzten Ausschnitte aus dem Buch „Gesetze des Tanzes der Marionetten vor der Fassade der Demokratie“.

Die Zwischentitel und Bilder wurden von der Epoch Times Redaktion eingefügt. Mehr Infos unter www.fagulon.de.

Der Text besteht einerseits aus Transkripten von mehreren Geheimvorträgen des fiktiven, kürzlich verstorbenen (oder ermordeten?) Bundesfinanzministers Prof. Dr. Jan Mayerhof. Diese sind andererseits engmaschig mit Empfehlungen zur politisch korrekten Gegenpropaganda durchsetzt. Damit wurde ein – ebenfalls fiktiver – „Spin Doctor“ (Lothar Müller) beauftragt, weil ängstliche Politiker die Verbreitung dieser Texte im Internet fürchteten. Sie wollten durch Müllers Handlungsempfehlungen auf die öffentliche Abwehr der Thesen Mayerhofs und die Diffamierung des ehemaligen Ministers vorbereitet sein.

Kurzbiografien von Jan Mayerhof und Lothar Müller findet man unter: https://www.fagulon.de/die-mayerhof-schen-gesetze/

Müller hat zudem ein vertrauliches Methodenbuch für politisch korrekte Propaganda und Gegenpropaganda geschrieben. Er verkaufte es nur denjenigen Klienten, die ihn gegen hohe Beraterhonorare engagierten. Es trägt den Titel „Müllers Manual. Bewährte Methoden zur Bereinigung der Realitätswahrnehmung der Bevölkerung“. Auch dieses Buch erscheint im Mai 2019.

Ausschnitte eines Transkripts des Vortrages von Jan Mayerhof mit dem Titel:

„Grundsätzliche Alternativen zur gegenwärtigen Wahlfarce“

Alle ärgern sich über die Phrasen der Parteien. Sie sind schwer unterscheidbar und für die tatsächliche politische Arbeit bedeutungslos. Dieser Unmut ist berechtigt, denn nach der Wahl machen die Politmarionetten ohnehin, was die Strippenzieher hinter der Fassade der Demokratie wollen. Kaum jemand traut sich jedoch, über die Qualifikation der Wähler zu reden. Würde durch Politiker oder Journalisten klar ausgesprochen werden, dass der überwiegende Teil der Wähler nicht genug Kenntnisse hat, um eine gut begründete Wahlentscheidung zu treffen, erklänge ein wütendes Protestgeheul aus allen Bereichen der Gesellschaft. Leider ist dies jedoch eine der (vielen) Tatsachen, die durch „politisch korrekte“ Illusionen und Lügen versteckt oder übertüncht werden.

Politische Entscheidungen müssen in einem dichten Geflecht aus wirtschaftlichen, finanziellen, juristischen und machtpolitischen Sachzwängen gefällt werden, wie ich bereits in meinem ersten Vortrag des heutigen Tages dargestellt habe. Sie sind so komplex, dass sie kaum ein Parlamentarier auch nur ansatzweise versteht.

Gibt es jemand, der es vernünftig fände, dass die Details des Baus einer großen Brücke, eines neuen Flugzeugs oder der Entwicklung eines Medikaments vom Votum aller Bürger bestimmt würde? Es erschiene auch absurd, wenn man der ganzen Bevölkerung die Skizzen dieser Projekte in einer nebulösen – beschönigend allgemeinverständlich genannten – Sprache vorlegte und sie dann über konkrete Alternativen entscheiden ließe.

Würde man sich einer Operation unterziehen, deren Ablauf durch eine anonyme Abstimmung aller Nachbarn im Umkreis von 500 Metern um den eigenen Wohnort festgelegt würde? Die Liste solch abwegiger Fragen ließe sich endlos fortsetzen. Genau diese Absurdität ist aber die Grundlage der „demokratischen“ Wahlen in den westlichen Industriestaaten.

Deshalb ist es erforderlich, einen Wählerführerschein einzuführen.

Wir lassen niemand hinter das Steuer eines Autos, wenn er nicht vorher eine ausführliche theoretische und praktische Ausbildung durchlaufen und seine Fähigkeiten in zwei Prüfungen unter Beweis gestellt hat. Jedermann kann allerdings über die Zukunft des Landes und seiner Mitmenschen entscheiden, ohne die geringste Ahnung zu haben, über was er eigentlich abstimmt.

Natürlich hat die Einführung eines Wählerführerscheins gegenwärtig keinerlei Aussicht auf Realisierung, weil dies eine völlig neue Verfassung, Parteienlandschaft und Regierungsstruktur erfordern würde.

Derartige Veränderungen können nur nach katastrophalen Krisen erfolgen. Wie sie wissen, lernen Völker und Regierungen nicht aus Problemen, sondern nur aus Katastrophen. Wir können hoffen, dass unser Land nicht von Kriegen heimgesucht wird. Hinsichtlich wirtschaftlicher und finanzieller Krisen bin ich jedoch weniger optimistisch.

Nehmen wir also einmal an, das Parlament wäre keine Fassadendemokratie, dann stellt sich die Frage, ob die Bürger überhaupt in der Lage wären, eine verantwortliche Entscheidung bei Wahl zwischen erkennbar unterschiedlichen politischen Programmen zu treffen. Dies setzt nämlich voraus, dass die Wähler alle relevanten Fakten kennen, verstehen und bewerten können. Im Falle der Entscheidung über ein neues Flugzeug, eine neue Brücke, ein neues Medikament etc. ist jedem klar, dass jahrelanges Lernen und die ständige Aktualisierung des erworbenen Wissens zwingend erforderlich sind, um eine ernstzunehmende Entscheidung zu ermöglichen. Nicht anders ist es aber auch bei der Entscheidung über politische Alternativen.

Empfehlungen zur politisch korrekten Gegenpropaganda
(von Lothar Müller)

Ganz offensichtlich handelt es sich bei den vorstehenden Bemerkungen um einen Generalangriff auf die freiheitlich-demokratische Grundordnung der Bundesrepublik und aller Staaten, die ein ähnliches System der repräsentativen Demokratie haben. Selbst wenn man – unter Berücksichtigung des weiteren Textes – einige Elemente seiner Einschätzung nachvollziehbar finden sollte, sind die obigen Einlassungen doch mit aller Macht und größter Empörung zu bekämpfen, wie dies in Kapitel „Wer sich opportun empört, der hat Recht und wird gehört“ meiner Methodensammlung näher beschrieben ist.

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Die am besten geeigneten Methoden der Gegenpropaganda habe ich im Kapitel „Gut-Sprech und Bös-Sprech“ umrissen. Zur Bereinigung der Realitätswahrnehmung der Bevölkerung sollte man z.B. Mayerhofs Ideen, aber auch seiner Person, stets mit Begriffskeulen und sprachlichen Farbbeuteln begegnen, bis sich durch deren ständige Wiederholung bei möglichst vielen Menschen ein unterbewusstes Assoziationsmuster bildet.

Man muss nur die Methode der schrittweisen Rahmenverschiebung geschickt anwenden. Dabei wird der Betrachtungsrahmen zunächst so verschoben, dass er noch an einer Ecke mit etwa 10-20% des ursprünglichen Rahmens überlappt. Man kann also keiner Lüge bezichtigt werden. Im weiteren Verlaufe der Debatte wird nur noch der Inhalt dieses neuen Rahmens thematisiert. Dann wird dieser Betrachtungsrahmen weiter verschoben, wobei immer ein Überlappungsbereich mit dem vorherigen erhalten bleiben muss usw. Der letzte Rahmen ist dann schließlich derartig weit vom ursprünglichen entfernt, dass beider Inhalt keine Ähnlichkeiten mehr hat.

Danach bieten sich z.B. Bezeichnungen wie „Demokratie-Verächter“, „Anti-Demokrat“, „Volksverächter“ u.ä. an. Da auch die Führer faschistischer und kommunistischer Parteien der Meinung waren, dass das Volk mit demokratischen Freiheiten nicht vernünftig umgehen kann, lässt es sich rechtfertigen, Mayerhof schließlich auch als „Steigbügelhalter/Vordenker einer neofaschistischen Diktatur“ zu bezeichnen.

Fortsetzung des Vortrages von Mayerhof

Wie sieht die Zusammensetzung der deutschen Wähler aus?

Der weit überwiegende Teil aller Wähler besteht aus Menschen, denen in äußerlich ruhigen Zeiten im eigenen Umkreis nur eines wirklich am Herzen liegt: die Wahrung oder Ausdehnung ihrer Besitzstände oder Ansprüche.

Etwa 20 Millionen der Wähler sind Rentner. Die meisten von ihnen sind mit ihren aktuellen Krankheiten und Altersleiden, der Gestaltung der letzten Lebensjahre durch Reisen oder mit dem Verhalten ihrer Haustiere beschäftigt. Ihre Abende verbringt die Masse vor dem Fernseher. Ihr entscheidendes Interesse besteht darin, dass die Renten sicher sind und nicht von einer Inflation aufgefressen werden. Verständlicherweise! Sind die meisten von ihnen willens und in der Lage, das Wissen zu erwerben, welches für eine qualifizierte Wahlentscheidung nötig wäre? Mit Ausnahme einiger engagierter Intellektueller vermutlich nicht.

Dicht gefolgt sind sie jedoch von all denen, die in der einen oder anderen Form Transferempfänger sind. Sie stellen ein weiteres Drittel der rund 60 Millionen Wahlberechtigten dar. Ihre Interessenlage bei einer Wahl ist genauso klar umrissen wie die der meisten Rentner: Es darf keine grundsätzliche Änderung bei der Regelung der staatlichen Transferleistungen geben. Obwohl die Sozialleistungen fast die Hälfte des Bundeshaushaltes ausmachen, wird das bestehende System oft als „menschenunwürdig“ beschimpft. Politiker, die das Anspruchsdenken unterstützen, indem sie in den Klagechor einstimmen, haben es leicht, Wähler aus diesem Teil der Bevölkerung an sich zu binden.

Dazu kommen dann noch die 4.6 Millionen der Angestellten und Beamten des Staates, denen ihr gesicherter Arbeitsplatz und ihr regelmäßig mit dem Dienstalter steigendes Einkommen am Herzen liegen. Schließlich darf man nicht die rund zwei Millionen Beschäftigten der „Hilfeindustrie“ vergessen. Sie benötigen zur Erhaltung ihrer Arbeitsplätze die Hilfsbedürftigen. Deshalb haben sie ein vitales Interesse an der Aufrechterhaltung oder Ausdehnung der entsprechenden Programme.

Das bedeutet, dass von rund 60 Millionen Wahlberechtigten etwa 47 Millionen im Wesentlichen das Interesse verbindet, dass ihre Ansprüche und Besitzstände gesichert bleiben.

Das ist nichts Verwerfliches, aber es bildet den Hintergrund dafür, warum von Seiten der meisten Wähler kaum zu erwarten ist, das sie sich auch nur annähernd das Wissen erwerben, welches für eine verantwortungsbewusste – d. h. kenntnisreiche – Wahlentscheidung erforderlich wäre, wenn gälte, zwischen wirklichen politischen Alternativen zu wählen.

Aus einer neuen Studie ergibt sich weiterhin, dass etwa 6,5 Millionen Deutsche zwischen 18 und 65 Jahren als funktionelle Analphabeten bezeichnet werden müssen. Das Spektrum in dieser Gruppe ist breit gefächert: Es reicht vom Analphabetismus bis zu erheblichen Schwierigkeiten beim Lesen und Verstehen einfacher Sätze. 41 % dieser Menschen sind Migranten bzw. deren Nachkommen. 13 Millionen Menschen können ihre Gedanken nicht besser oder komplexer formulieren als Kinder in der Grundschule. In England konnte die Zahl der Analphabeten durch ein fast vier Milliarden Pfund teures Programm in den letzten 10 Jahren deutlich gesenkt werden. Durch die Bundesregierung wird das Problem weitgehend ignoriert. Schulbildung ist nämlich Ländersache.

Empfehlungen zur politisch korrekten Gegenpropaganda
(von Lothar Müller)

Es ist dringend davon abzuraten, die statistischen Angaben zur qualitativen Zusammensetzung der Wählerschaft zu diskutieren. Man mag marginale Änderungen in anderen Zahlenwerken aufspüren, jedoch wird dies die prinzipiellen Aussagen nicht entkräften können. Deshalb empfehle ich meine Methoden zur Blockade oder Marginalisierung der Wahrnehmung unerwünschter Fakten und Vorgänge: Man schaltet in den Medien derartige Geschichten und Kommentare mit Hilfe des „umgekehrten Echos“ ab. Dies bedeutet, sie werden zwar gelegentlich publiziert, es erfolgen jedoch keine Kommentierungen oder weitere Berichte zum gleichen Thema.

Um den Aussagen von Mayerhof jedoch auch eine andere Perspektive gegenüber zu stellen, empfehle ich die Verengung des Betrachtungsrahmens. Mit Hilfe geeigneter Statistiken kann man z.B. die absoluten Zahlen der Rentner hervorheben, die sich gesellschaftlich engagieren. Wenn man diesen Überbegriff wählt, kommen durch die gemeinsame Erfassung von Parteimitgliedschaften (egal ob Karteileiche oder nicht), Mitgliedschaften in Vereinen, Nachbarschaftsorganisationen, Kirchen etc. schnell einige Millionen zusammen. Ähnliche Statistiken lassen sich auch mit Bezug auf Hartz-IV Empfänger erstellen.

Zudem lassen sich hier die von mir beschriebenen Methoden zur Verdrehung von Zitatfragmenten und Umdeutung von Vergleichen gut einsetzen. Es müssen also Zitatfragmente ausgewählt werden, die den Anschein erwecken, als würde Mayerhof alle Rentner, Hartz-IV Empfänger und Menschen mit Migrationshintergrund als dumm und politisch desinteressiert ansehen und ihnen am liebsten jede politische Mitbestimmung versagen.

Fortsetzung des Vortrages von Mayerhof

Woher beziehen die Deutschen die Informationen, die ihnen erste Bruchstücke des Wissens vermitteln könnten, welches für eine qualifizierte Wahlentscheidung erforderlich ist?

Trotz Internet und Smartphone sitzen die Deutschen immer noch im Durchschnitt 13 Stunden pro Woche vor dem Fernseher. In den letzten 20 Jahren hat sich jedoch ein dramatischer Wandel vollzogen. Man könnte ihn so beschreiben: Der Weg führte von der alternativlosen Informationsvermittlung durch die öffentlich-rechtlichen Sender und die Presse zur selbst selektierten Unterhaltung.

Die Auswahl ist riesig geworden: Privatfernsehen, DVDs, das Herunterladen von Filmen aus dem Internet und die aufwändigen Computerspiele bieten eine fast unüberschaubare Fülle von Möglichkeiten der Unterhaltung und Ablenkung.

Durch die Smartphones trägt sie jeder Jugendliche und jüngere Erwachsene ständig mit sich herum. Auf jeder Straße und in jeder Bahn ist zu besichtigen, dass diese Möglichkeiten auch genutzt werden. Die Zeit und Aufmerksamkeit, welche Chats und Videos in sozialen Netzwerken – und nicht zuletzt die Internet-Pornos (die rund ein Drittel des gesamten Datenflusses im Internet ausmachen) – verschlingen, ist enorm.

Mit Ausnahme einiger exzellenter Reportagen und Dokumentationen bieten ARD und ZDF leider nur Karikaturen von politischen Informationssendungen. Man bezeichnet sie mit dem schönen neudeutschen Wort Talkshow, obwohl hier weder miteinander geredet wird noch eine Show genossen werden kann. Stattdessen parlieren die Teilnehmer meist in der Gesprächskultur einer KITA-Gruppe aneinander vorbei. Das gelingt am besten, wenn man seine Kontrahenten – oder Menschen mit Meinungen, die nicht dem „politisch korrekten“ Mainstream entsprechen – solange unterbricht, bis sie selbst und der Zuschauer den Faden verloren haben. Zudem sondern immer wieder dieselben Leute bereits oft gehörte Standardargumente ab, die eher zur Vernebelung als zur Aufklärung beitragen.

12 Millionen Leser informieren sich seit Jahren täglich durch die „tiefschürfenden“ Analysen einer Zeitung, deren größte Leistung vor einiger Zeit darin bestand, das halbnackte Mädchen auf die dritte Seite zu verbannen. Die Auflagen der Qualitätszeitungen und Nachrichtenmagazine sinken. Ihre Redaktionen werden ausgedünnt. Die rühmliche Ausnahme einer Wochenzeitung bestätigt die Regel. Allerdings ist auch hier wenig Tiefgründiges oder wirklich Neues zu finden. Der Grund dafür liegt im Wirken des Gesetzes der Symbiose von Wunschdenken, Wahrnehmungsfilter und Selbstzensur über das ich noch sprechen werde.

Hat das Internet den Hohlraum, der durch unpolitische Unterhaltung und „politisch korrekten“ Journalismus ummantelt wird, ausfüllen können?

Natürlich gibt es interessante und gelegentlich auch erhellende Blogs und Foren. Oft scheint es den Betreibern mehr um Aufmerksamkeit als um ihre Themen zu gehen. Aber sie verschwinden im Meer des sozialen Netzwerk-Chit-Chats. Witzsammler sind die Personen mit den größten Fangruppen auf Facebook. Quatschmacher beherrschen YouTube. So erstaunt es nicht, dass Meinungsforscher feststellen, dass sich weniger als 10 % der jüngeren Generation unter 30 Jahren noch für Politik interessieren. Mehr als 60 % der Wähler halten es für ausreichend, wenn sie alle vier Jahre wählen gehen. Mehr Teilhabe an den strategischen Entscheidungen über den Weg des Gemeinwesens erscheint ihnen unnötig.

Empfehlungen zur politisch korrekten Gegenpropaganda
(von Lothar Müller)

Während Mayerhof sich eben noch auf die angebliche Unfähigkeit eines großen Teiles der Wähler zu einer qualifizierten Entscheidung konzentrierte, nimmt er nun deren Desinteresse aufs Korn. Auch hier ist die grundsätzliche Richtigkeit der Statistiken nicht zu bestreiten. Die Daten sollten deshalb ignoriert werden. Dies gelingt relativ leicht mit den Methoden zur Blockade oder Marginalisierung der Wahrnehmung unerwünschter Fakten und Vorgänge, die ich in meinem Manual beschrieben habe. Gleiches gilt für die Uniformität politisch korrekter Berichterstattung und Diskussion in den großen Medien.

Man sollte jedoch durchaus zugeben, dass es wünschenswert ist, einen gewissen Mangel an Interesse zu bekämpfen. Dies ergibt sich aus den Argumenten, welche ich in dem Kapitel „Rechtfertigungen und Gefahren der ständigen und breitgestreuten Anwendung von Methoden zur Bereinigung der Realitätswahrnehmung“ zusammengetragen habe.

Wenn auf dem Hintergrund einer politischen Lethargie unerwartete Katastrophen eintreten (Finanzkrise, hohe Arbeitslosigkeit, Gewaltexplosionen in Migrantenghettos, hohe Frequenz terroristischer Angriffe etc.), dann kann die Stimmung sehr schnell umkippen, weil man nach einfachen und drastischen Lösungen sucht. In der Regel profitieren hiervon die radikalen Parteien und Gruppen. Sollte dann noch ein charismatischer Anführer auftauchen, werden ihm viele Millionen schnell und begeistert folgen. (Es ist wohl doch ganz gut, dass Mayerhof tot ist.)

Fortsetzung des Vortrages von Mayerhof

Sind denn wenigstens die Parteien noch Organisationen, welche der politischen Qualifizierung und Willensbildung von interessierten Bürgern ein Forum bieten können?

Die beiden großen Parteien haben in den letzten Jahrzehnten die Hälfte ihrer Mitglieder verloren. Die Übriggebliebenen sind zum großen Teil entweder im Rentenalter oder Karteileichen.

Parteiversammlungen ähneln fast immer einem Kegelklub, in welchem es um Geselligkeit und die Intrigen bei der Vergabe von Posten und Pöstchen geht. Politisch aktiv sind eigentlich nur die Funktionäre, die sich entweder im Licht ihrer kleinen Bedeutung sonnen, oder auf der Ochsentour zu höheren Weihen unterwegs sind.

Selbst die Grünschnäbel haben sich auf diesen Weg von der politischen Bürgerbewegung zur Funktionärspartei begeben. Ein paar Chaotenclubs oder rechtslastige Bewegungen bedeutungsgeiler Typen tauchen auf und verschwinden wieder. Sie erhalten viel mehr Aufmerksamkeit, als es ihre politischen Aktivitäten verdienen. Verständlicherweise, denn von den anderen Parteien gibt es ja wenig Aufregendes zu berichten.

So verwundert es nicht, dass vor einigen Jahren ein großes Meinungsforschungsinstitut feststellen musste, dass fast 20 % der Wähler bereit waren, die fiktive Spaßpartei eines Komödianten zu wählen. Vermutlich hatten viele von ihnen gar nicht mitbekommen, dass es sich bei dieser „politischen Bewegung“ nur um die Werbung für einen Film handelte. Ein anderer Witzereißer ist sogar als Vertreter seiner fiktiven Partei ins EU-Parlament gewählt worden.

Nur eine einzige Partei kann engagierte Unterstützer mobilisieren

Angesichts der Ähnlichkeit der Wahlkampfphrasen der Parteien und aufgrund der Erfahrung, dass die wenigen konkreten Projekte nach der Wahl (leider, leider) wegen der „unerwartet“ aufgetauchten sachlichen, finanziellen oder rechtlichen Hürden nun doch nicht umgesetzt werden können, ist es nicht verwunderlich, dass die Anzahl der Unentschlossenen und der Wahlverweigerer immer größer wird.

Fast die Hälfte derjenigen, die noch zur Wahl gehen, entscheidet sich erst kurz vorher.

Die einzige Partei, deren Mitglieder und Anhänger wirkliches Engagement und echte Begeisterung zeigen, hat sich als Alternative zu den bestehenden Verhältnissen mit furiosen Wahlergebnissen etabliert. Natürlich ist es unendlich viel leichter, reale und gefühlte Missstände mit emotionalem Schwung anzuprangern, als praktikable Lösungen zu finden und diese mehrheitsfähig zu machen. Allerdings kann nicht übersehen werden, dass sich hier – trotz der Rangkämpfe und Abspaltungen, die bei neuen Parteien unvermeidlich sind – eine erstaunlich große Zahl von hochqualifizierten und lebenserfahrenen Politikern versammelt hat. Da radikale Änderungen der Politik auf der nationalen und internationalen Ebene aber im Rahmen des gegenwärtigen Parteienspektrums nicht konsensfähig sind, bleibt nur die Rolle der Opposition, die zwar laut schimpfen kann, aber von allen gemieden wird.

Empfehlungen zur politisch korrekten Gegenpropaganda
(von Lothar Müller)

Es ist angesichts der jüngsten Entwicklungen in Deutschland und in vielen europäischen Ländern zwingend, die Parteien, die grundsätzliche Alternativen zur politisch korrekten Gesinnungsethik auf ihre Fahnen geschrieben haben, aggressiv zu bekämpfen. Aufgrund der konzeptionslosen politischen Lethargie, die sich in breiten Kreisen der Bevölkerung und auch bei einer überwältigenden Mehrheit der Mitglieder klassischer Parteien breitgemacht hat, gewinnen neue Parteien, die tatsächlich (oder auch nur scheinbar) drastische Alternativen bieten, eine enorme Attraktivität. Es ist deshalb zwingend notwendig, deren Image zu beschädigen und ihren Einfluss zu begrenzen. Hierfür eignen sich viele der von mir in der Methodensammlung „Der Schein bestimmt das Sein“ aufgeführten Verfahren. Auf einige von ihnen möchte ich nachfolgend kurz hinweisen.

Als Ausgangspunkt verwendet man am besten die Methoden zur Verdrehung von Zitatfragmenten und Umdeutung von Vergleichen, mit welcher Fragmente aus Reden, Interviews oder Artikeln von Vertretern der zu attackierenden Parteien gesammelt werden. Diese werden nun mit der Methode der schrittweisen Rahmenverschiebung so aneinandergefügt und interpretiert, dass die Verwendung von Begriffskeulen und sprachlichen Farbbeuteln zur Charakterisierung der dahinter stehenden Ideen und Personen überzeugend erscheint und keineswegs propagandistisch übertrieben werden muss. Wie in meiner Methodensammlung dargestellt, eignen sich hierfür die Begriffskeulen Rechtsextreme, Neonazi, Rassist, Nationalist, Populist, Fanatiker und Verschwörungstheoretiker. Um Veranstaltungen der entsprechenden Parteien und Gruppen sinnfällig einzufärben, sollten sprachliche Farbbeutel häufig und empört verwendet werden (brauner Bodensatz der Gesellschaft, fremdenfeindliche Propagandaveranstaltung, rassistische Zusammenrottungen, verschwörungstheoretische Fantasien etc.).

Wichtig ist es jedoch, darauf zu achten, dass hier mediale Dauerbrenner erzeugt werden, indem man die von mir beschriebenen Methoden zur Steuerung des Schwarmverhaltens der Medien einsetzt. Nur die ständige Wiederholung erzeugt mit der Zeit eine gewisse Glaubwürdigkeit bei einem großen Teil der Bevölkerung. Die meisten Menschen glauben nämlich, dass „das was alle sagen“ unmöglich falsch sein kann. Dies gilt besonders dann, wenn „alle“ (in Wahrheit natürlich nur die Macher der veröffentlichten Meinung), dies ständig wiederholen.

Fortsetzung des Vortrages von Mayerhof

Die These

Die gegenwärtige Praxis der Parlamentswahlen und des Wahlkampfes ist eine lächerliche Farce, die eines modernen Industriestaates unwürdig ist. Auf der einen Seite sind die Parlamente zur Tanzfläche von Marionetten verkommen. Auf der anderen Seite steht ein Wahlvolk, das in der großen Mehrheit ahnungs- und interessenlos vor die Urne tritt. Neben einem massiven Umbau von Parlamenten und Parteien im Sinne der später detailliert zu beschreibenden SCIENAD ist es also notwendig, eine wirklich demokratische – das heißt kenntnisreiche – Wahlentscheidung zu ermöglichen. (SCIENAD ist eine völlig neue Form der Organisation des Staates, die von Mayerhof entwickelt wurde und in anderen Zusammenhängen dargestellt wird. Anm. d. Red.)

Für jede Tätigkeit, bei der man seinen Mitbürgern Schaden zufügen könnte, braucht man in Deutschland eine Art von „Führerschein“, der nur nach gründlicher theoretischer und praktischer Ausbildung erworben werden kann. In Analogie hierzu ist es eigentlich logisch, ja fast unvermeidlich, dass das Wahlrecht nur von denjenigen Bürgern ausgeübt werden darf, welche die Prüfung zum Erwerb eines Wählerführerscheins bestanden haben.

Falsche Wahlentscheidungen können dem Gemeinwesen nämlich beträchtlichen Schaden zufügen! Diejenigen, die sich nicht als zertifizierte Wähler qualifiziert haben, werden mit dem Votum ihrer kenntnisreichen Mitmenschen weit besser fahren, als wenn sie sich auf ihr eigenes Zufallsurteil verlassen hätten. Natürlich müssen alle Angebote auf dem Weg zum Wählerführerschein kostenlos sein.

Die theoretische Weiterbildung

In Analogie zu den theoretischen Kursen zu Beginn der Fahrschule geht es in dieser ersten Phase des Erwerbs des Wählerführerscheins darum, die wichtigsten Elemente des Fahrzeugs – hier also des Staates, der Parteien und Parlamente – besser zu verstehen und das Netzwerk der wirtschaftlichen, finanziellen, rechtlichen u. a. Sachzwänge genauer kennenzulernen, nach denen das Fahrzeug „Gemeinwesen“ bewegt werden kann. Hierzu ist über einen Zeitraum von 2-3 Monaten jeweils wöchentlich eine Bildungsveranstaltung erforderlich.

Am einfachsten und kostengünstigsten wäre diese Form der Weiterbildung wohl dadurch zu erreichen, dass für jeden Themenkomplex mehrere 45-minütige Dokumentarfilme durch hochqualifizierte Journalisten mit unterschiedlichem politischem und weltanschaulichem Hintergrund produziert werden.

So wird das Thema von verschiedenen Seiten beleuchtet und durch teilweise gegensätzliche Interpretations- und Wahrnehmungsrahmen eingegrenzt.

Diese Videos sollten sich die Kandidaten für einen Wählerführerschein – jeweils nicht mehr als 30 Personen in einer Gruppe – gemeinsam ansehen und anschließend etwa eine Stunde lang diskutieren. Erstrebenswert wäre es zuweilen, wenn dieser Teil der Veranstaltung durch einen qualifizierten Seminarleiter moderiert würde. Die meisten Runden werden sich jedoch problemlos selbst organisieren können, z.B. mit der Methode des „Talking Stick“, der systematisch weitergegeben wird. Die entsprechenden DVDs werden an interessierte Teilnehmer kostenlos abgegeben. Natürlich stehen sie auch ständig im Internet zum Herunterladen bereit. Auf diese Weise kann jeder sein Wissen festigen und/oder die im Seminar diskutierten Fragen mit Freunden oder Familienmitgliedern weiter beleuchten.

Die Bewerber um einen Wählerführerschein müssen nicht an allen theoretischen Seminaren teilnehmen. Durch diese Freiwilligkeit wird vermieden, dass Teilnehmer die Darstellung von bestimmten Fakten und Zusammenhängen ‚absitzen‘, obwohl diese ihnen längst vertraut sind. Allerdings wird in der Prüfung das entsprechende Wissen abgefragt. Bleiben Bewerber also aus Bequemlichkeit fern, kann dies dazu führen, dass sie bei der Prüfung durchfallen.

Es ist sicherlich sinnvoll, die Gruppen jeweils so zusammenzustellen, dass Mitglieder mit einem ähnlichen Bildungsgrad und/oder sozialen Hintergrund zusammenkommen. Die Diskussionen werden vermutlich produktiver und für den Einzelnen nützlicher, wenn die Teilnehmer eine vergleichbare Interessenlage und Lebenserfahrung haben.

Das Training der praktischen Anwendung der theoretischen Kenntnisse

In dieser zweiten Phase auf dem Weg zum Wählerführerschein werden den Teilnehmern aktuelle oder in Zukunft bedeutsame Probleme aus verschiedenen Politikbereichen vorgelegt. In Analogie zur Fahrschule begeben sich die Teilnehmer nun auf die Piste. Sie fahren allerdings nicht in trauter Zweisamkeit mit dem Fahrlehrer, sondern steuern einen Bus, in dem alle Mitglieder ihrer Gruppe sitzen und sie beim Navigieren beobachten und kritisieren.

Konkret bedeutet dies, dass alle der Reihe nach darstellen müssen, welche Lösung sie für die Beste halten und weshalb eine bestimmte Gruppe oder Person den von ihnen favorisierten Weg mit der höchsten Wahrscheinlichkeit umsetzen wird.

Da nicht alle Teilnehmer die gleichen Lösungswege favorisieren werden, besteht die Aufgabe darin, möglichst viele in der Gruppe von der eigenen Wahlentscheidung zu überzeugen. Durch die Gegenargumente der anderen wird die eigene Meinung in der bestmöglichen Weise herausgefordert, gelegentlich sogar umgestoßen werden.

Es geht nicht darum, die eigenen Interessen und Präferenzen möglichst schnell und umfassend durchzusetzen. Vielmehr wird durch Alternativvorschläge der anderen Teilnehmer und ihre Kritik an den Präferenzen und Meinungen des jeweils Vortragenden schnell deutlich, wo er die Fähigkeiten und Eigenschaften des Fahrzeugs „Gemeinwesen“ falsch einschätzt oder Regeln missachtet, die für dessen Navigation durch den Dschungel der Sachzwänge beachtet werden müssen.

Die Prüfung zum Erwerb des Wählerführerscheins

Wie am Ende der Fahrschulausbildung besteht auch die dritte und letzte Phase des Weges zum Wählerführerschein in einer Prüfung. Um dies möglichst effektiv zu machen, werden Prüfungen an Computern in der Ausbildungsstätte der zukünftigen zertifizierten Wähler vorgenommen. Jeder Kurs erhält per Zufallsauswahl unterschiedliche Fragen aus einem großen, zentral vorbereiteten Fragenpool. So kann eine schnelle Verbreitung der richtigen Antworten über das Internet ausgeschlossen werden. Die Teilnehmer beantworten die Fragen allein, jedoch zum gleichen Zeitpunkt und im gleichen Raum. So kann durch ein geeignetes Computerprogramm innerhalb von Minuten nach Abschluss der Prüfung das Ergebnis für jeden einzelnen Teilnehmer festgestellt werden.

Diejenigen Bürger, welche die Prüfung bestanden haben, erhalten sofort eine Urkunde als zertifizierte Wähler, werden in einer zentralen Datei gespeichert und profitieren von den finanziellen Anreizen, die ich noch näher beschreiben werde. Wer eine bestimmte Mindestpunktzahl nicht erreicht, ist automatisch durchgefallen, kann jedoch nach einigen Wochen zu einer Wiederholungsprüfung antreten. Wer dreimal durchfällt, der muss den gesamten Kurs wieder von Anfang an durchlaufen oder aufgeben.

Die finanziellen Anreize zum Erwerb des Wählerführerscheins

Angesichts des Aufwandes stellt sich natürlich sofort die Frage, ob es überhaupt eine ausreichende Zahl von Bewerbern geben wird. Schließlich müssen die zertifizierten Wähler ja durch ihre Entscheidungen die Interessen aller Bevölkerungsgruppen widerspiegeln. Es sollte angestrebt werden, dass zwischen 5 und 10 % der theoretisch wahlberechtigten Bürger innerhalb von 2-3 Jahren einen Wahlführerschein erwerben. Ihr Status als zertifizierte Wähler verpflichtet sie dann, sowohl an Parlamentswahlen als auch an repräsentativen Volksentscheiden teilzunehmen.

Wie ist das jedoch zu erreichen? Die Lösung ist ganz einfach!

Alle Bürger, die einen Wählerführerschein erworben haben, erhalten für die kommenden 3-5 Jahre eine Reduktion ihrer Steuerlast oder eine Erhöhung ihrer Renten- bzw. Transferzahlungen, sofern sie selbst keine oder nur geringe Steuerpflichten haben.

Auf diese Weise ist ein erheblicher finanzieller Anreiz gegeben, die Kurse erfolgreich zu durchlaufen. Diejenigen, die in der Prüfung scheitern, bekommen diese Vergünstigungen natürlich nicht. Ihre Mühe war also völlig umsonst: Sie werden weder zu Wahlen zugelassen, noch profitieren sie von den finanziellen Anreizen.

Angesichts Hunderter Milliarden, die für die Stützung verschuldeter Euro-Staaten, für die Rettung von Banken oder für sinnlose kriegerische Interventionen ausgegeben werden, sind die Kosten, die im Zusammenhang mit dem Wählerführerschein entstehen, vernachlässigbar. Die meisten Ausgaben für die Belohnung der zertifizierten Wähler kommen bereits kurz nach der Einführung dieses Systems wieder herein. Warum?

Wenn nur die zertifizierten Wähler abstimmen dürfen, reduzieren sich die Kosten von Parlamentswahlen dramatisch.

Es sind z. B. keine Wahlplakate mit dummen Slogans mehr nötig. Auch die peinlichen TV-Werbespots werden nicht mehr gebraucht. Zudem können auch die Wahllokale ersatzlos abgeschafft werden. Jeder zertifizierte Wähler erhält durch ein verschlüsseltes System die Möglichkeit, seine Stimme über das Internet abzugeben. Für die seltenen Ausnahmen, bei denen dies nicht möglich ist, stände natürlich immer noch die Briefwahl zur Verfügung.

Es ist weder undemokratisch noch wirkungslos, wenn nur die Inhaber eines Wählerführerscheins zu Wahlen zugelassen werden

Eine funktionierende Demokratie sollte die Umsetzung des – durch umfassendes Wissen begründeten – Willens der Mehrheit des Volkes im besten Interesse des Gemeinwesens ermöglichen. Dabei müssen die Interessen der Minderheiten in angemessener Weise berücksichtigt werden, weil nur so destruktive Konflikte vermieden werden können.

Gegenwärtig ist dieses Ideal jedoch zur Karikatur verkommen: Die Vertreter der repräsentativen Demokratie sind weitgehend zu Marionetten geworden, die an den Strippen der wirklichen Entscheidungsträger tanzen. Das Wahlvolk ist in seiner überwiegenden Mehrheit allein durch die Wahrung seiner Besitzstände oder Transferzahlungen motiviert und weder willens noch in der Lage, verantwortliche, d. h. kenntnisreiche Wahlentscheidungen zu fällen. So entsteht ein Kreuzchen hinter dem Namen einer Partei hauptsächlich aufgrund von mehr oder weniger zufälligen Meinungsschwankungen in letzter Minute oder weil man schon immer diese Partei wählte.

Entscheidend ist oft die persönliche Sympathie oder Antipathie, welche die Spitzenkandidaten beim jeweiligen Wähler auslösen. Ein ruhiges, bescheidenes Muttelchen kommt bei einem großen Teil des eben von mir charakterisierten Wahlvolkes natürlich viel besser an als laute eitle Männer.

Dass den Bürgern durch das Bombardement mit Wahlkampfphrasen, durch die grinsenden Gesichter und Slogans auf den Plakaten und die Scheindiskussionen im Fernsehen die wirklich wichtigen Informationen vorenthalten werden, macht die Situation noch schlimmer. So werden die Parlamentswahlen im Bund, den Ländern und den Kommunen schließlich vollständig zur Farce.

Wenn also die 3 bis 6 Millionen Menschen, die innerhalb eines Zeitraumes von wenigen Jahren den Wahlführerschein erwerben könnten, sich mit ausreichenden Kenntnissen für einen Wahlkreis-Kandidaten und eine Partei entscheiden, dann ist dies im Sinne der obigen Definition sehr viel demokratischer als das gegenwärtige Verfahren. Dieses ist nämlich nur eine Pappfassade, ein Potemkin’sches Dorf. Dahinter verbirgt sich wenig oder nichts.

Die Besitzer eines Wählerführerscheins entscheiden im Interesse der nichtwählenden Mehrheit des Volkes viel kompetenter und damit besser, als diese es jemals könnte.

Volksentscheide durch Inhaber des Wählerführerscheins

Das Volk ist nicht immer weise. „Demokratische“ Mehrheitsentscheidungen aller Bürger sind nicht immer die besten Lösungen eines Problems. Was alle sagen, ist längst nicht immer richtig! Es war deshalb zunächst eine gute Idee, (fast) alle politischen Entscheidungen im Verlaufe einer Legislaturperiode auf die Parlamente und Parteien zu verlagern. Steht jedoch eine große Zahl von Menschen zur Verfügung, die einen Wählerführerschein erworben haben, ist es möglich, Volksentscheide wieder zu einem wichtigen Element der Demokratie zu machen. Dabei ist es völlig unnötig, dass das gesamte Wahlvolk entscheidet. Auch hier müssen aus den eben von mir genannten Gründen diejenigen ausgeschlossen werden, die keinen Wählerführerschein besitzen. Zudem ist es auch nicht nötig, dass alle Menschen, die ein solches Dokument erwerben konnten, sich an einer Volksabstimmung beteiligen.

Es reicht völlig aus, wenn eine relativ begrenzte Zahl zertifizierter Wähler stellvertretend für alle anderen ihr Votum zu Einzelfragen abgibt. Wichtig ist nur, dass die Auswahl der Teilnehmer so erfolgt, dass sie hinsichtlich aller wichtigen Eigenschaften die gesamte Bevölkerung widerspiegeln.

Dass eine solche Auswahl relativ leicht zu treffen ist, zeigen sowohl die Demoskopen als auch die Firmen, welche Einschaltquoten für Fernsehsendungen ermitteln bzw. Testkäufer für neue Produkte rekrutieren. Sie alle haben Methoden entwickelt, mit denen man mithilfe einer Stichprobe bei 2.000 bis 8.000 Menschen recht zuverlässig das Verhalten oder die Meinung der erwachsenen Deutschen ableiten kann.

Wenn man also solche Verfahren anwendet, um einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung mithilfe der Auswahl von 20.000 bis 50.000 Bürgern mit Wählerführerschein abzubilden, dürften die Ergebnisse solcher repräsentativer Volksentscheide die Interessenlage aller Bürger recht verlässlich abbilden.

Mit einer wesentlich geringeren Zahl von repräsentativen Wählern lassen sich zudem Volksentscheide auf regionaler Ebene schnell und kostengünstig durchführen.

Wenn die Auswahl der Teilnehmer eines repräsentativen Volksentscheides unter den Besitzern eines Wählerführerscheins erfolgt ist, werden diese benachrichtigt und mit den entsprechenden Detailinformationen versorgt. Gleichzeitig stehen ihnen Diskussionsforen und direkte Rückfragemöglichkeiten zur Verfügung, um eine kenntnisreiche Entscheidung zu erleichtern.

Da es hier auf ein bestimmtes Spektrum von Personen und eine ausreichende Zahl von repräsentativen Wählern ankommt, besteht für die ausgewählten Inhaber von Wahlführerscheinen eine Wahlpflicht. Dies ist noch leichter zu rechtfertigen, als die Pflicht zum Schöffendienst, die bereits gesetzlich verankert ist. Der Grund hierfür liegt in den Steuererleichterungen bzw. erhöhten Transferzahlungen, die den zertifizierten Wählern gewährt wurden. Sie sind also sowohl gesetzlich als auch moralisch leicht zu verpflichten, an repräsentativen Volksentscheiden teilzunehmen.

Wie bei der bereits diskutierten neuen Form der Parlamentswahlen können solche repräsentativen Volksentscheide über das Internet ausgeführt werden. Niemand muss mehr Wahlzettel drucken oder Wahllokale einrichten und betreiben. Zudem können den ausgewählten Personen auf diesem Wege leicht alle relevanten Informationen zugänglich gemacht werden. In der Regel werden sie – aufgrund ihrer Vorbildung als Inhaber eines Wählerführerscheines – in der Lage sein, diese zu verstehen und zu bewerten. So wird die Wahl völlig vom Austausch inhaltsleerer Phrasen befreit. Es zählen nur noch die Fakten und deren Bewertung aus der jeweiligen Perspektive des qualifizierten Wählers.

Empfehlungen zur politisch korrekten Gegenpropaganda
(von Lothar Müller)

Selbst wenn sich einige der Ausführungen zum Gedankenexperiment „Wählerführerschein“ recht plausibel und praktisch realisierbar anhören, kann man doch auf eine intensive Gegenpropaganda verzichten. Wie Mayerhof richtig feststellte, ist ein solches System nur möglich, wenn ein ganz anderes Regierungs- und Verwaltungssystem bestände. Das wird jedoch nicht der Fall sein. Insofern kann man diese Gedanken getrost ignorieren.

Die vorstehenden Bemerkungen von Mayerhof eignen sich jedoch gut, um mit Hilfe ausgewählter Zitate einen weiteren Beweis zu führen, dass es sich bei Mayerhof um das Paradebeispiel eines Anti-Demokraten handelte. Dies ist leicht mit den von mir beschriebenen Methoden zur Verdrehung von Zitatfragmenten und durch Umdeutung von Vergleichen zu erreichen. Wie ich im Abschnitt „Empörung über die Verletzung von Grundwerten: Diffamieren geht über Studieren“ meiner Methodensammlung beschreibe, kann man so begründete Verachtung erzeugen. Diese sollte schrittweise die faszinierte Verehrung ersetzen, die Mayerhof zu seinen Lebzeiten umgab. So kann deutlich gemacht werden: Er war ein elitär denkender Ökonom, dem die Herrschaft der (angeblich) Klugen und Gebildeten über die Masse der (angeblich) Dummen oder Unwissenden vorschwebte.

 

Das Buch „Gesetze des Tanzes der Marionetten vor der Fassade der Demokratie“ von Marc DeSargeau erscheint im Mai im FAGULON Verlag. (rls)

Wird fortgesetzt.