Die Berufung – Ein Thema zwischen den Jahren – Im Zeichen der Wahrheit

„Finde die Arbeit, die dich beseelt,

und du wirst dich nie mehr anstrengen müssen.“

Konfuzius (chinesischer Philosoph) (551 v. Chr. – 479 v. Chr.)

In einer der größten spirituellen Blütezeiten der Menschheit, in der die sogenannten drei großen spirituellen Lehrer Asiens lebten, Laotse, Buddha und Konfuzius, wurden Lehren aufgestellt, die bis heute noch ihre Gültigkeit besitzen. Konfuzius hatte bereits vor circa 2500 Jahren die Einsicht, dass die Lebensaufgabe einer der wichtigsten Garanten für Glück und Zufriedenheit im Leben eines jeden Menschen ist. Seine Worte sind aber in der heutigen Zeit so gut wie in Vergessenheit geraten, da Lärm, Stress und Hektik unseren Alltag bestimmen.

Die Arbeit ist mittlerweile für viele Menschen nur noch zu einem notwendigen Übel geworden, mit dem sie ihr Geld verdienen. Viele stöhnen während ihrer Arbeitszeit und stellen sich die Frage: „Wann ist Feierabend?“ In der Wochenmitte bestätigt der Radiomoderator noch ihre Sehnsucht, indem er sagt: „Hurra es ist Mittwoch – Bergfest, nur noch zwei Tage, dann ist endlich Wochenende.“ Für viele ist die Woche sogar nur noch eine Unterbrechung zwischen zwei Wochenenden.

Zum Glück gibt es in gewissen Abständen einige Etappenziele, die neben dem Urlaub fester Bestandteil der Jahresplanung sind. Dazu gehören die Feier- und Brückentage, die für viele unheimlich wichtig sind, was man an den Megastaus zu Ostern und Pfingsten sehr schön erkennen kann. Monatelang vorher werden Reisekataloge studiert, damit der gebuchte Jahresurlaub auch so angenehm wie möglich wird. Es ist keine Kritik, nur die Frage sei erlaubt, ob die meisten sich auch so akribisch Gedanken über ihre Lebensaufgabe machen? Die mediale Beeinflussung ist heutzutage so immens, dass ein Großteil der Menschen nicht merkt, dass ihre verbrachte Zeit vor dem Fernseher ungefähr einem Drittel ihres Lebens entspricht: Ihr Traum heißt in Wirklichkeit Ablenkung.

Wieder andere sagen sich: „Wenn ich Rentner bin, dann werde ich richtig leben und das machen, wozu ich Lust habe.“ Oft bleibt der Wunsch nur eine Illusion, da sie vorher sterben. Ihr Traum heißt Sehnsucht.

Das ist auch einer der Gründe, warum die spirituellen Meister Asiens schon immer sagten: „Die meisten Menschen träumen ihr Leben, aber die wenigsten schaffen es, zu erwachen.“

Wenn wir aber wirklich inneren Frieden, Glück und Zufriedenheit finden wollen, dann sollten wir anfangen uns folgende Fragen zu stellen:

Selbst die alten Griechen stellten sich schon die Frage nach dem Sinn des Lebens. Zu dieser Zeit galt Delphi als Mittelpunkt der Welt und über dem Eingang des Tempels zu Delphi stand zu lesen: „Erkenne dich selbst!“

Habt Ihr euch schon einmal das Wort „Beruf“ genauer angeschaut? Dann werdet ihr feststellen, dass es von „Berufung“, kommt. Es ist nämlich der innere Ruf, der in jedem von uns steckt, sich zu verwirklichen.

Das heißt, beginne dort zu suchen wo Deine Gaben liegen, dann bist Du schon auf dem halben Weg zu Deiner Berufung. Die Begabungen, die Du in Deiner Kindheit hattest, sind oftmals die wahren Talente.

Erinnere Dich an Momente, in dem Du voller Begeisterung und Tatendrang warst. Du standst im wahrsten Sinne des Wortes unter Strom und die Zeit verflog dabei wie im Nu. Achte auf diese Zeichen, denn das sind Deine Schicksalsboten. Das Wort Inspiration leitet sich im Übrigen von „in“ und „spirare“ ab und heißt eigentlich: hineinhauchen, mit Geist erfüllen. Was inspiriert Dich?

Schaue Dir Deine jetzige Tätigkeit an und frage Dich: Liebst Du das, was Du tust? Oder sagst Du Ja zu Deinem Job, obwohl Dein Herz Nein sagt? Fang an, auf Dein Herz zu hören. Jobs kommen und gehen, was bleibt ist Dein Herz. Es ist nicht irgendeine Pumpe, sondern neueste wissenschaftliche Erkenntnisse haben ergeben, dass mehr Nervenkanäle vom Herzen zum Gehirn gehen, als umgekehrt.[i] Das bedeutet, dass jede Veränderung im Gehirn gleichzeitig auch im Herzen stattfindet. Sie bilden somit eine Einheit. Wenn wir uns in Disharmonie zu unserem Gehirn und Herz befinden, dann signalisiert der Körper es uns in Form von Herzinfarkten, Schlaganfällen oder Depressionen. Das ist auch einer der Gründe, warum immer mehr Menschen davon betroffen sind.

Wenn Du nicht zufrieden mit Deiner momentanen Situation bist, dann fange ab sofort an, nicht mehr zwischen Arbeit und Leben zu trennen. Beobachte Dich, wenn Du diesen Satz liest. Kommen dort Gedanken hoch, wie ,,Ich kann doch nicht nur arbeiten“; dann nimmhme diese in Dankbarkeit an. Denn was ist, möchte wahrgenommen werden. Erinnere Dich an das Kapitel mit dem Diaprojektor: Du bist nicht deine Gedanken. Stelle Dir viel mehr die Frage, leben wir nicht auch, während wir arbeiten? Schaue Dir die Karrieren von Musikern, Malern oder Profisportlern an, beginne, Dich mit ihrem Geheimnis zu befassen. Dann wirst Du feststellen, dass diese Menschen in erster Linie Spaß an dem haben, was sie tun und ihrer Berufung folgen.

Dabei sehen sie ihre Tätigkeit noch nicht einmal als Arbeit an. Bob Dylan hat es einmal so formuliert: „Ein Mensch ist erfolgreich, wenn er zwischen Aufstehen und Schlafengehen das tut, was ihm gefällt.“ Picasso schuf beispielsweise einige seiner wichtigsten Werke, als er fast 60 Jahre alt war. Ein Alter, in dem sich bei uns die Menschen auf ihre Rente vorbereiten. Noch im Alter von 66 Jahren begann Pablo Picasso sich mit Keramik zu beschäftigen. Mit 70 Jahren schuf er das ausdrucksstarke Gemälde Massaker von Korea. Sogar im Alter von 87 Jahren erstellte er seine Serie von Radierungen „Maler und Modell“ mit 347 Blättern, bevor er im Alter von 91 Jahren verstarb.[ii]

Was meinst Du treibt einen Paul McCartney an, mit 75 Jahren und 900 Millionen Euro auf dem Konto auf Tournee zu gehen?[iii] Der 2016 verstorbene David Bowie sagte in einem Interview:

„Ich will arbeiten, weil ich von dem, was mich gerade beschäftigt, begeistert bin. In diesem Moment. Im Hier und Jetzt. Und die beste Art sicherzustellen, dass ich ein wacher Künstler bleibe, ist nun mal, diesen Überhang loszuwerden. Andernfalls malst du nur noch dasselbe Bild. Immer und immer wieder dasselbe Bild. Das will ich nicht. Wenn ein Maler anfängt, seine älteren populären Bilder zu kopieren, ist er nicht mehr interessant. Dann ist es vorbei mit dir. Dann bist du nicht länger kreativ oder innovativ.“[iv]

Ich kann das nur bestätigen. Bei mir liegen überall Notizblöcke im Haus verteilt. Wenn ich nachts, wie so häufig, Einfälle habe, dann stehe ich auf und schreibe. Der Titel dieses Buches ist mir beispielsweise 3 Uhr nachts eingefallen. Wenn die Inspiration da ist, dann kann ich ja nicht sagen, jetzt nicht, morgen um 8 Uhr fängt erst meine Arbeitszeit an. Viele werden sicherlich auch schon festgestellt haben, dass sie gerade, wenn sie vor dem Einschlafen sind oder sich unter der Dusche befinden, die besten Einfälle haben. Das hängt damit zusammen, dass diese Handlungen einen Automatismus entwickelt haben, der dazu führt, dass der Geist aus der Stille heraus neue Gedanken entwickeln kann.

Gönne Dir täglich Momente, wo Du mindestens eine Stunde (nur mit Dir) alleine bist. Die deutsche Sprache ist sehr präzise, das sehen wir auch an dem Wort „All-ein-Sein“. Jedes der drei Wörter hat in sich schon solch eine Kraft. In der Stille, mit Dir All-ein, dort sind die Momente, in denen Du Deine innere Stimme hören kannst. Sie wird Dir bei der Suche Deiner Lebensaufgabe behilflich sein.

Finde Deine Bestimmung und Dein Leben wird erfüllter, glücklicher, und zufriedener sein. Man kann es auch einfach so ausdrücken: Arbeit ist sichtbar gemachte Liebe. Schön wäre es, wenn wir an dem Tag, an dem wir die Bühne des Lebens verlassen werden, auch so empfinden wie der französische Schriftsteller Jules Renard, der sagte:

„Wenn ich mein Leben noch einmal von vorn beginnen könnte, würde ich es mir genauso wünschen, wie es war, nur würde ich die Augen etwas weiter aufmachen“.[v]

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Meinung der Epoch Times oder die Meinung anderer Autoren dieser Seiten wiedergeben.

Bisher erschienene Auszüge:

Teil 1: „Im Zeichen der Wahrheit“ – Die große Meisterschaft besteht im Loslassen statt Ankämpfen

Teil 2: RFID-Chip für jeden?

Teil 3: Kritische Masse – Warum der Einzelne doch viel bewirken kann

Teil 4: Tricks der psychologischen Manipulation gegen das eigene Volk + Video

Teil 5: Warum zerfallen politische Systeme + Video

Das neue Buch kann man vorbestellen:  HIER

Als E-book oder Hardcover

Auslieferung ab dem 14. Dezember 2017

Heiko Schrang

„Im Zeichen der Wahrheit“.

ISBN: 978-3-945780-41-1     

Hardcover, 1. Auflage

Euro 24,90

 

 

Quellenangaben

[i] https://www.newslichter.de/2013/06/das-gehirn-in-unserem-herzen/ (Aufgerufen am 23.10.2017)

[ii] http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/warum-unternehmen-auf-aeltere-mitarbeiter-setzen-sollten-a-826077.html  (Aufgerufen am 23.10.2017)

[iii] https://www.vermoegenmagazin.de/paul-mccartney-vermoegen/ (Aufgerufen am 23.10.2017)

[iv] https://www.welt.de/kultur/pop/article151368709/Berlin-hat-mich-erloest-und-gelaeutert.html (Aufgerufen am 23.10.2017)

[v] http://www.bk-luebeck.eu/zitate-renard.html (Aufgerufen am 27.10.2017)

Quelle: https://www.epochtimes.de/feuilleton/die-berufung-ein-thema-zwischen-den-jahren-im-zeichen-der-wahrheit-a2304287.html