Die Herren der Ringe – Teil 2

Von 24. Januar 2005 Aktualisiert: 24. Januar 2005 0:27
Eine Serie rund um die Olympischen Spiele der Antike und Neuzeit

Diese Serie gibt unterschiedlichste Einblicke rund um die Olympiade, das wohl bedeutendste Sportereignis der Antike und Gegenwart. Doch wir werden nicht nur aus sportlicher Sicht berichten, nein, wir werden einen weiten Bogen rund um die Geschehnisse der alten und der neuen Zeit schlagen und chronologisch unabhängig zwischen den Zeitaltern wandeln. Nun, eigentlich wäre der Kreislauf der Spiele mit seiner Rückkehr nach Olympia beendet, jedoch eröffnet sich jetzt wohl eine neue Dimension – die Olympiade 2008 in Peking.

Wir durchschreiten das Zeiten-Tor, eine weiche Vibration umschließt den Körper und macht unsere Gedanken leicht und beweglich. Schon Sekunden später….

Die zwei Gesichter des Feuers

… heiß, sehr heiß…schnell einen Schritt zurück. Flammen züngeln vor meinem Gesicht, ihr heller Schein lässt die Umgebung zu dunklen Schatten verschwimmen…Noch einen Schritt zurück. Die Augen befreien sich vom Bann der alles verschlingenden Helligkeit, die sengende Hitze verweilt noch einen Augenblick auf dem Gesicht und kehrt dann ins Zentrum der Flamme zurück. Wir stehen vor dem Altar der Göttin Hestia, Hüterin des Herdes, eine ewig brennende Flamme, einst mit Sonnenkraft entfacht, Quell aller Feuer des Heiligtums und Quell des Olympischen Feuers.

Feuer – schöpferisches Element und zerstörende Gewalt zugleich, gefesselt in einem in sich geschlossenen Kreislauf, bedarf es der führenden Hand eines tugendhaften Wesens. Der wohlwollende Nutzen für die Menschen oder die Zerstörung und Unterjochung des Lebens liegen im Kern der Glut eng beieinander. Nun Mensch, dann sei dir der Verantwortung bewusst, die du trägst mit deiner Macht und wähle gut, denn Gutes erzeugt Gutes und Böses erzeugt Böses. Die Geschichte kennt viele Herrscher, die Not und Elend in ihr Land gebracht haben, weil sie getrieben von Machtgier und Neid ihre Nachbarn überfallen oder die guten und aufrichtigen Menschen ihres eigenen Volkes mit Feuer und Schwert verfolgt haben.

Ohne Angst, doch in respektvoller Weise nähern wir uns langsam der Flamme des Altars der Hestia. Und im Gegensatz zum ersten Zusammentreffen empfängt uns nicht die zerstörende Glut, sondern ein warmes und weiches Licht, welches uns sanft umhüllt und mit weicher Kraft an einem Ort absetzt, der bekannt ist als das Orakel von Delphi. Hier steht der Tempel des Apollon, Gott des Lichtes. Eine Inschrift besagt: „Erkenne dich selbst“ – dies soll schon dem Sokrates als Kern seiner philosophischen Überlegungen gedient haben. Einer seiner bekanntesten Aussprüche ist „Ich weiß, daß ich nichts weiß“. Diesen Ansatz teilt er mit vielen anderen alten Kulturen unserer Erde. Doch nur kurz verweilen wir an diesem heiligen Ort, schon hüllt uns die Olympische Flamme sanft in einen Mantel aus Geborgenheit und in behüteter Sicherheit reisen wir durch Raum und Zeit in die „neue“ Olympische Ära und schauen dem Treiben der Menschen zu. Dies ist die Ära von „citius-altius-fortius“, allgemein bekannt auch als „Schneller-Höher-Stärker“. Ja, schneller und hektischer sind die Spiele geworden, höher und höher fliegt die Rakete der überheblichen Selbstbestätigung, stärker und mächtiger ist das nach Ruhm und Reichtum strebende Herz. Dem Ikarus schmolz das Wachs seiner künstlichen Flügel, als er der Sonne zu nahe kam und er stürzte in die Tiefe.

Doch ruhig und gelassen flackert das Olympische Feuer. Es hat sich nicht verändert im Laufe der Zeit. Es vereint immer noch jene schöpferische und auch zerstörende Kraft in sich. Immer noch gewährt es uns den wohlwollenden Schutz für ein bescheidenes Herz. „Erkenne dich selbst!“ Ob Präsident, ob General, ob Bürger oder Bettler – die Verantwortung des Menschen ist es zu wählen. Welchen Weg du gehst, ob gut ob böse, entscheidest du selbst, frei und mit allen enthaltenen Konsequenzen. Doch wohin führt uns die „Gelbe Olympiade“ der nächsten 4 Jahre, denn das ist sie, die eigentliche Olympiade, nicht die Spiele sondern die Zeit dazwischen. Auch im Reich der Mitte haben die Menschen zu wählen, ob gut ob böse, ist die Wahl jedes einzelnen und nicht die Wahl der Kommunistischen Partei Chinas, denn sie hat schon gewählt.


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