Die Schönheit der Aphrodite: Zypern und seine Glanzlichter

Von 29. Mai 2017 Aktualisiert: 29. Mai 2017 15:50
Zypern, die „Insel der Götter“ im östlichen Mittelmeer, wartet auf mit einer Vielzahl himmlischer Begegnungen.

„Wer ist die Schönste im ganzen Land?“ Die menschliche Eitelkeit bahnt sich auch außerhalb des Märchens stets ihren Weg. Angetrieben durch Mode und Zeitgeist bringt sie regelmäßig neueste Topmodels hervor und macht die Schönheit zu einem irdischen, dem steten Wandel unterworfenen Phänomen. Was aber, wenn sich wahre Schönheit aus den Quellen des Göttlichen speist und dabei ein Schönheitsideal hervorbringt, über das hinaus nichts Schöneres gedacht werden kann?

Die Antwort auf seine Frage findet Zypernexperte Costas am Geburtsfelsen der Aphrodite im Süden der Insel. Genau dort, wo in mythischer Vorzeit nach Angaben der griechischen Klassiker die „Schaumgeborene“ den Meeresfluten entstieg. Wobei sie mit ihrem überirdisch anmutenden Erscheinungsbild in der Fantasie eine Schönheitsvorstellung begründete, die die Jahrtausende überdauerte. Auf einer Muschel in graziler Pose an den Strand gespült, galt sie fortan als die Göttin der Schönheit und der Liebe, an der sich selbst die schöne Helena orientieren konnte.

Maritime Atmosphäre

Diese überirdische Schönheit scheint auf die ganze Insel Zypern auszustrahlen. Von den Stränden, an denen sich die Wellen des östlichen Mittelmeers brechen, bis hinauf zu den Höhen des Troodos-Gebirges, die fantastische Ausblicke bereithalten. Landschaftsbilder dieser Art erweckten natürlich über die Jahrhunderte hinweg die Begehrlichkeiten der jeweils vorherrschenden Großmächte, die überall auf der Insel ihre Fußspuren hinterließen. In der neuesten Geschichte ist es die türkische Invasion, die sich den gesamten Nordteil der Insel einverleibte und die immer noch schmerzvoll ertragene Spaltung der Insel begründete.

Und dennoch ist die auf Zypern vorherrschende Aufbruchsstimmung unverkennbar. So besonders in der Stadt Limassol, deren großzügig ausgebaute Hafenanlagen Zeugnis ablegen von einem dauernden Kommen und Gehen. Die zahlreichen Tavernen am Rande des Hafenbeckens erweisen sich damit zu jeder Tageszeit als einer der Hauptanziehungspunkte, natürlich auch, um hier die Eigenheiten der zyprischen Küche zu entdecken. Zudem sind sie der ideale Ausgangspunkt, um beim Blick auf die ein- und auslaufenden Boote die Fantasie zu beflügeln und zugleich die maritime Atmosphäre in sich einzusaugen.

Zentren des Agrotourismus

Darüber hinaus erweist sich Limassol als eines der Eingangstore hinauf in das Troodos-Gebirge. Überall lassen sich kleine Dörfer entdecken, die vielfach von ihren Bewohnern bereits aufgegeben waren. Bis vermögende Engländer kamen, um die hier reichlich vorhandene ländliche Bausubstanz zu romantischen Ferien-Wohnanlagen auszubauen und sie damit vor dem sicheren Verfall zu bewahren.

Dies wiederum stachelte den Ehrgeiz der Einheimischen an, die sich zu Recht fragten, warum man nicht selbst Hand anlegen sollte. So berichtet es der engagierte Bürgermeister Michalis Mosphilis aus dem Ort Vasa. Er selbst hatte damals mit dazu beigetragen, sein Dorf in ein ansehnliches agrotouristisches Zentrum umzugestalten.  In ein Touristenziel mit attraktiven Unterkünften, verzweigten Wanderwegen sowie einer schmackhaften heimischen Küche.

Kaleidoskop der Kulturhauptstadt

Als ebenso erstaunlich wie der Wiederaufbau mancher Dörfer erweist sich auch das Entwicklungstempo in der Stadt Paphos im Südwesten der Insel. Für das Jahr 2017 ist ihr die Ehre zuteilgeworden, sich als „Europäische Kulturhauptstadt“ präsentieren zu dürfen. Ein Titel, der unglaublich viele Aktivitäten freisetzt, wie Chefmanagerin Georgia Doetzer nicht ohne Stolz erklärt. Sie reichen von ausgefallenen Kunstinstallationen über ausgesuchte Theaterstücke bis hin zu wegweisenden Musikdarbietungen, von denen das Konzert der Berliner Philharmoniker am Aphrodite-Felsen von allen das Herausragendste ist.

Darüber hinaus, so empfiehlt Georgia mit Nachdruck, sollte ein dauerhaft in Paphos angesiedelter Kulturhöhepunkt nicht übersehen werden. Dabei handelt es sich um die künstlerisch hochwertigen Bodenmosaike im Haus des Dionysos, bei deren Betrachtung die mythischen Hauptgestalten der Antike wieder auferstehen. Als besonders imposant präsentiert sich der Triumphzug des Dionysos, der in seiner Deftigkeit eine unglaubliche Lebensfreude ausstrahlt.

Öffnung des Himmels

Auf ganz andere Art faszinierend erweist sich die orthodoxe Kirche von Larnaca im Südosten der Insel, die dem Heiligen Lazarus geweiht ist. Hier lässt sich erahnen, welche lebendige Volksfrömmigkeit besonders an den Feiertagen noch um sich greift. Die feierliche Liturgie und die kostbaren Gewänder erwecken den Eindruck, als habe sich der Himmel mit einem kleinen Spalt für einige kurze Momente geöffnet.

Stimmungsvoll auf ganz andere Art geht es zu bei einer Bootsfahrt entlang der Akamas-Halbinsel hinüber zum Cape Greko, dem östlichsten Zipfel Europas. Mit tiefen Felshöhlen haben Wind und Wellen in den steilen Klippen deutliche Spuren hinterlassen. Sie reichen hinüber bis hin zu dem weißen Leuchtturm mit dem die östlichste Spitze Europas erreicht ist. Er rückt noch einmal die exponierte Position der Insel ins Bewusstsein. Und er weckt zugleich die Neugier auf alle weiteren Glanzlichter, die es hier zu bestaunen gibt.

www.adams.com.cy Unterstützungshinweis: Die Recherche wurde unterstützt von der Fremdenverkehrszentrale Zypern und FTI Touristik

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