Vorhang auf für die Shen Yun Performing Arts New Era Company in The Bushnell, The William H. Mortensen Hall, in Hartford, Connecticut, am 8. Februar 2020.Foto: Edward Dye/The Epoch Times

Shen Yun – „Die Schönheit tanzender göttlicher Wesen“

Epoch Times11. Januar 2022 Aktualisiert: 15. Januar 2022 17:18
Zum Auftakt ihrer diesjährigen Europa-Tournee gastierte Shen Yun Performing Arts in Köln. Viele Zuschauer zeigten sich beim Verlassen des Musical Dome von der Tanztheater-Vorstellung sehr berührt.
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Direkt am Rheinufer gelegen, mit Blick auf den Kölner Dom, fällt das Musical-Theater mit seiner speziellen Konstruktion aus Glas und Stahl sofort ins Auge. Hier, wo sonst hauptsächlich Musicals gastieren, war am Freitag Auftakt für die Europa-Tournee der Shen Yun Performing Arts-Künstlergruppe aus New York.

Das Tanzensemble mit eigenem Orchester hat sich zur Mission gemacht, die traditionelle, göttlich inspirierte Kultur Chinas mit klassischem chinesischem Tanz und Belcanto-Gesang wiederzubeleben und mit der Welt zu teilen.

„Shen Yun ist etwas ganz Außergewöhnliches, was man in Deutschland nicht so einfach sehen kann“, sagte Heri Braun, der ehemalige Marketingleiter der Deutschen Ärzteversicherung und heutige Prokurist bei der Generali Versicherung nach der Abendvorstellung.

„Also dieses Stück ‚Tanz der Frauen‘, das war Wahnsinn, wo alle Tänzerinnen mit gehobenem Bein im Spagat standen. Das ist Tanz, das ist Akrobatik. Tanz auf höchstem Niveau. Ich würde sagen, das ist das Ergebnis von ganz, ganz hartem Training. Das ist Präzision, da hat keiner gewackelt, wirklich keiner gewackelt. Das war wirklich klasse.“

Herr Braun war gemeinsam mit seiner Frau Sigrid gekommen. Sie ergänzte: „Es war synchron und mit so einer Leichtigkeit vorgetragen, mit einer Leichtigkeit, dass es so mühelos aussah. Natürlich wissen wir, dass es das nicht ist. Aber es kam eben so rüber. Viel Freude und Herzblut – sie leben, was sie tanzen.“

„Die Schönheit tanzender göttlicher Wesen“

5.000 Jahre lang blühte die göttliche Kultur im Land China. Mit atemberaubender Musik und Tanz möchte Shen Yun diese prächtige Kultur zu neuem Leben erwecken. Shen Yun, oder 神韻, kann übersetzt werden mit: „Die Schönheit tanzender göttlicher Wesen.“

Der evangelische Pastor Alexander Letz zeigte sich von der Reichhaltigkeit der Kultur in der jahrtausendealten chinesischen Geschichte vor der kommunistischen Zeit beeindruckt. „Ich wusste nicht, dass es so viele verschiedene Arten von Tradition gab“, sagte er im Hinblick auf die zahlreichen chinesischen Dynastien und ihre unterschiedlichen Traditionen, welche Shen Yun durch klassischen chinesischen Tanz, farbenprächtige Kostüme und einem 3D-Bühnenbild zu neuem Leben erweckt.

Es sei wichtig, die alten Bräuche wiederzubeleben, damit man weiß, „wo man herkommt und welche früheren Traditionen es gab, um sich mit ihnen kritisch auseinanderzusetzen oder sie weiterzuentwickeln“, betonte der Geistliche aus Wermelskirchen.

„Ich war sehr erstaunt, dass da das Göttliche so eine Rolle spielt“, so Pastor Letz. „Es wurde sehr schön dargestellt, wie das Göttliche auf die Erde kommt und dass man auch als Mensch mit dem Göttlichen verbunden bleibt und dass das auch ein Ziel des Lebens sein kann.“

Mit dem Göttlichen verbunden zu sein und nach dessen Vorstellung zu leben, „das hat was mit Harmonie und Glück zu tun, der Verbundenheit der Menschen untereinander und gemeinsam ein gutes Leben zu führen“.

Dass diese klassischen Tänze im heutigen China nicht mehr zu sehen sind, das habe ihn etwas erschrocken, ergänzte er.

Als Theologe und Seelsorger finde er die Glaubensfreiheit in der Welt wichtig. „Die Menschen sollen ihren Glauben ausüben dürfen, egal welche Religion und welcher Glaube. Das ist leider nicht überall möglich.“

Kommunismus in China zerstört die Spiritualität

Alexander Letz war nicht der einzige evangelische Pastor an diesem Nachmittag. Auch Pastor Andreas Petker aus Warburg besuchte mit seiner Frau und Tochter die Vorstellung.

Er fand es wichtig, dass die Verfolgung des Glaubens in China auf der Bühne thematisiert wurde. Pastor Petker wurde erst durch Shen Yun bewusst, wie sehr der Kommunismus in China die Spiritualität zerstört. „Das war für mich tatsächlich neu“, sagte er.

„Es ist ganz, ganz toll, das auf die Bühne zu bringen. Es ist wichtig, das auch in Europa den Menschen zu vermitteln… Das Bewusstsein dafür zu schärfen, das ist auf jeden Fall ein Auftrag der Kultur“, so der Pastor weiter.

Ihn haben besonders die transportierten Werte angesprochen: „Was mich auch aus meiner christlichen Perspektive mit meinen Werten berührt, ist die Frage der gegenseitigen Achtung und des Respekts. Das wird heute in unserer Zeit nicht mehr so gelebt. Und das hat Shen Yun heute Abend gezeigt. Das hat mich sehr bewegt.“

Vor meinem christlichen Hintergrund sage ich, dass es ein hohes Gut ist, voreinander Respekt zu haben, die Kultur und die Menschenwürde zu achten. Ich glaube, dass das heute Abend rübergekommen ist, dies neu zu leben.“

Der klassische chinesische Tanz ist das Herz jeder Aufführung von Shen Yun. Über Jahrtausende wurde er Dynastie für Dynastie bereichert und zu einem der umfassendsten Tanzsysteme der Welt entwickelt. Neben der systematischen Ausbildung in Grundlagen und Posen sowie athletischen Elementen ist das besondere Merkmal des klassischen chinesischen Tanzes der innere Ausdruck der Tänzer, mit dem die Geschichten lebendig erzählt werden.

Ex-Europameister zeigt sich beeindruckt

Boris Lietzow, Finanzberater und ehemaliger Bronze-Gewinner bei den Europameisterschaften, zeigte sich ebenfalls beeindruckt.„Ich hab eine Karriere als Wasserspringer, Turmspringer hinter mir und war öfter in China. Ich glaube, ich kann einschätzen, wie hochwertig, wie anspruchsvoll diese Aufführungen sind – von den Bewegungen, von den Abläufen, von der Disziplin, die man benötigt, um so eine Choreografie auch hinzubekommen. (…) Also es war sehr, sehr schön anzusehen. Ich kann da nur den Hut ziehen. Respekt!“

Der Ex-Sportler hegt große Bewunderung für die chinesische Kunst und Kultur. Die chinesische Kultur und Spiritualität sei für die Deutschen neu, weil es das in der Form im Westen nicht so gebe. Aber „ich glaube schon, dass es da irgendetwas gibt zwischen Himmel und Erde, was wir nicht verstehen, was sich die Chinesen aber offenbar überliefern konnten“, sagte er.

Was der Finanzberater für sich mitgenommen hat, ist der Wert der Tradition und der Hinweis auf unsere menschlichen Wurzeln: „Du kannst dir heute vieles leisten, aber wenn du deine Wurzeln verlierst, dann bist du nicht mehr du selbst. Die Tradition bleibt ein Stück von dir, und wenn du sie verlierst, verlierst du schnell auch den Halt“, betonte er. Schau doch mal, wo du herkommst, wer du bist und was dich eigentlich ausmacht“, so Lietzow weiter.

Die Kölnerin Karla Rasmus, Marketingspezialistin bei der Ford Bank sagte nach der Aufführung: „Ich habe hier sehr viele aktuelle Themen gesehen“.

Es hat mir übermittelt, man sollte sich mal wieder zurückbesinnen auf das, was wirklich wichtig ist im Leben: Dass man an etwas glaubt und sich nicht immer so von diesen ganz modernen Sachen ablenken lässt.“

„Gerade in dieser Pandemie-Zeit sollte man wieder in seiner Mitte ankommen und sich nicht durch Angst durch die Welt treiben lassen“, sagte Rasmus weiter. „Es ist wichtig, dass man wirklich mal wieder zu sich selbst findet, zurück zu den Wurzeln. Das wurde mir gezeigt.“

Kölner Opernsänger lobt strahlende Stimme der Solisten

Bei der letzten Aufführung am Dienstag war der Kölner Opernsänger Samuel Youn zu Gast. Auch er zeigte sich von dem Gesamtkunstwerk sehr beeindruckt. Eine Inspiration für alle Menschen weltweit sei es, nicht nur für Asiaten.

Was die Solisten betrifft, so hätten der Tenor und auch die Sopranistin eine außergewöhnlich strahlende Stimme gehabt, sagte Youn. Die Sänger benutzen die Gesangstechnik des Belcanto (ital.: schöner Gesang), die ihren Höhepunkt in Italien während des 18. und 19. Jahrhunderts fand.

Bis etwa 1840 war der Belcanto die bevorzugte Technik für den Gesang in der europäischen Oper und noch heute gilt er vielen als die herausragende Technik für klassische Stimmkultur.

Nach den Aufführungen in Köln geht es für die Künstlergruppe über Paris, Salzburg und San Sebastian nach London, bevor sie im März dann wieder nach Deutschland kommen. Hier treten sie in Mülheim an der Ruhr, Berlin, Ludwigsburg, Bremen, Füssen, Mannheim und Frankfurt (Main) auf. (er/nmc)



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