Ein ganz besonderer Wunsch

Von 14. Dezember 2006 Aktualisiert: 14. Dezember 2006 23:03

Vor langer, langer Zeit … Nein, so fängt diese Geschichte nicht an. Ob ihr es glaubt oder nicht, diese Geschichte hat gerade erst begonnen. Ja, ihr hört richtig, sie ist noch in vollem Gange. Aber alles der Reihe nach.

Es war der 5. Dezember 2006. Und genau an diesem Abend geschah etwas Seltsames in unserem Garten. Der Vollmond spiegelte sich im Teich und warf ein fahles Licht auf die Gräser, die rund um das Wasser wachsen. Es sah so schön aus, dass ich mich entschloss meinen Mantel zu holen und in den Garten zu gehen. Ich schaute mich um. Es lag etwas Besonderes in der Luft. War es der Geruch oder das Licht? Oder war es, weil es der Abend vor dem Nikolaustag war?Ich sah die Sterne, die mit dem Mond um die Wette funkelten, die kleine Tanne, die am Rand des Teiches wächst und von der keiner weiß wie sie in unseren Garten gefunden hat. Ich entdeckte eine Schlüsselblume, und das in der Weihnachtszeit! Der November war dieses Jahr zu warm, ging es mir durch den Kopf, …da ist es ja kein Wunder … Wirklich kein Wunder?

Du darfst nicht an mir knabbern

An diesem Abend war es irgendwie seltsam. Es schauderte mich etwas, aber es war auch schön. Plötzlich wurde es um die kleine Tanne hell und ich hörte eine feine Stimme sagen: „Du darfst nicht an mir knabbern. Bin ich auch jetzt noch nicht größer als die Schlüsselblume, so werde ich doch mit den Jahren ein stattlicher Tannenbaum sein und dann wird sich mein sehnlichster Wunsch erfüllen.“ Ich stand wie angewurzelt neben der Eibe und traute meinen Augen und Ohren kaum, als eine piepsige Stimme antwortete: „Niemals werde ich dich anknabbern, ich bin ja nicht irgendeine Maus, ich bin eine Weihnachtsmaus und wie jedes Kind weiß, essen Weihnachtsmäuse am liebsten Plätzchen und Schokolade. Aber erzähle mir bitte: Was ist dein sehnlichster Wunsch?“

Was die kleine Tanne erzählte

Da fing die kleine Tanne an zu erzählen: „Wenn sich mein Wunsch erfüllt, werde ich eine dunkelgrüne, weit ausladende, hohe Tanne sein. In meinen Ästen werden keine elektrischen Lichterketten leuchten, sondern dicke, große Kerzen brennen, deren Flammen den ganzen Garten hell machen. In meinen Zweigen werden Meisenringe für die Vögel hängen und für die Eichhörnchen wird es Nüsse geben. Die Menschen werden sich an Lebkuchenherzen und rot-weißen Zuckerstangen erfreuen. Die Kinder und Erwachsenen werden singen und um mich herum tanzen. Ich werde der schönste Weihnachtsbaum sein, den es je in Feusisberg gegeben hat.“Die Maus hatte aufmerksam zugehört: „Das klingt ja großartig, aber …“ fügte sie nachdenklich hinzu, „das wird noch eine lange lange Zeit dauern bis sich dein Wunsch erfüllt.“„Ja,“ sagte die kleine Tanne zuversichtlich, „aber ist nicht gerade der feste Glaube daran, dass sich der Wunsch erfüllt und die Vorfreude auf das, wie es sein wird, das allerschönste am Wünschen?“ Die Maus nickte zustimmend.Ich stand noch immer wie gebannt hinter der Eibe und dachte, wie Recht der kleine Baum hat.Es war Zeit zurück ins Haus zu gehen. Kalt war mir nicht. Es war doch so herrliches Wetter, sternenklar und still. Und wenn ihr einmal in Feusisberg seid, kommt doch bei uns vorbei. Dann erzähle ich euch wie die Geschichte weitergeht und zeige euch die kleine Rottanne.
 



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